Der VfR Mannheim trotz 3:1 Erfolg über den FC Heidenheim II noch nicht gerettet
Der VfR Mannheim trotz 3:1 Erfolg über den FC Heidenheim II noch nicht gerettet
Archiv Oberliga (Fußball) | erstellt am So. 18.05.2014
So könnte man die Tabellensituation nach dem 3:1 (2:1) Sieg über den 1. FC Heidenheim II für den Oberligisten VfR Mannheim, einen Spieltag vor Saisonende beschreiben. Der aktuell 14. Tabellenplatz könnte nach dem letzten Spieltag ausreichen, wenn denn der Bahlinger SC die Mannheimer nicht noch überrundet.
Oberachern, Spielberg und Bruchsal bleiben definitiv hinter Mannheim
Der SV Oberachern, SV Spielberg und 1. FC Bruchsal werden am Saisonende definitiv hinter den Rasenspielern stehen – und dies wohl ungeachtet des Spielausganges der Mannheimer beim TSV Grunbach (2.). Der 1. FC Heidenheim II (11.) wird mit hoher Wahrscheinlichkeit seine Oberligamannschaft vom Spielbetrieb in der OLBW abmelden und wäre somit ebenfalls Absteiger. Bisher haben die Verantwortlichen in Heidenheim dies zwar noch nicht offiziell bestätigt, aber viele Anzeichen deuten definitiv darauf hin.
Gelingt dem Zweiten über die Aufstiegsspiele der Sprung in die Regionalliga (Walldorf oder Nöttingen), so verringert sich die Zahl der OL-Absteiger. Unklar ist auch noch, ob der Tabellenzweite TSV Grunbach nächste Saison in der Oberliga antreten wird. Auf die Lizenz für die Regionalliga hat man schon freiwillig verzichtet, da die Infrastruktur bei den Grunbachern eine Regionalligazugehörigkeit unmöglich macht.
So äußerte sich zumindest Grunbachs Sportchef Torsten Heinemann. Nun erwägt man sogar eine Kooperation mit dem Verbandsligisten 1.CfR Pforzheim, die im benachbarten Stadion Brötzinger Tal ein frisch saniertes Stadion vorweisen können. Für weiteren Oberligafußball, auch in der kommenden Saison, sprechen jedoch die Vertragsverlängerungen mit den Leistungsträgern: Kapitän Sebastian Rutz, Dirk Prediger, Manuel Salz und Dominik Salz.
Verliert der VfR in Grunbach und gewinnt der Bahlinger SC gegen Freiberg ist weiter „Zittern“ angesagt
Es gibt also noch einige unbekannte X, auf die sich der VfR Mannheim (14.) vor dem letzten Spieltag nicht „blind“ verlassen kann. Verliert die Elf von Christian Klein am kommenden Wochenende beim TSV Grunbach und gewinnt gleichzeitig der Bahlinger SC (15.) gegen die SGV Freiberg (4.), wäre dann als Viertletzter sicher noch das große „Zittern“ angesagt. Holen die Mannheimer drei Punkte bei den Mittelbadenern, dann dürfte der Klassenerhalt gesichert sein.
Gegen den 1. FC Heidenheim II wurden am gestrigen Samstag auf jeden Fall ganz wichtige Punkte eingefahren. Die Elf von Trainer Christian Klein kam gegen die Württemberger richtig gut in diese Partie hinein. Sven Beier (7.) und Göksel Durmus, als erneut Beier (17.) hatten die ersten Chancen, für eine druckvoll aufspielende VfR-Elf. „Ja, wir kamen gut ins Spiel und haben den Gegner mit unserem variablen, als auch druckvollen Spiel zu Fehlern gezwungen“, sah auch Klein seine Mannschaft forsch aufspielen.
Der VfR im Vorwärtsgang und einem Doppelschlag durch Göksel Durmus
Und die Mannheimer gaben weiterhin „Vollgas“. Zunächst scheiterte Daniel Gulde mit einem Distanzschuss (19.), danach zielte Durmus nach einer Direktabnahme nur knapp am Tor von Keeper Philipp Pless vorbei (23.). „Da lag ein Treffer für uns in der Luft“, sah es auch Klein genau so wie etliche Zuschauer im Stadion. Und der fiel. Durch wen schon? Es war erneut Winterneuzugang Göksel Durmus, der seine Torjägerqualitäten unter Beweis stellte und das Leder in der 27. Minute mit einem Schuss ins lange Toreck einnetzte.
VfR-Coach Christian Klein bei der Arbeit. Der Nachfolger von „Stepse“ Groß hat 5 Siege, 6 Remis und 4 Niederlagen als verantwortlicher Coach in der Statistik stehen. Das wäre ein guter Mittelfeldplatz in der Liga. Aber die Mannheimer müssen aufgrund eines miserablen Saisonstarts noch immer um den Klassenverbleib zittern.

Heidenheim nach dem Rückstand konsterniert und mit einem Abspielfehler auf Daniel Herm, der den Ball auf Göksel Durmus auflegte – der Stürmer traf mit einem „trockenen“ Schuss zur 2:0 Führung (30.). Das war doch ein Auftakt nach Maß im Mannheimer Rhein-Neckar Stadion. Aber die Antwort der Heidenheimer sollte nicht lange auf sich warten lassen. Andreas Maier nahm sich nur wenige Minuten nach dem 2:0 Rückstand ein Herz und drosch die Kugel aus 22 Metern unhaltbar für VfR-Torsteher Levent Cetin zum 2:1 (33.) in die Maschen.
In der 2. Halbzeit wackelte die Partie / Mannheim auch im Glück
Im zweiten Abschnitt hätte es beinahe sofort nach Wiederanpfiff den dritten Mannheimer Treffer zu bejubeln gegeben, aber Göksel Durmus verpasste eine starke Hereingabe von Sven Beier knapp (47.). Aber auch die Heidenheimer mit gefährlichen Vorstößen und mit zwei Chancen zum Ausgleichstreffer. Zunächst verpasste Felix Hörger nach einem Eckball nur ganz knapp (66.), dann scheiterte Anthony Jarvis Coppola an Torhüter Levent Cetin (71.). Puh, das war knapp.
Heidenheim jetzt mit noch mehr Zug und offensiver Spielgestaltung. Das schaffte Räume für die Rasenspieler – und so war es erneut Durmus, der eine Vorentscheidung hätte herbeiführen können. Adragna’s Hereingabe wurde jedoch zu überhastet abgeschlossen (74.) und nur vier Minuten später zielte Durmus freistehend vor dem Heidenheimer Gehäuse, am Tor vorbei (78.).
Foto: Links Hans Kyei, der Schütze des 3:1 – rechts daneben Torjäger Göksel Durmus, der zweifach traf.

Zittern war angesagt. Sollten die Heidenheimer noch den Ausgleichstreffer erzielen und den VfR somit in das „Tal der Tränen“ schicken? Beinahe wäre dies Heidenheims Coppola gelungen, denn sein Schuss klatschte in der 86. Minute an den Innenpfosten des Mannheimer Tores. „Natürlich haben wir hier das Glück auf unserer Seite gehabt. Zuvor müssen wir jedoch dieses Spiel schon für uns entscheiden“, musste auch VfR-Coach Christian Klein bei dieser Aktion ganz tief durschnaufen.
Hans Kyei trifft kurz vor Spielende zum entscheidenden 3:1 Sieg
Für klare Verhältnisse sorgte dann der in der 61. Minute eingewechselte Hans Kyei. Marcel Höhn hatte den Stürmer mit einem langen Ball auf die Reise geschickt und Kyei ließ Schlussmann Pless keine Abwehrchance. Nun gilt es für die Mannheimer am letzten Spieltag. Die Chancen auf ein weiteres Jahr Ligazugehörigkeit zur OLBW sind nicht ganz so schlecht.
VfR Mannheim – U 23 1. FC Heidenheim 3:1 (2:1)
VfR Mannheim: Levent Cetin, Marcel Gruber (61. Hans Kyei), Norbert Kirschner, Oliver Malchow, Marvin Pelzl, Peter Prokop, Piero Adragna, Marcel Höhn, Sven Beier (66. Eric Schaaf), Göksel Durmus, Daniel Gulde (76. Manuel Morilla)
FC Heidenheim II: Philipp Pless, Jochen Bas, Elias Weichler, Anthony Jarvis Coppola, Philipp Buser, Marvin Gnaase (83. Tino Reichelt), Florian Horsch, Andreas Maier, Felix Hörger, Dennis Werner, Timo Zimmer (64. Burak Coban)
Tore: 1:0 Göksel Durmus (27.), 2:0 Göksel Durmus (30.), 2:1 Andreas Maier (33.), 3:1 Hans Kyei (88.)
Schiedsrichter: Marcel Beck (Künzelsau)
Zuschauer: 350
Fotos: Copyright Berno Nix
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