Türkspor-Coach Feytullah Genc. Bild: Berno Nix
Sportkurier-Serie (28) – Der FC Türkspor Mannheim wird als einer der Titelkandidaten gehandelt
Archiv Kreisliga (Fußball) | erstellt am Fr. 14.08.2015
Aber da ist auch noch ein anderer Verein, der von vielen Experten hoch gehandelt wird: FC Türkspor Mannheim. Also die Mannschaft, die in der Rückserie der letzten Saison mitunter famose Leistungen auf das Rasenrechteck gebracht hat.
Feytullah Genc, der Trainer von Türkspor Mannheim, freut sich über die Vorschusslorbeeren, doch den Ball hält er ganz bewusst flach. Er sagt: „Uns ehren solche Aussagen natürlich, aber unser Ziel ist ein anders: Wir möchten am Ende möglichst auf einem einstelligen Tabellenplatz landen.“

Vergangene Spielzeit hatten die Türkspor-Akteure in der Rückserie oft Grund zum jubeln. Mit einer Siegesserie überraschten die Türken die Konkurrenz. Bild: Berno Nix.
Understatement? Eher nicht.
Denn Genc hat derzeit das gleiche Problem wie in den letzten Jahren: Die Vorbereitung läuft nicht optimal, was man nicht mal an den Ergebnissen festmachen kann, allerdings an der überschaubaren Trainingsbeteiligung: „Wir haben einen Kader von 22 Spielern, von dem uns eigentlich permanent sieben bis acht Stammspieler fehlen.“ Was am Urlaub liegt. Genc: „Geht ein deutscher Spieler von einem anderen Verein in den Urlaub, fehlt er in der Regel zwei Wochen. Unsere Spieler sind hingegen stets vier bis fünf Wochen unterwegs.“
Folglich hat Genc ein klares Ziel vor Augen: Bis zum siebten oder achten Spieltag muss man sich irgendwie durchschlagen und so viele Punkte wie möglich holen. In der letzten Saison hat das nicht geklappt. „Unsere Hinrunde war wirklich schlecht, dafür lief es dann in der Rückrunde sehr gut.“
Oder anders: Hätte Türkspor das alljährlich wiederkehrende Urlaubsproblem nicht, müsste sich die Konkurrenz wohl warm anziehen. Denn dann wäre die Ausgangsposition zur Winterpause eine ganz andere. In der Vorsaison stürmte Türkspor immerhin noch auf den sechsten Tabellenplatz.

Murat Efe (links im Bild) ist wieder zum FC Türkspor zurückgekehrt. Er konnte sich höherklassig nicht wirklich duchsetzen. Für die Kreisliga ist Efe ein Top-Spieler. Bild: Nix
Genc: „Seit ich hier arbeite, haben wir das erste Mal eine eingespielte Mannschaft.“
Ein weiteres Problem, mit dem sich Genc, der einst auch mal beim LSV Ladenburg als Co-Trainer fungierte, mittlerweile angefreundet hat, ist die Tatsache, dass sich das Wechsel-Karussell im Sommer stets kräftig drehte: Meist waren es fünf, sechs Stammspieler, die eine neue Herausforderung suchten – und die galt es dann erstmal zu ersetzen.
Diesmal ist das aber anders. „Ja, das ist erfreulich“, erklärt Genc, „wir haben zwar erneut fünf, sechs Abgänge, allerdings waren das fast ausschließlich Ergänzungsspieler.“ Zudem haben sechs neue Kicker angeheuert, die das Zeug dazu haben, sich in die erste Mannschaft zu spielen. „Es ist wirklich das erste Mal, seit ich hier seit 2011 Trainer bin, dass wir eine eingespielte Mannschaft haben.“ Und die weiß, was der Trainer will.
Genc bevorzugt flexible Spieler
Spieler, die sich auch mal auf veränderte Situationen einstellen können. Und das möglichst schnell: „Ich wechsle mitunter mitten im Spiel das System und damit müssen meine Spieler zu Recht kommen.“ Wichtig ist ihm in diesem Zusammenhang auch, dass sich Türkspor unter seiner Regie nie nach dem Gegner richtet. Man zieht sein eigenes Ding durch. In welcher Formation man dann genau aufläuft, hängt auch immer davon ab, welche Spieler gerade zur Verfügung stehen.
Bezüglich der Topfavoriten hält es Genc übrigens wie seine Kollegen: Vor allem Rheinau, Wallstadt und Plankstadt hat er auf der Rechnung. „Außerdem gibt es dann ja auch immer noch eine Überraschungsmannschaft, aber diese drei Mannschaften haben sich wirklich schon sehr gut verstärkt.“
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