Felix Lohkemper (links) drängt auf einen Wechsel. Bild: Alfio Marino
Wie das Thema Lohkemper beim SV Waldhof vor dem Spiel gegen Regensburg alles überlagert
3. Liga | erstellt am Fr. 08.05.2026
sport-kurier. Sportlich geht es für den SV Waldhof Mannheim schon seit Wochen um nichts mehr – zumindest was die 3.Liga angeht. Die Blauschwarzen haben mit Abstieg und Aufstieg nichts zu tun und stehen mit 49 Punkten als Tabellenzwölfter jenseits von Gut und Böse. Dennoch ließen die Leistungen in den letzten Wochen stark zu Wünschen übrig, was nicht so bleiben sollte, schließlich hat man noch einen großen Höhepunkt vor sich: Am 23. Mai trifft man im Finale des Badischen Rothaus Pokals um 11.30 Uhr auf den Stadtrivalen VfR Mannheim. Und gegen den Oberligisten muss ein Sieg her, wenn man sich sein Ticket für den DFB Pokal sichern möchte, wo es alleine für die Teilnahme bereits einen Batzen Euros geben würde.
Am Samstag, der Spielbeginn ist dieses Mal erst um 16.30 Uhr, kann man sich wieder ein Stückweit in Form bringen, wenn Jahn Regensburg im Carl-Benz-Stadion antritt. Auch die Ostbayern blicken auf eine turbulente Saison zurück, steckten zwischendurch unten fest, haben sich mittlerweile aber stabilisiert und mit teilweise sehr guten Leistungen dafür gesorgt, dass sie jetzt auf dem 11. Rang punktgleich mit dem SVW rangieren.
Mannheims Chefcoach Luc Holtz hat Respekt vor dem Gegner und betont: „Durch den Trainerwechsel haben sie neue Energie und Struktur bekommen. In den letzten Spielen haben sie sich sehr gut gezeigt und kommen sicherlich hierher, um etwas zu holen. Wir müssen dafür eine neue Spannung aufbauen, wenn wir das letzte Heimspiel gewinnen möchten.“
So viel zum Duell am Samstag, bei dem theoretisch auch Arianit Ferati und Vincent Thill wieder eingreifen könnten – beide haben unter der Woche wieder an Teilen des Trainings teilgenommen. Das große Thema der letzten Tage war aber ein anderes. Nämlich die Suspendierung von Stürmer Felix Lohkemper, der bis dato in dieser Spielzeit 16 Tore für den SVW erzielt hat. Wie der Verein am Mittwoch verlauten ließ, hat man mit der Suspendierung auf den Wechselwunsch Lohkempers reagiert, der trotz eines Vertrages bis 2027 zum SV Sandhausen in die Regionalliga wechseln möchte. Dort würde er auch wieder auf den ehemaligen Mannheimer Sportchef Anthony Loviso treffen. Noch hat der SV Sandhausen keine öffentlichen Aussagen dazu gemacht, dass Lohkemper kommen wird oder kommen soll. Was zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht möglich wäre, weil er nach wie vor beim SV Waldhof unter Vertrag steht. Die Unterschrift des ehemaligen Zweitligaspielers scheint aber nur noch Formsache zu sein.
Überraschend kommt sein Wechselwunsch aber durchaus, schließlich würde es für ihn eine Liga abwärts gehen. Doch das täuscht, denn es ist zu vernehmen, dass Lohkemper ein Haus im Raum Bruchsal bauen soll, was dafür spricht, dass er seinen Beruf Profifußballer in der Nähe ausüben möchte. Lohkemper wurde im Januar 31 Jahre alt. Immer wieder warfen ihn Verletzungen zurück, in dieser Saison spielte er aber komplett durch und war im Sturmzentrum der Mannheimer gesetzt. Sollte er am Ende nach Sandhausen wechseln, wird auch eine Ablösesumme fällig werden.
Dass hinter den Kulissen nicht alles glatt läuft beim SVW, deutete Lohkemper mit Aussagen in den letzten Wochen immer wieder an. Unter anderem auch nach dem Heimspiel gegen den MSV Duisburg, das deutlich mit 1:4 in den Sand gesetzt wurde. Hier war Lohkemper nicht erste Wahl und genau das bemängelte er indirekt, in dem er die Taktik von Holtz kritisierte. Auch die Vereinsführung soll er öffentlich kritisch hinterfragt haben. Als der Coach auf der Spieltagspressekonferenz auf Lohkemper angesprochen wurde, erklärte sich der Luxemburger folgendermaßen: „Felix hat uns schon vor etwa 10 Tagen über seinen Wechselwunsch informiert. Man hat bei ihm da eine gewisse Unzufriedenheit gemerkt, die sich in den kommenden Tagen auch gezeigt hat. Deshalb haben wir beschlossen, dass wir uns für die letzten 3 Spiele noch auf die Spieler konzentrieren, die noch da sind.“ Und weiter: „Keiner ist größer als der Verein. Nicht Felix, nicht ich oder jeder andere Spieler.“
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