Bundesligist Hoffenheim empfängt Aufsteiger Eintracht Frankfurt
Bundesligist Hoffenheim empfängt Aufsteiger Eintracht Frankfurt
Archiv 1. Bundesliga (Fußball) | erstellt am Do. 30.08.2012
Der Grund ist einfach. Mit einem überraschenden 2:1 Auftaktsieg gegen Europa-League-Anwärter Bayer 04 Leverkusen startete der Aufsteiger mit einem Dreier in die Saison und kann, im Gegensatz zu 1899 Hoffenheim, die Partie mit weitaus weniger Druck angehen.
Frankfurt von der Statistik her ein Lieblingsgegner
Die Hoffenheimer warten sehnlichst auf den ersten Pflichtspielsieg der Saison. Nach der Pokalpleite in der Bundeshauptstadt und der 1:2 Niederlage in Mönchengladbach soll dieser nun zu Hause gegen Frankfurt eingefahren werden. Ein Blick auf die Statistik macht deutlich, die Hessen sind den Kraichgauer ein willkommener Gegner. Vier Mal hieß der Sieger TSG, zwei Mal trennte man sich unentschieden. 
Foto: Szene aus der Saison 2010/2011 zwischen TSG Hoffenheim und Eintracht Frankfurt / Vorsah im Kopfballduell mit Gekas
Damit es sportlich bei den Kraichgauer in Wunschrichtung oberes Tabellendrittel geht ist Voraussetzung, die seit längerem andauernde Heimschwäche endlich abzulegen. Im Jahr 2012 konnte die TSG erst ein Heimspiel (11. April 4:0 gegen den HSV) für sich entscheiden. Eine erschreckend schwache Bilanz. Oftmals wurden dabei, trotz Überlegenheit und weitaus mehr Spielanteilen in der Schlussphase Punkte leichtfertig verschenkt. Damit soll nun Schluss sein. Chef-Trainer Markus Babbel legte bei der neunwöchigen, harten Saisonvorbereitung viel Wert auf Kondition und Fitness: „Die Konzentration gilt es bis zum Abpfiff hoch zu halten und womöglich in der Schlussphase, je nach Spielstand, noch zuzulegen.“
Mit Choreographie überraschen
Die Fans der Blau-weißen erhoffen sich gegen die Eintracht ein anderes Auftreten als zuletzt und wollen das Team mit einer Überraschungs-Choreographie in der Fankurve vor Spielbeginn überraschen. 16.500 Dauerkarten konnte Hoffenheim vor der Saison absetzen. Für Geschäftsführer Jochen A. Rotthaus ein zufrieden stellendes Ergebnis: „Die Vorfreude auf das erste Heimspiel ist riesengroß und ich rechne mit einem nahezu ausverkauften Stadion.“
Frankfurt defensiv erwartet
Der Aufsteiger aus der Bankenmetropole wird, entgegen dem Auftakt gegen Leverkusen, sehr defensiv erwartet. Für die Babbel-Schützlinge wird es, wie so oft zu Hause, zu einem langen Geduld-Spiel werden bis der gegnerische Abwehrriegel geknackt ist.
Die beiden Trainer Babbel und Armin Veh kennen sich sehr gut aus gemeinsamen Stuttgarter Zeiten. Babbel absolvierte unter Veh vor sechs Jahren sein letztes Spiel als Profi. Eigentlich sollte der gebürtige Münchner danach Nachwuchstrainer beim VfB werden, doch Veh holte ihn zu sich als Co-Trainer und ebnete somit Babbel den Weg zur Trainerkarriere.

Hoffenheim hat das doppelte an Transfergeld in die Hand genommen
Die Unterschiede zwischen 1899 und der Eintracht sind recht groß. Doppelt so viel Euro konnten die Kraichgauer in Neuzugänge investieren und während die Eintracht den Nichtabstieg als Ziel vorgibt und noch auf der Suche nach der eigenen Identität ist, träumen die TSG´ler von Europa.
Ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Verein gibt es für Hoffes brasilianischen Neuzugang Chris. Er bestritt in acht Jahren 125 Bundesligaspiele für die Eintracht und war drei Spielzeiten davon ihr Kapitän. Bei den Gästen steht mit Martin Lanig ein ehemaliger Hoffe-Spieler im Kader, der von 2003-2006 86 Pflichtspiele für die TSG bestritt und mit seinen folgenden Vereinen Fürth, Stuttgart und Köln noch nie gegen den Ex-Club verlor. Um nötige Spielpraxis zu bekommen und sich weiter zu entwickeln, wurde der 19-Jährige Joseph-Claude Gyau an den Zweitligisten FC St. Pauli ausgeliehen.
Babbel: „Wir werden gewinnen.“
Babbel ließ sich trotz der beiden Niederlagen zum Saisonauftakt nicht aus der Ruhe bringen: „Auch wenn es keine leichte Aufgabe wird, wollen wir am Samstag den ersten Heimsieg unter Dach und Fach bringen. Wir brauchen noch etwas Zeit, um uns zu finden und halten nach wie vor am realistischen Ziel Europa-League fest. Wir haben den Spielerkader dazu und deshalb werde ich auch nicht davon abrücken.“ Wer am Samstag um 15:30 Uhr von Beginn an aufläuft, ließ Hoffenheims Sportchef natürlich erneut völlig offen.
Foto 1: BWA / Foto 2 Rhein-Neckar Picture
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