Fussball, Herren, 3. Liga, Saison 2025/2026, 1. FC Saarbrücken - SV Waldhof Mannheim. Torjubel zum 1:0, Torschütze: Kai Bruenker (1. FC Saarbrücken). Foto: IMAGO/Fußball-News Saarland
Der nächste Rückschlag – SV Waldhof verliert 0:2 beim 1. FC Saarbrücken
3. Liga | erstellt am Sa. 02.05.2026
sport-kurier. Unter dem Strich war es wie immer, wenn der SV Waldhof Mannheim beim 1. FC Saarbrücken antreten muss, einen Auswärtsdreier gibt es dann nicht. Am Samstagmittag mussten sich die Kurpfälzer im Saarland mit 0:2 (0:1) geschlagen geben. Unter dem Strich war es auch eine verdiente Pleite, allerdings mit einem faden Beigeschmack. Aber dazu später mehr.
Offensiv war es an Harmlosigkeit nicht zu überbieten, was beide Teams in der Anfangsphase boten. Das Geschehen auf dem grünen Geläuf erinnerte mehr an einen Freizeitkick als an ein Spiel unter Wettkampfbedingungen. Doch es waren die Hausherren, die erstmals den Schalter umlegten und ihren sehr gefährlichen und erfahrenen Routinier Kai Brünker freispielten. Er konnte nach einem Pass von Civeja in der 23. Spielminute sträflich frei vor Waldhofs Torsteher Thijmen Nijhuis zum 1:0 treffen und tat das überlegt mit einem Flachschuss.
In der Folge war den Gästen anzumerken, dass sie den Ausgleich wollten. Doch es fehlten die Mittel, nur bis zwanzig Meter vor dem Tor sah es noch halbwegs gut aus. Was natürlich auch damit zusammenhing, dass die Kreativspieler verletzt fehlten. Neben Adama Diakhaby und Arianit Ferati musste kurzfristig auch noch Vincent Thill wegen muskulärer Probleme passen und weitere Spieler, die ein Spiel aus dem Mittelfeld lenken können, haben die Mannheimer nicht.
Saarbrücken ging mit der knappen Führung in die Pause und die war nach 45 Minuten auch nicht unverdient. Der FCS tat zwar nicht viel für das Spiel, ließ aber auch nicht viel zu.
Aus der Kabine kamen beide Mannschaften unverändert – und viele der rund 1800 mitgereisten Mannheimer Anhänger dürften sicher frohen Mutes gewesen sein, dass die eigene Elf sich noch einmal aufbäumt, schließlich kam man zuletzt mehrfach nach Rückständen zurück. In Wiesbaden machte man sogar aus einem 0:3 noch ein 3:3. In Saarbrücken konnte man am Samstag aber lange warten. Es war wohl eine Mischung aus eigener angezogener Handbremse und Saarbrücker Defensivstärke, die jegliche Hoffnungen auf eine Wende verpuffen ließen.
Und dann – man muss es wirklich so deutlich schreiben – sorgte Schiedsrichter Lukas Benen (Nordhorn) für die Entscheidung bei hochsommerlichen Temperaturen. Er pfiff plötzlich in der 53. Spielminute Elfmeter für Saarbrücken. Was war passiert? Nichts. Brünker, der Torschütze zum 1:0, lief in den ausgestreckten Arm von Waldhof-Innenverteidiger Ogbemudia, der mit dem Rücken zu ihm stand. Eine wirklich unfassbare Entscheidung, das Fachmagazin bezeichnet den Elfmeterpfiff als „sehr schmeichelhaft“. Der übertragende Sender MagentaSport als „krasse Fehlentscheidung“.

Widersprechen kann man da nicht. Spielentscheidend war diese Szene, die Pick mit einem trockenen Schuss zum 2:0 ausnutzte, aber nicht.
Für die Blauschwarzen wird es so langsam Zeit, dass sie auch mal wieder eine Begegnung gewinnen, denn ganz zu Ende ist die Saison noch nicht. Am kommenden Wochenende reist Jahn Regensburg nach Mannheim, eine Woche später muss der SVW in Ingolstadt antreten und danach wartet ein ganz wichtiges Spiel: Im Endspiel des Badischen Pokals kommt es zum direkten Duell mit dem Stadtrivalen VfR Mannheim. Ein Gegner, den man unbedingt schlagen muss, um sich sein Ticket für den lukrativen DFB Pokal sichern zu können. Es ist jedoch sonnenklar, dass dies sehr schwer werden würde, wenn man auch noch die letzten beiden Ligaspiele verlieren sollte, denn spätestens dann wäre das Selbstvertrauen komplett im Keller, was nicht hilfreich für das Stadtduell wäre.
Saarbrücken: Menzel – Fahrner, Bormuth, Bichsel, Bretschneider (19.Rizzuto) – Multhaup (74.Elongo-Yombo), Vasiliadis (74.Sonnenberg), Sontheimer, Pick – Civeja (82.Krahn), Brünker (74.Naifi)
Waldhof: Nijhuis – Klünter, Ogbemudia, Hoffmann, Abifade – Bierschenk (60.Iwe), Sietan (83.Rieckmann), Thalhammer, Michel (60.Masca) – Lohkemper (83.Kryeziu), Boyd (70.Muteba)
Tore: 1:0 Brünker (23.), 2:0 Pick (55., Strafstoss).
Schiedsrichter: Benen (Nordhorn).
Zuschauer: 15.600.