Der SSV Ulm holt glückliches 1:1 beim VfR Mannheim

Der SSV Ulm holt glückliches 1:1 beim VfR Mannheim

Der SSV Ulm holt glückliches 1:1 beim VfR Mannheim

Archiv Oberliga (Fußball) | erstellt am So 01.04.2012

VfR-Coach Kenan Kocak mit personeller und taktischer Umstellung

… Wegmann im rechten Mittelfeld. Christian Mühlbauer wich auf die linke Mittelfeldseite aus, seine Innenverteidigerpostion nahm Kristijan Vidakovic ein.

Keven Bayram auf der gewohnten linken Defensive und Norbert Kirschner in der Innenverteidigung. Im neckarelz 67.jpg
Angriff Bartosz Franke neben Giuseppe Burgio und im zentralen Mittelfeld Mohammed Cherief, dahinter auf der 6er Position Erhan Kocak. Eine recht defensiv ausgerichtete Aufstellung – mit insgesamt sechs Defensivspezialisten.

Nach 2 Minuten trifft Ulms Agro zur 0:1 Führung / 1.200 Zuschauer im Rhein-Neckar Stadion

Vor einer für die Verhältnisse des VfR Mannheim großartigen Zuschauerkulisse von 1.200 Besuchern erwischte der SSV Ulm einen Traumstart. Bereits in der 2. Minute gingen die Gäste durch einen Kopfballtreffer von Yannick Agro mit 0:1 in Führung. Zuvor hatte Kirschner einen Zweikampf verloren und der  daraus resultierende Einwurf von der rechten Angriffsseite wurde auf Agro verlängert, der nur noch einnicken brauchte.

Wieder zeigte sich die Schwachstelle von VfR- Torhüter Kenneth Kronholm – das Herauslaufen. So stark er auf der Linie ist und auch seine Reaktionsschnelligkeit beeindruckt, so schwach ist er bei Bällen, denen er eigentlich entgegenkommen müsste. Nicht der erste Gegentreffer dieser Art, den der „Deutsch-Amerikaner“ in dieser Saison kassieren musste.

Der VfR Mannheim unbeeindruckt von dem frühen Rückstand. Mit sehr viel Präsenz, hohem Laufvermögen und gutem Pressing versuchten die Mannheimer eine Antwort auf diesen Rückstand zu zeigen. Giuseppe Burgio kam in der 2. Minute in Schussposition und „bretterte“ die Kugel aus 18 Metern ins lange Eck, aber Ulms Torhüter Holger Betz wehrte diesen platzierten Schuss in überragender Manier ab.

Das war ein Auftakt nach Maß – da war Pfeffer drin im Spitzenspiel.

Torjäger Giuseppe Burgio trifft in der 5. Minute zum 1:1 Ausgleich

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In der 5. Minute wurde Torjäger Giuseppe Burgio nach einer Ecke von der linken Angriffsseite mustergültig angespielt und netzte eiskalt aus ca. 8 Metern zum 1:1 Ausgleich ein. Die Zuschauer bei diesem Auftakt zweier Spitzenmannschaften einfach nur begeistert.

In der 14. Minute war es wieder Burgio, der gleich drei Abwehrspieler der Ulmer wie Schachfiguren stehen ließ und dann aus 14 Metern abzog, sein Schuss „zischte“ nur knapp am Torpfosten vorbei. Überragend dieser Giuseppe Burgio – kaum vom Ball zu trennen, zweikampf- und dribbelstark, stets torgefährlich. Ein für Oberligaverhältnisse – absoluter Ausnahmespieler.

Weiter ging es Richtung Ulmer Tor. Richard Wegmann setzte sich in der 15. Minute sehr schön über die rechte Seite durch, seine Flanke nahm Bartosz Franke direkt an und sein Schuss aus der Hüfte heraus, konnte Torhüter Betz gerade noch entschärfen.

Aber auch auf der Gegenseite blitzte immer wieder die Gefährlichkeit der Ulmer auf. So war es der in der 1. Halbzeit sehr agile Garcia Rodriguez, der in der 20. Minute eine brandgefährliche Flanke in den Strafraum schlug – Freund und Feind verpassten. Auch Kronholm kam in dieser Situation wieder zu spät aus seinem Tor.

Überragendes Oberliganiveau

Das Spiel stand auf sehr hohem Niveau – wog hin und her. In der 25. Minute Freistoß von Rodriguez aus 25 Metern, Kronholm hält. Auf der Gegenseite war es in der 31. Minute wieder Burgio, der aus der halblinken Position und 14 Metern Distanz nur ganz knapp am Tor der Ulmer vorbeischoss.
Nach einer Ecke von Rodriguez köpfte Torjäger Florian Treske in die Arme von Kronholm.

Halbzeitfazit: Eine überragende Oberligabegegnung, mit viel Dynamik, packenden Zweikämpfen und starker Präsenz auf beiden Seiten. Insgesamt gesehen, hatte der VfR Mannheim ein leichtes Übergewicht zu verzeichnen.

Die 2. Halbzeit gleich wieder packend. Nach einer schönen Einzelaktion von Giuseppe Burgio, der gleich zwei Ulmer auf engstem Raum ausspielte (47.), verzog dieser aus 16 Metern nur knapp. Nach langem Pass von Keven Bayram in den Strafraum, kam Christian Mühlbauer (58.) nur einen Schritt zu spät.

Giuseppe Burgio verschießt in der 63. Minute einen Strafstoß

Der VfR Mannheim am Drücker, da war ein ganz anderes Team auf dem Platz, als in den letzten Wochen. Dann die 63. Minute und der sehr gut leitende Schiedsrichter Marcel Beck aus Schöntal zeigte auf den Elfmeterpunkt. Giuseppe Burgio war im Strafraum gelegt worden und trat selbst zum Elfmeter an.

Waren es die ca. 25 Ulmer Fans die hinter dem Tor am Zaun hingen und diesen bei der Ausführung des Strafstosses fast abrissen, dadurch Burgio beeinträchtigten, oder die gute Reaktion von Torhüter Holger Betz? Auf alle Fälle entschärfte der Ulmer Schlussmann den Elfmeter des VfR-Torjägers.
Schade, hier hätte das Ordnerpersonal gegen die „Chaoten“ eingreifen müssen. Solche Zustände bei der Ausführung eines Elfmeters dürfen einfach nicht sein.

Beide Teams verstecken sich nicht

In der Folge ein Spiel zweier Mannschaften, die auch durchaus beide in der Schlussphase den Erfolg illertissen 15.jpg
suchten. Die größte und letzte Chance des Spiels hatte dann der eingewechselte Bashiru Gambo, der eine Vorlage von Stefan Berger per Direktabnahme (81.)aus 16 Metern auf das Gehäuse der Ulmer „drosch“ – aber Torhüter Betz reagierte blitzschnell, konnte den gefährlichen Schuss abwehren.
 
Fazit: Eine Oberligabegegnung der Spitzenklasse, mit einem überragenden VfR Mannheim. Am Ende hätten die Rasenspieler gegen starke Ulmer einen Sieg verdient gehabt, aber es fehlte das Quäntchen Glück. Im Meisterschaftskampf ist nach wie vor alles offen. Der VfR Mannheim führt die Tabelle mit drei Punkten vor den Ulmern an, die jedoch noch zwei Spiele mehr absolvieren können, als der VfR Mannheim. Die TSG Balingen ist nach ihrem erneuten Sieg gegen Villingen ebenfalls im Titelrennen „dick“ dabei. Die SpVgg. Neckarelz und der FC Nöttingen können ins Meiterschaftsgeschehen nur noch eingreifen, wenn die Führenden schwächeln und gegenüber den Verfolgern Punkte liegen lassen.

VfR-Trainer Kenan Kocak (Foto rechts):

„Wir waren über die 90 Minuten die bessere Mannschaft. Wir haben gezeigt, warum wir in der Tabelle da oben stehen – ein Riesen-Kompliment an meine Mannschaft. Gegen starke Ulmer haben wir es versäumt uns für unser engagiertes Spiel zu belohnen, schade. Giuseppe Burgio macht wegen des verschossenen Elfmeters niemand einen Vorwurf, er hat heute überragend gespielt. Die Leistung von heute muss unsere Messlatte für die restlichen Begegnungen sein. Wir müssen das Woche für Woche abrufen – dann sind wir auf einem guten Wege. Die Meisterschaft ist nach wie vor sehr spannend und es ist noch lange nichts entschieden.“

Bewertungsnoten: 1= Überragend 2= Gut 3= Durchschnitt 4= Ausreichend 5= Schwach 6= Ungenügend

VfR Mannheim: Kenneth Kronholm (3), Keven Bayram (3) (77. Deniz Yilmaz (3)), Matthias Hermann (2), Norbert Kirschner (2), Christian Mühlbauer (3)(58. Stefan Berger (4), Kristijan Vidakovic (2), Richard Wegmann (2), Mohamed Cherief (1), Erhan Kocak (2) (68. Bashiru Gambo (4)), Giuseppe Burgio (1), Bartosz Franke (4)

SSV Ulm 1846: Holger Betz (1), Sebastian Griesbeck (2), Fabio Kaufmann (3) (88. Ronald Ried), Johannes Ludmann (3), Johannes Reichert (2), Daniel Reith (3), Zachary Olow (3), Ruben Rodriguez Garcia (1)(81. Simon Frank), Elyes Seddiki (3), Florian Treske (3) (77. David Braig), Yannick Agro (2)

Torfolge: 0:1 Yannick Agro (2.) 1:1 Giuseppe Burgio (5.)

Schiedsrichter: Marcel Beck (1)(Schöntal)  
Zuschauer: 1200

Besondere Vorkommnisse: (63.) Betz (Ulm) hält Foulelfmeter von Burgio (VfR)

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