1899 reist mit sehr gemischten Gefühlen nach München
1899 reist mit sehr gemischten Gefühlen nach München
Archiv 1. Bundesliga (Fußball) | erstellt am Fr. 05.10.2012
Für die Kraichgauer eine äußerst schwierige Aufgabe, angesichts der bestechenden Form der Münchner Startruppe mit sechs Siegen in sechs Bundesligapartien.
Nach ihrer 1:3 Champions-League Niederlage in Borisow am vergangenen Dienstag kehrten die Bayern mit mächtig Wut im Bauch aus Weißrussland zurück. Der Fokus und die Wiedergutmachung ist jetzt voll auf die Bundesliga gerichtet. Bayerns Vorstands-Boss Karlheinz Rummenigge fordert daher einen klaren Sieg und setzt seine Mannschaft entsprechend unter Druck: „Es ist wichtig, dass wir nach der Champions-League Niederlage sofort Flagge zeigen und gegen Hoffenheim gewinnen“. Die Bayern möchten sich den Besuch am letzten Oktoberfest-Wochenende mit einem Heimsieg auf der Wiesn verschönern.
Foto: Bayern Stürmer Frank Ribéry flankte in den Strafraum. Boris Vukcevic (Nr. 7) und Ex-Hoffenheimer und jetzt Neu-Münchner Tom Starke im Tor kommen zu spät. Foto: BWA

Die Hoffenheimer Niederlagenserie von 1:2, 0:2, 0:4 und 1:7 Toren in der Allianz-Arena gibt sicherlich keinen Anlass euphorisch zu sein. Babbel bei der Abschluss-Pressekonferenz: „Wir müssen gegen die Bayern ähnlich aggressiv und mutig operieren wie gegen Hannover und Stuttgart. Nur mit einer hundertprozentigen Fokussierung und Vorbereitung kann man dort bestehen. Die Spieler müssen mit Freude ins Spiel gehen und den Gedanken haben, den Bayern im eigenen Stadion richtig weh zu tun.“
Foto: Ein Ort, an den 1899 Hoffenheim bislang noch keine all zu Gute Erinnerungen pflegt. Vor sechs Monaten gab es in der Allianz-Arena eine deftige 1:7 Klatsche. Foto: BWA
Marvin Compper, der als einziger Hoffenheimer bei allen acht Duellen gegen die Bayern dabei war, geht ebenfalls optimistisch an die schwierige Aufgabe: „Wir haben nichts zu verlieren. Die Bayern sind haushoher Favorit und jeder erwartet von ihnen ein deutliches Resultat. Wir haben durch die 1:7 Klatsche vor sechs Monaten in München etwas gut zu machen und versuchen es ihnen dieses Mal nicht mehr so leicht zu
machen.“ Zu einem Wiedersehen kommt es beim Duell der Roten gegen die Blauen mit zwei ehemaligen Hoffenheimer. Nach Luiz Gustavo wechselte im Sommer auch Torhüter und Publikumsliebling Tom Starke an die Isar. Beide werden jedoch auf der Ersatzbank Platz nehmen.
Fehlen wird in München Sejad Salihovic, der am vergangenen Wochenende gegen Augsburg zum zweiten Mal in dieser Saison nach einer Einwechslung vom Platz flog. Der Bosnier erhielt eine Sperre von vier Spielen. Bei einer Spielzeit von etwas mehr als 70 Minuten gleich zwei Mal vom Platz gestellt zu werden, ist durchaus rekordverdächtig. Der Unterschied zwischen beiden Teams spiegelt sich auch in der Fairness-Tabelle deutlich wieder. Die Bayern stehen mit nur sieben gelben Karten in sechs Partien auf Platz eins, während Hoffenheim bei zwölf mal gelb, zwei Mal gelb-rot und ein Mal rot auf dem letzten Platz rangiert.
Foto: Packende Torraumszene aus der letzten Partie zwischen Bayern und Hoffenheim vor sechs Monaten. Damals siegten die Bayern souverän mit 7:1. Für Trainer Babbel und sein Team war es eine Lehrstunde. Foto: BWA

Die TSG-Spieler bekamen nach dem torlosen Remis gegen Augsburg von Cheftrainer Markus Babbel zweieinhalb freie Tage verordnet. Die Profis sollten in gewohnter, heimischer Umgebung den schrecklichen Unfall ihres Kameraden Boris Vukcevic verarbeiten. Vukcevic Zustand ist nach wie vor unverändert. Er liegt weiterhin im künstlichen Koma in der Uniklinik Heidelberg. Babbel war mit den Trainingsleistungen seiner Spieler, in der zurückliegenden Woche sehr zufrieden: „Die Jungs haben einen guten Eindruck hinterlassen und versuchen wieder zur Normalität zurück zu kehren. In Gedanken sind wir natürlich aber alle weiterhin bei Boris.“ Teampsychologe Jan Mayer war dabei ständig nah an der Mannschaft dabei.
Manager Andreas Müller fügte hinzu: „Wir haben Zuversicht, dass wir etwas von der Energie, die wir zeigen, an Boris weitergeben. Das ist auch ein Stück weit Hilfe für unsere Spieler. Wir gehen mit der Situation positiv um, auch wenn es ein riesen Ballast ist.“ Rund 3.500 TSG-Fans werden ihre Mannschaft in München lautstark unterstützen.
Bild 1: Rhein-Neckar Picture
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