Sanoussy Ba (#25, SV Waldhof Mannheim) beim Schuss. Bild: Lukas Adler
Abgeschossen in den eigenen 4 Wänden – Waldhof unterliegt Duisburg mit 1:4
3. Liga | erstellt am So. 12.04.2026
sport-kurier. Das hatte man sich beim SV Waldhof Mannheim mit 100%-iger Sicherheit komplett anders vorgestellt. Denn es war gewissermaßen alles angerichtet für ein Fußballfest im Mannheimer Carl-Benz-Stadion. Der SVW feierte auf den Tag genau am Samstag seinen 119. Geburtstag, was die Fans zu einen riesigen Choreo veranlasste. Hinzu gekommen ist noch, dass die Blauschwarzen vor dem Spiel gegen den MSV Duisburg auch verkündeten, dass man mit Stürmer Terrence Boyd um ein weiteres Jahr bis 2027 verlängerte. Der 35- Jährige ist quasi von seinem eigenen Rücktritt, den er Anfang Dezember 2025 verkündet hatte, zurückgetreten. Die Stimmung vor dem Anpfiff hätte also kaum besser sein können, doch da war noch ein Gegner und der kam nicht zum Gratulieren nach Mannheim.
Duisburg will noch aufsteigen und untermauerte das mit einem unter dem Strich verdienten 4:1 (2:0) Erfolg in Mannheim. Doch so beeindruckend sich das Ergebnis auch liest und so verdient es auch war. Der SVW hatte großen Aktien an der Vorführung in den eigenen vier Wänden. Einige Spieler schienen nicht richtig bei der Sache zu sein und luden den Gast mehrfach zu Gegenstößen ein, die Duisburg eiskalt zu nutzen wusste.
Schon die Mannheimer Aufstellung überraschte doch ein wenig. Terrence Boyd und Felix Lohkemper saßen beide auf der Bank. Dies sind bis dato die Torgaranten der SVW gewesen. Auf Nachfrage hieß es, dass man ganz bewusst Spielzeit verteilen wollte, weil die Englische Woche viele Körner gekostet hätte.
Das 0:1 fiel schon in der 8. Spielminute: Dominik Kother hatte keine Mühe Waldhofs Torsteher Thijmen Nijhuis zu umspielen und legte den Ball schließlich unbedrängt ins Mannheimer Netz. Kother spielte selbst einst für den SVW und legte in der 41. auch noch das 0:2 nach. Dies war eine Pausenführung, die verdient war, denn bis auf den Abschluss von Mannheims Lovis Bierschenk in der 23. Spielminute, den Duisburgs Torwart Braune gekonnt parierte, war nicht viel von Mannheim zu sehen.

Die Choreo der Waldhof Fans vor dem Spiel gegen den MSV Duisburg. Bild: Lukas Adler
Chefcoach Luc Holtz reagierte in der Halbzeitpause. Mit dem Wiederanpfiff liefen Maximilian Thalhammer für Diego Michel und Boyd für Kushtrim Asallari auf. Die Idee dahinter dürfte jedem klar sein, der sich hin und wieder mit dem SVW beschäftigt: Durch Boyd sollte mehr Wucht im Spiel nach vorne entstehen und durch Thalhammer mehr Körperlichkeit in der Mittelfeldzentrale. Gebracht hat das zunächst aber rein gar nichts, denn Duisburg hatte wieder das erste Wort.
In der 48. Minute erhöhte Lobinger auf 3:0. Drei Tore aufzuholen, ist kein Ding der Unmöglichkeit. Bei diesem teilweise lustlos wirkenden Auftritt des SVW dürfte aber wohl kaum einer noch an die Wende geglaubt haben. Auch der Anschlusstreffer durch den mittlerweile ebenfalls eingewechselten Lohkemper in der 60. Minute zum 1:3 dürfte daran wenig geändert haben.
Im Gegenteil Duisburg setzte sogar noch den Schlusspunkt. Töpken erhöhte in der 82. Spielminute auf 4:1. „Leider haben wir uns Ballverluste geleistet, die man sich gegen Duisburg nicht erlauben darf. Dann bekommen wir 2 Tore und das Dritte gleich kurz nach der Pause. Das ist zu einfach“, betonte Holtz.
SV Waldhof Mannheim: Nijhuis – Ba, Ogbemudia (58. Sechelmann), Hoffmann, Abifade – Sietan, Michel (46. Thalhammer) – Bierschenk (75. Iwe), Asallari (46. Boyd), Thill – Masca (58. Lohkemper).
Tore: 0:1 Kother (8.), 0:2 Kother (41.), 0:3 Lobinger, 3:1 Lohkemper (60.), 1:4 Töpken (82.).
Schiedsrichter: Oldhafer (Hamburg).
Zuschauer: 13511.