Szene TSG Hoffenheim-FC Bayern 15/16 Bild: Rafael Kowollik.

Szene TSG Hoffenheim-FC Bayern 15/16 Bild: Rafael Kowollik.

„Es liegt nicht immer am Trainer, wenn es sportlich nicht läuft“ ++ Hoffenheims Mark Uth zur aktuellen Situation im Abstiegskampf

Archiv 1. Bundesliga (Fußball) | erstellt am Fr 11.12.2015

Der 24-Jährige Vollblutstürmer kam mit der Empfehlung von 15 Saisontoren in der niederländischen Ehrendivision sowie fünf Treffer in der Europa League in den Kraichgau. Dies konnte er bislang, bei zehn Einsätzen – drei davon in der Startformation – jedoch noch nicht allzu oft unter Beweis stellen. Am vergangenen Spieltag erzielte er in der letzten Spielminute mit dem wichtigen 1:1 Ausgleich in Ingolstadt seinen ersten Bundesligatreffer.

Sportkurier: Mit Ihren bisherigen Bundesliga-Einsätzen können Sie noch nicht zufrieden sein. Woran liegt´s?

Mark Uth: Aufgrund der Tatsache, dass wir in der Offensive nicht allzu erfolgreich waren, wurde sehr oft gewechselt. Dennoch bin ich froh über meine Einwechselung und mein erstes TSG-Tor in Ingolstadt. Ich werde weiter hart an mir arbeiten. Ich weiß, dass ich noch deutlich zulegen muss, um da hin zu kommen, wo ich mich gerne selbst sehen möchte.

Zu Saisonbeginn hieß Ihre Kampfansage: Ich bin gekommen, um zu spielen!“

Uth: Ich gebe in jedem Training weiterhin Vollgas, biete mich an, mache auf mich aufmerksam. Letztendlich entscheidet der Trainer, wer spielt.

Mark Uth kam von der niederländischen Ehrendivision vom SC Heerenveen zur TSG Hoffenheim. Bild: Siegfried Lörz

Wie erklären Sie die außergewöhnliche Ladehemmung in den bisherigen Saisonspielen?

Uth: Wir spielen viel zu wenige Torchancen heraus. Und wenn wir welche haben, dann nutzen wir diese nicht entschlossen genug. Die ganze Problematik ist eine Mischung zwischen beidem. Wir müssen uns das Glück eben noch hart erarbeiten, versuchen über den Kampf zum Spiel zu finden. Uns wird nichts geschenkt und wir müssen alles investieren, um möglichst viele Punkte zu holen.

Auch die Neuzugänge konnten bislang noch nicht die Erwartungen erfüllen, keiner hat sich bisher einen Stammplatz erkämpft.

Uth: Klar hätte das für uns alle besser laufen können. Ich bin mit mir selbst auch nicht zufrieden – alle sind es nicht.

Der Druck auf dem letzten Tabellenplatz wird Woche für Woche größer. Wie geht man damit um?

Uth: Man konnte vor der Saison mit dieser Situation nicht rechnen. Wir müssen sie aber annehmen, da wir sie uns selbst eingebrockt haben. Als Mannschaft müssen wir aus dem Loch wieder heraus kommen. Der neue Trainer wird uns dahingehend helfen.

Über ein Mentalitätsproblem, verwöhnten und lustlosen Profis in einer Wohlfühloase war zu lesen.
 
Uth: Lustlosigkeit ist völliger Schwachsinn. Wir trainieren und arbeiten hart, um aus dieser Situation wieder heraus zu kommen. Die Voraussetzungen und Gegebenheiten sind hier optimal dafür.

Coach Huub Stevens konnte den abstiegsgefährdeten Hoffenheimern noch kein „neues Leben einhauchen“. Null Siege seit seinem Amtsantritt. Bild: Siegfried Lörz.

Der Trainerwechsel zeigte noch keine sonderliche Wirkung. Was unterscheidet die Trainer Gisdol und Stevens?

Uth: Ich weiß nicht, ob ich die Trainer nach kurzer Zeit unterscheiden kann? Beide sind gute Trainer, haben ihre eigene Philosophie. Ich glaube nicht, dass es immer am Trainer liegt, wenn es sportlich enttäuschend läuft. Herr Stevens versucht aber nun alles, um wieder richtig Feuer in die Mannschaft zu bringen. Unter ihm trainieren wir härter und intensiver als zuvor. Er ist als emotionaler Mensch bekannt, versucht uns in jedem Moment zu motivieren und aufzubauen. Im Training geht es ganz schön zur Sache.

Ist in Ingolstadt bei Ihnen durch Ihren Ausgleichtreffer in letzter Minute der Knoten geplatzt?

Uth: Es war für uns sehr wichtig, dass wir auch mal in letzter Minute einen Treffer erzielten. Zuletzt war dies eher umgekehrt der Fall. Ich bin froh, wenn ich der Mannschaft durch solche Tore helfen kann und dadurch das Selbstvertrauen größer wird.

Ist das ganze momentan reine Kopfsache?

Uth: Klar. Mit einem Dreier holst du dir neues Selbstvertrauen und gehst mit breiter Brust ins nächste Spiel. Vor heimischer Kulisse und der Unterstützung der Fans muss uns dies gegen Hannover, das tabellarisch auch nicht viel weiter oben steht, gelingen.

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