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Fair Play? Das war einmal. Die Lage in der 3. Liga
3. Liga | erstellt am Mo. 16.11.2020
Seit Corona muss die Definition für diesen Begriff neu geschrieben werden, denn trotz Pandemie, gut belegten Intensivbetten und hohen Infektionszahlen, betroffen sind auch reichlich Drittligaspieler, wird weiter konsequent das Programm der Corona-Pandemie zum Trotz auch in der 3. Liga durchgezogen.
Im Schnitt etwa ein Spiel pro Spieltag fällt der Pandemie zum Opfer. Mancherorts mussten große Teile des Kaders wie zuletzt beim SV Meppen in Quarantäne, weil das zuständige Gesundheitsamt dies so anordnete. Doch „The Show Must Go On“. Nach rund einem Viertel der Spielzeit, zehn von 38 Spieltagen wurden absolviert, hat nur die Hälfte der 20 Mannschaften alle Spiele ausgetragen.
Die übrigen zehn Vereine sind mit einem oder sogar zwei Partien im Rückstand. Beim Halleschen FC drängt man bereits darauf, jetzt nicht bis Weihnachten nur englische Wochen spielen zu müssen. Dass es sogar noch relativ wenig Hängepartien in der Liga sind, hängt auch daran, dass manche Clubs trotz vereinzelter Corona-Fälle im Team trotzdem am Spieltag antreten.
Wettbewerbsverzerrung? Egal. Sportlich wird es im Mai eine Entscheidung geben, die Aufsteiger werden dann ermittelt sein. Doch neben den vier sportlichen Absteigern könnte es finanziell für weitere Clubs ein böses Ende nehmen. Zwickau musste schon im Frühjahr bei der Saisonunterbrechung der alten Saison externe finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen.
Bei Waldhof oder Lübeck rechnet man am Saisonende mit finanziellen Schäden in Millionenhöhe, weil wochen- oder womöglich sogar monatelang die dringend benötigten Zuschauereinnahmen ausbleiben, um den Etat zu stemmen. Ein Hohn, dass sich Vereine der 1. und 2. Bundesliga da nicht einig sind, wie man etwa eine Milliarde an Fernsehgeldern allein für die erste Liga gerecht verteilt.
Die Lust am Fußball ist auch vielen Fans bei solchen Diskussionen zusätzlich zu den Geisterspielen längst vergangen. Wenigstens müssen die Vereine derzeit keine Geldstrafen aufgrund von Zuschauerfehlverhalten befürchten.
Eine schon im September neu gegründete Task Force „Wirtschaftliche Stabilität 3. Liga“ sollte sich eigentlich um Lösungen für den Drittligafußball bemühen. Seither etwas gehört hat man seit der Gründung dieser Task Force jedoch nicht mehr.
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