VfR-Coach Kocak im Interview

VfR-Coach Kocak im Interview

VfR-Coach Kocak im Interview

Archiv Oberliga (Fußball) | erstellt am Mi 22.02.2012

Was er in die Hand nimmt gelingt ihm. Zunächst der tolle Aufstieg von der Verbandsliga Nordbaden in die Oberliga Baden-Württemberg und nun steht sein Team kurz vor Beginn der Restrückserie auf dem 1. Tabellenplatz, und das als Neuling.

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Noch 13 Spieltage, dann wird sich zeigen, ob es den Rasenspielern gelungen ist, die Sensation zu schaffen und in die Regionalliga aufgestiegen zu sein. Wir haben uns mit VfR-Coach Kenan Kocak unterhalten.

Sportkurier: Herr Kocak, wie verlief die bisherige Vorbereitung?

Kocak: Die Spiele in der Halle, beim Sparkassencup (2. Platz) und MorgenMasters (4.Platz) waren eine willkommene Abwechslung, aber haben natürlich wenig Aussagekraft. Wir hatten überwiegend Spieler eingesetzt, die in der laufenden Hinserie nicht so oft zum Einsatz kamen und natürlich auch Spieler, die längere Zeit verletzt waren. Mit den Resultaten in der Halle kann man zufrieden sein. Wichtig war, dass sich niemand verletzt hat.

Sportkurier: Sie haben mit Giancarlo Pinna einen Neuzugang. Wie hat sich Pinna bisher präsentiert?

Kenan Kocak: Wenn man es genau nimmt, haben wir sogar zwei Neuzugänge, denn Kevin Sax hatte in der kehl 86.jpg
Hinrunde nur drei Spiele für uns zur Verfügung gestanden, danach war er verletzt. Er macht einen klasse Eindruck, wird uns definitiv verstärken. Giancarlo war ein Wunschsspieler von mir, aber er muss noch taktisch dazu lernen. Da hat er sich in der kurzen Zeit zwar verbessert, aber doch noch einige Defizite. Ansonsten bin ich natürlich von seiner individuellen Klasse überzeugt.

Sportkurier: Sie haben in der Vorbereitung jede Menge Regionalligisten als Testspielgegner ausgewählt. Bisher den SC Freiburg II (3:2), TSG Hoffenheim (1:0), Wormatia Worms (2:1) und Hessen Kassel (2:0) bezwungen. Nur gegen die Frankfurter Eintracht II gab es eine knappe 2:3 Niederlage. Die Mannschaft zeigt sich topfit.

Kenan Kocak: Wir haben ganz bewusst starke Gegner gewählt. Meine Mannschaft muss gefordert werden. Wir haben es bei den Tests mit Gegnern zu tun gehabt, wo nahezu jeder Spieler eine individuelle Klasse besitzt und da galt es gegenzuhalten. Das ist uns hervorragend gelungen. Aber Testspiele sind noch lange keine Indikatoren für eine erfolgreiche Rückserie.

Sportkurier: In den restlichen 13 Spielen tritt ihr Team 8 Mal zu Hause an und nur 5 Mal in der Ferne. Ein Vorteil?

Kenan Kocak: Wir haben aber auswärts durchweg richtig starke Gegner. Neckarelz, Bahlingen, Balinger SC, SSV Reutlingen und Astoria Walldorf. Das wird kein Honigschlecken.

Sportkurier: Am 24.03.in Neckarelz, dann eine Woche später in Mannheim gegen den SSV Ulm. Richtungsweisende, entscheidende Spiele?

Kenan Kocak: Bin ja kein Hellseher, aber sicher ist es so, dass wenn wir beide Spiele gewinnen würden, es für uns sehr gut aussehen könnte. Wir dürfen doch aber zuvor nicht die anderen Spiele vergessen. Jedes ist schwer und wir fokussieren uns Woche für Woche immer nur auf den nächsten Gegner.

Sportkurier: Mit der Einstellung sind Sie ja auch immer gut gefahren.

Kenan Kocak: Richtig. Wir trainieren die Woche über, um am Wochenende beim Spiel über 90 Minuten alles abrufen zu können. Die ganze Konzentration, die gesamte Trainingsarbeit unter der Woche gilt immer wieder diesen 90 Minuten Spiel.

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Sportkurier: Am 07. März um 19:00 Uhr empfängt Ihr Team den FC Nöttingen zum Viertelfinalspiel um den Badischen Krombacher Pokal. Mit einem Sieg wären Sie im Halbfinale und hätten die sehr große Chance ins Finale einzuziehen bzw. sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Da winken dann Beträge im sechsstelligen Bereich.

Kenan Kocak: Ja, die Möglichkeiten sind groß, aber das ist alles noch Zukunftsmusik. Wir wollen zunächst den FC Nöttingen ausschalten. Eine starke Mannschaft, die an einem guten Tage jedes Team bezwingen kann. Und sollte uns der Einzug ins Halbfinale gelingen, dann haben wir ja vielleicht etwas Losglück.

Sportkurier: Wen würden Sie sich denn als Halbfinalgegner wünschen?

Kenan Kocak: Falls wir ins Halbfinale einziehen sollten, wäre von der Brisanz her, der SV Waldhof ein sehr attraktiver Gegner. Es würden wohl sehr viele Zuschauer zu einem solchen Derby kommen. Der SV Sandhausen wird aller Voraussicht nach durch seine Platzierung in der Liga so oder so für den DFB-Pokal qualifiziert sein. Also wäre ein SV Sandhausen erst im Finale erwünscht, denn dann wäre der Endspielteilnehmer auch für den DFB-Pokal qualifiziert. Ein Traumlos wäre der Gewinner aus SV Spielberg/TSV Am. Viernheim. Im Pokal ist alles Möglich, aber die Chancen wären da für uns sicher ganz gut.

Sportkurier: Will der VfR Mannheim in die Regionalliga, glauben Sie persönlich daran?

Kenan Kocak: Es ist eine Sensation, dass wir überhaupt da oben stehen und wir kennen das. Eine Hinserie, ist noch keine Rückserie und abgerechnt wird am Ende. Es sind 3-4 Teams da, die um den Aufstieg spielen können. Wir gehören sicher auch dazu. Aber wir beschäftigen uns in der Mannschaft nicht mit dem Thema, das geht nicht. Wir denken von Spiel zu Spiel und wenn es klappt mit einem Aufstieg, dann ist das sensationell – wenn es nicht klappt, sollte man auch bedenken, wer wir sind, wo wir herkommen und was wir erwarten durften.  

Fotos: VfR Mannheim

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