Kann der VfR Mannheim für die Verbandsliga Nordbaden planen?
Kann der VfR Mannheim für die Verbandsliga Nordbaden planen?
Archiv Oberliga (Fußball) | erstellt am Mi. 23.04.2014
Foto oben: Szene aus dem Hinspiel zwischen dem VfR und den Reutlingern. Auch das gewannen damals die Kicker von der Kreuzeiche (2:3). Hinten jubelnde Reutlinger – vorne ein geknickter VfR-Akteur.
Selten beherrscht ein Gegner die Elf von Christian Klein so wirklich, aber unter dem Strich stimmt die Punkteausbeute bei den Rasenspielern dennoch nicht. Aus den letzten drei Begegnungen hat man nur zwei von möglichen 9 Punkten geholt – das ist eindeutig zu wenig, um sich von den Abstiegsplätzen zu lösen. Vor allem dann, wenn die Mitabstiegskonkurrenten fleißig punkten.
VfR besser, aber ohne Punkte
Am Ostermontag setzte es eine empfindliche 3:1 (0:0) Niederlage beim SSV Reutlingen. Vor 1000 Zuschauern traf Reutlingens Sven Schimmel trotz Mannheimer Überlegenheit in der 63. Minute zur 1:0 Führung. Kurz zuvor hatte Schiedsrichter Pascal Müller aus Löchgau dem Mannheimer Marcel Höhn nach einer angeblichen Schwalbe die gelbrote Karte gezeigt (62.).
Die Klein-Elf zwar in Unterzahl, aber weiterhin mit offensiver Ausrichtung. Der eingewechselte Timucin Sürmen erwies sich als der perfekte Joker, denn kaum auf dem Platz, traf er zum verdienten 1:1 Ausgleich (65.). Es entwickelte sich in der Folge ein offener Schlagabtausch. Mannheims Piero Adragna scheiterte in der 82. Minute nur knapp, als Schaschko mit einer Grätsche klären konnte. Mehr Glück hatten da die Reutlinger. Nach einem schnell vorgetragenen Konter über die rechte Angriffsseite, flankte Eiberger auf Golinski und der ließ Torhüter Levent Cetin keine Abwehrchance (86.) – 2:1 für den SSV!
Mannheimer Ausgleichstreffer aberkannt
Die Mannheimer kurz konsterniert, dann ging es wieder nach vorne. Jubel in der 88. Minute beim VfR-Anhang, aber verfrüht. Nach einer Freistoß-Flanke von Marco Terzic unterlief SSV-Schlussmann Durmaz den Ball und das Leder trudelte ins Tor. Aber Schiedsrichter Müller gab diesen Treffer nicht, ahndete ein Foulspiel an Reutlingens Wiesner. Die Mannheimer in den letzten Spielminuten mit vollem Risiko und weiter auf den Ausgleich drängend, kassierten in der ersten Minute der Nachspielzeit durch Pepic den Treffer zum 3:1 (90.+1) und somit den endgültigen K.O.
Es sieht nicht gut aus für die Mannheimer
Nur noch fünf Spieltage, dann ist die Saison 2013/2014 beendet. Über die tatsächliche Anzahl der Absteiger herrscht noch Unklarheit, aber man muss derzeit nach wie vor von bis zu fünf Absteigern ausgehen. Der SV Spielberg als Sechstletzter, hat drei Punkte mehr auf dem Konto, als der VfR Mannheim. Zudem haben die Karlsbader auch noch ein Spiel mehr auszutragen und könnten so den Vorsprung auf 6 Punkte ausbauen.
Der Abstand zum Kehler FV (12.) beträgt für die Mannheimer vier Punkte. Die haben das vermeintlich leichtere Restprogramm, als die Rasenspieler. Gelingt es dem Klein-Team nicht mehr, den FV Kehl und den SV Spielberg abzufangen, dann ist man definitiv im günstigsten Falle am Ende der Saison Fünftletzter und könnte direkt absteigen. Aktuell zeichnet es sich ab, dass der FC Heidenheim II vom Spielbetrieb aus der Oberliga zurückgezogen wird. Wäre dies der Fall, so könnte der Fünftletzte wohl in der Liga verbleiben.
Aber, noch liegen auch der 1. FC Bruchsal und die Stuttgarter Kickers II mit drei Zählern vor den Mannheimern. In 14 Tagen müssen die VfR-Akteure zu den Stuttgartern reisen und es könnte schon hier ein entscheidendes Spiel im Kampf um den Klassenerhalt geben. Gewinnt der VfR Mannheim am kommenden Samstag nicht gegen das Spitzenteam von der SGV Freiberg – könnte die Partie in Stuttgart durchaus darüber entscheiden, ob die Mannheimer bei einer weiteren Niederlage den Super-Gau erleben und in die Verbandsliga Nordbaden absteigen müssen.
SSV Reutlingen – VfR Mannheim 3:1 (0:0)
Tore: 1:0 Schimmel (63.), 1:1 Sürmen (65.), 2:1 Golinski (86.), 3:1 Pepic (90.+1)
VfR: Cetin – Krettek, Kirschner, Morilla, Malchow – Höhn, Adragna, Schaaf (76. Terzic), Sen (61. Sürmen) – Cambeis (57. Prokop), Kyei.
Schiedsrichter: Pascal Müller (Löchgau).
Besondere Vorkommnisse: Gelbrote Karte gegen Mannheims Marcel Höhn (62.).
Foto: Berno Nix