VfR Mannheim geht mit Team der "Namenlosen" in die neue Spielzeit
VfR Mannheim geht mit Team der „Namenlosen“ in die neue Spielzeit
Archiv Oberliga (Fußball) | erstellt am Di. 15.07.2014
Foto oben: Gejubelt hatten meist die Gegner des VfR Mannheim in der vergangenen Saison. Mit einem Team der „Namenlosen“ soll es nun besser laufen.
Als der VfR Mannheim seine neue Idee vorstellte, wie der Traditionsverein künftig in der Oberliga wieder eine gute Rolle spielen wolle, erinnerte das an die Präsentation von Stephan Groß vor einem Jahr. Auch vor zwölf Monaten wurde der Beginn einer neuen Zeitrechnung heraufbeschworen, der wegen mangelnden Erfolges nur ein paar Monate anhielt.
Jetzt erklärte Christian Klein, wie er die Rasenspieler künftig fitter machen möchte für die Anforderungen in der fünften Liga. „Wir werden bewusst einen neuen Weg einschlagen“, sprach der Coach, der im vergangenen November auf Groß folgte und nur Dank Unterstützung des FC Nöttingen mit Ach und Krach den Abstieg abwenden konnte.
Foto: VfR-Coach Christian Klein zeigt es an. So ein Stück fehlte, dann wären wir in den Niederungen der Verbandsliga Nordbaden versunken.
In der Zukunft möchte der Trainer mit seinem Team so etwas nicht mehr erleben, auch wenn er ein junges Team zusammengestellt hat, das sicher „Rückschläge erleiden“ werde. Wie viele Klubs in der Oberliga, aber auch in anderen Spielkassen, sind die VfRler bemüht, die Kosten für ihre erste Mannschaft zu drosseln.
„Wir haben das Budget leicht nach unten angepasst“, erklärte Präsident Ralf Auer. Der Klubvorsitzende verwies aber gleichzeitig darauf, dass die Kürzungen nicht dramatisch seien, weil der Marketingkreis gute Arbeit verrichte. Trotz der schlechten sportlichen Vorstellungen in der zurückliegenden Spielzeit konnten viele Sponsoren gehalten werden. „Das war nicht selbstverständlich“, so Auer.
Foto: Die Führungsriege des VfR Mannheim bei der Pressekonferenz.
Künftig, so der Plan der Verantwortlichen, sollen die Darbietungen auf dem Rasen des Rhein-Neckar-Stadions wieder mehr Spaß machen – den Zuschauern, den Sponsoren und den Machern im Klub. Und weil Christian Klein der richtige Mann für diesen Job sei, wurde der Vertrag mit ihm bis Juni 2016 verlängert. „Wir wollen auf dieser Position Kontinuität“, sagte Auer. Außerdem bekam auch der Sportliche Leiter Ekrem Onuk einen Kontrakt bis Juni 2016, gemeinsam mit Klein soll er künftig die sportlichen Geschicke der Rasenspieler leiten.
Zwölf neue Spieler hat Klein bis zum Trainingsauftakt unter Vertrag genommen. Torhüter Alexander Jäger (FC Brötzingen) wechselt zum VfR, ebenso wie Markus Hawk, Lukas Göttmann, Florian Huck und Anthony Meckel (alle LSC Ludwigshafen), Serdar Bakis und Ihsan Erdogan (SV Waldhof), Gianluca Mantel (Astoria Walldorf), Marius Diebold (Hoffenheim), Murat Efe (FC Türkspor Mannheim), Bogdan Cristescu (Friedrichstal) und Milot Berisha (Hauenstein).
Foto: Ein Großteil der neuen Akteure des VfR Mannheim beim feierlichen Einlauf mit der Meisterschale.

Große Namen sind nicht darunter, im Gegensatz dazu viele Talente. Das ist einerseits dem geringeren Budget geschuldet, aber auch eine bewusste Entscheidung. „Unsere Anforderung an die Spieler ist, dass sie sportliche Qualität besitzen, charakterlich in Ordnung sind und finanziell in unseren Rahmen passen“, erklärte Klein bei der Präsentation des neuen Kaders. Bei früheren Stationen habe er viel Spaß daran gehabt, ein neues Team zu formen, weshalb er der Aufgabe beim VfR optimistisch entgegensehe, fügte der Coach des VfR an.
Klein verwies darauf, dass er in den ersten Monaten seiner Amtszeit eine Mannschaft trainierte, die er nicht selbst zusammengestellt hatte. Entsprechend konnte er seine Idee vom Spiel noch nicht so umsetzen wie geplant. „Wir werden in den kommenden Wochen hart daran arbeiten, um uns gute Grundlagen für eine erfolgreiche Saison zu schaffen“, sagte der Trainer. Auf genaue Platzierungen wollte er sich und seine Mannschaft nicht festlegen, schließlich handele es sich um ein Um- und Aufbaujahr, das Rückschläge beeinhalte.
Foto: Wo ist sie denn die Eintragung – Deutscher Meister 1949? Daaaaaaaa ist Sie. Das Replik der Meisterschale von 1949. v.l.: Sportvorstand Friedrich Lutterkort, Buergermeister Christian Specht, VfR Praesident Ralf Auer, Egon Scheuermann und Buergermeister Lothar Quast.
„Wir dürfen uns davon nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wenn wir das beherzigen, werden wir auf lange Sicht davon profitieren“, sagte Klein, der mit einem Team in die neue Saison starten wird, die im Schnitt nur etwa 22 Jahre alt ist.
Neben der Ausrichtung auf die kommende Saison in der Oberliga gingen die Blicke der Rasenspieler aktuell auch noch einmal in die Vergangenheit. Weit in die Vergangenheit sogar, denn am 10. Juli jährte sich der Gewinn der Deutschen Meisterschaft zum 65. Mal. Und aus diesem Anlass hatte der Klub eine Aktion gestartet, um eine originalgetreue Replik der Meisterschale von 1949 anfertigen zu lassen.
Mannheims Reinhold Koenig gegen Dortmunds Jens Kurat beim Spiel „Mannheim holt die Schale“ VfR Mannheim – Borussia Dortmund.
„Wir haben die Schale“, lautet der zufriedene Kommentar von Auer, nachdem in den Monaten zuvor viel Werbung gemacht worden war, um Spender zu finden, die etwa 17.000 Euro aufbringen, um die Kosten für die Anfertigung der Schale zu stemmen.
Einen Tag nach dem Jubiläum, am 11. Juli, wurde die Schale an den VfR übergeben, zusätzlich erinnerte ein Spiel der Traditionsmannschaften vom VfR Mannheim und Borussia Dortmund (Endstand 2:4) vor 1.000 Zuschauern an das Finale vor 65 Jahren.In Stuttgart besiegten die Rasenspieler die Borussen mit 3:2 nach Verlängerung. Es war der Höhepunkt der Klubgeschichte, von dem der VfR im Jahr 2014 ein gutes Stück entfernt ist.
Artikel erschien in der PRINT-Ausgabe des SPORTKURIER in der vergangenen Woche.
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