Fußball, Finaltag der Amateure 2026: Offizielles Logo vor dem Hintergrund der feiernden Spieler des VfR Mannheim nach dem Sieg im Halbfinale. In Mannheim kommt es zum Stadtduell zwischen dem VfR Mannheim und Waldhof Mannheim . Bild: IMAGO/Herrmann Agenturfotografie
Ein Stadtderby als Pokalfinale – Der SV Waldhof trifft auf den VfR Mannheim
3. Liga | erstellt am Fr. 22.05.2026
sport-kurier. Es ist ein Spiel, dem gefühlt eine ganze Stadt entgegenfiebert. Am Samstag (Anpfiff ist um 11.30 Uhr) treffen der SV Waldhof Mannheim und der VfR Mannheim im Finale des Badischen Fußball-Pokals aufeinander. Von der Papierform her kann es eigentlich nur einen Sieger geben. Nämlich den SVW, der als Drittligist den Oberligisten VfR empfängt. Doch die „Rasenspieler“ dürfen nicht unterschätzt werden. Schließlich war der Oberligist, der an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga teilnehmen wird, auch im Halbfinale Außenseiter und setzte sich dennoch gegen den Regionalligisten SV Sandhausen durch.
Hinzu kommt, dass der SVW vor dem Stadtderby, dessen Champion sich für den DFB Pokal qualifizieren wird, nicht zur Ruhe kommt. Die Drittligasaison verlief dieses Mal zwar eher entspannt, weil man mit dem Abstiegskampf nie etwas zu tun hatte, aber hinter den Kulissen rumort es gewaltig. So heißt es, dass der Abschied von Chefcoach Luc Holtz, der erst zum 3. Spieltag der vergangenen Saison in Mannheim anheuerte, bereits fix sein. Er wird mit dem FC Metz und Racing Straßburg in Verbindung gebracht. Dies sind zwei Vereine, die momentan in der ersten französischen Liga spielen.

Doch das ist noch Zukunftsmusik, denn am Donnerstag saß Holtz bei der Pressekonferenz zum Pokalfinale auf dem Podium. Ebenfalls dabei war Marcel Abele, der mit seinem VfR Mannheim als Gegner bereit steht. Bis Donnerstagmittag waren rund 14.000 Tickets vergriffen, davon gingen an die 1.000 an den VfR Mannheim für den Gästebereich.
Abele hatte das erste Wort: „Die Vorfreude ist bei uns sehr groß, weil wir uns das mit einer Topsaison auch erarbeitet haben. 14.000 Zuschauer sind für uns nicht alltäglich, deshalb sind die Jungs auch alle sehr heiß darauf. Es ist ein Topplatz und auch ganz wichtig, dass wir es geschafft haben, dass das Derby hier in Mannheim stattfindet.“ Und weiter: „Wir möchten auch zeigen, dass wir einen guten Fußball spielen können.“ Personell kann Abele aus dem Vollen schöpfen. Auf dem Punkt seien alle da.
Der SV Waldhof muss weiter auf ein paar Langzeitverletzte verzichten. Positiv ist hingegen, dass mit Mittelfeldmann Diego Michel und Verteidiger Lukas Klünter wieder 2 Spieler zur Verfügung stehen. Holtz äußerte sich im Vorfeld des Nachbarschaftsduells folgendermaßen: „Ich denke, dass ein jeder Spieler ein Pokalfinale gerne spielen muss. Denn auch, wenn wir in der Meisterschaft zuletzt etwas einen Spannungsabfall gehabt haben, ist das Pokalfinale etwas Besonderes. Wir wollen alle den Pokal mit nach Hause nehmen. Ich erwarte eine schwierige Partie. Sie haben den Willen uns große Sorgen zu bereiten. Wir müssen alle an unsere Leistungsgrenze, wenn wir das Finale gewinnen möchten.“
Zu seinem offenbar bevorstehenden Abschied wollte er nichts sagen. „Ich habe gestern vieles gehört und gelesen. Viele erfundene Geschichten waren dabei. Meine Personalie ist nicht wichtig, es geht um den Verein, dass er nächstes Jahr am DFB Pokal teilnehmen kann.“ Über sich möchte er erst nach diesem Spiel sprechen.
Alles andere als ein Sieg wäre für den SVW auch eine riesengroße Blamage, die durch diese ganze Unruhe, die im Vorfeld nun herrscht, auch ein Stückweit selbst mit ausgelöst worden wäre. Zwar kann man nichts dafür, dass Informationen über Trainer Luc Holtz an die Öffentlichkeit gelangen, aber der Umgang mit diesen Gerüchten liegt dann eben doch in den Händen der Blauschwarzen. Der VfR wird das alles wohlwollend zur Kenntnis nehmen und sich denken, dass die Chance auf eine Überraschung wirklich real ist.
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