SV Waldhof Mannheim II - VfR Mannheim II, Verbandsliga, vorne Mannheims Lennart Thum gegen Waldhofs Silas Hechler 20.09.2026 / Foto: Berno Nix
Verbandsliga Baden: Eppingen Tabellenführer – Heddesheim ohne Aufstiegspläne, VfR II sorgt für Spannung
Verbandsliga | erstellt am Di. 03.11.2026
sport-kurier. Die Verbandsliga Baden bietet nach zwölf Spieltagen ein abwechslungsreiches Bild. Mit dem VfB Eppingen steht die derzeit konstanteste Mannschaft an der Spitze. Dahinter behaupten sich Fortuna Heddesheim und Aufsteiger VfR Mannheim II, während Bruchsal, Walldorf II und Spielberg das Rennen offenhalten. Im Tabellenkeller haben einzelne Erfolgserlebnisse neue Hoffnung geweckt, die grundlegenden Probleme aber noch nicht beseitigt. Eine Zwischenbilanz zwischen sportlichen Ansprüchen, überraschenden Entwicklungen und unterschiedlichen Perspektiven.
Eppingen: Die beste Balance der Liga
Sechs Siege hintereinander, nur acht Gegentreffer und zuletzt ein 6:1 in Durlach-Aue: Der VfB Eppingen hat sich die Tabellenführung mit einer bemerkenswerten Entwicklung erarbeitet. Die Mannschaft von David Pfeiffer vereint defensive Zuverlässigkeit mit zunehmender offensiver Durchschlagskraft. Beim jüngsten Kantersieg trafen sechs verschiedene Spieler – ein Hinweis darauf, dass die Torgefahr nicht von einem einzelnen Angreifer abhängt.
Zum positiven Gesamtbild passt die Breite des Kaders, die Pfeiffer zuletzt ausdrücklich als Stärke hervorhob. Auch das 2:0 gegen die offensivstarke Walldorfer Reserve unterstrich die Qualität des VfB. Eppingen gewinnt derzeit sowohl die engen Begegnungen als auch jene Partien, in denen sich früh klare Vorteile ergeben. Mit dieser Mischung ist der Spitzenreiter aktuell der überzeugendste Meisterschaftskandidat.
Heddesheim: Sportlich vorne, aber ohne Oberliga-Ambitionen
Dass Fortuna Heddesheim mit einem runderneuerten und verjüngten Kader erneut ganz oben mitspielt, war keineswegs selbstverständlich. Die Mannschaft von Feytullah Genc besitzt viel Tempo und individuelle Qualität. Leon Edobor kommt nach seinem Treffer beim VfR II auf zwölf Saisontore, daneben setzt insbesondere Keshawn Matthew Pownall mit seinen Dribblings Akzente.
Die jüngste 2:3-Niederlage zeigte allerdings auch, weshalb die Fortuna trotz ihrer Möglichkeiten nicht mehr Punkte gesammelt hat. Zwei Führungen, zwei vergebene Strafstöße und drei Gegentreffer nach individuellen Fehlern machten aus einer aussichtsreichen Ausgangslage einen bitteren Rückschlag. An fehlender spielerischer Qualität lag es in diesem Spitzenspiel nicht.
Unabhängig von der Tabellenposition bleibt die Haltung des Vereins eindeutig: Wie schon in der vergangenen Saison strebt Heddesheim keinen Oberliga-Aufstieg an. Sportlicher Ehrgeiz und die langfristige Ausrichtung des Vereins sind deshalb getrennt zu betrachten. Die Fortuna kann im Meisterschaftsrennen eine wichtige Rolle spielen, ohne daraus einen Aufstiegsauftrag abzuleiten.
VfR Mannheim II: Ein Aufsteiger mit mehr als Überraschungspotenzial
Der VfR Mannheim II hat sich längst über die Rolle eines achtbaren Aufsteigers hinausentwickelt. Besonders auf eigenem Platz, wo die Mannschaft weiterhin ungeschlagen ist, besitzt sie die Qualität eines Spitzenteams. Mit Ilias Soultani steht zudem ein bereits zehnmal erfolgreicher Offensivspieler im Kader.
Der Erfolg gegen Heddesheim war nicht nur wegen des spektakulären Siegtreffers bemerkenswert. Nach zwei Rückständen und einem Feldverweis noch zu gewinnen, spricht für Widerstandskraft. Torhüter Tarik Karaman mit zwei gehaltenen Strafstößen und Doppeltorschütze Dennis Lodato prägten diesen Nachmittag.
Die vorausgegangene Niederlage in Weinheim zeigt zwar, dass auch der VfR nicht gegen Ausrutscher gefeit ist. Insgesamt gehört die Mannschaft aber zu den positiven Erscheinungen dieser Saison. Eine dauerhaft vordere Platzierung ist nach den bisherigen Leistungen eine realistische Perspektive.
Bruchsal und Walldorf II bleiben ernsthafte Konkurrenten
Beim 1. FC Bruchsal relativiert sich der Rückstand auf Eppingen durch eine noch ausstehende Begegnung. Der FC hat erst zehn Spiele absolviert und bleibt mit 21 Punkten in Reichweite. Nach den Rückschlägen gegen Waldhof II und den VfR II gelangen zuletzt Siege gegen Zuzenhausen und Weinheim. Damit hat sich der bereits vor Saisonbeginn hoch eingeschätzte Titelanwärter wieder stabilisiert. Die bevorstehenden Begegnungen mit Heddesheim, Spielberg und Eppingen werden zeigen, wie belastbar dieser Aufwärtstrend ist.
Walldorf II steht für eine andere Art von Spannung. Das spektakuläre 7:5 gegen Spielberg offenbarte zugleich die Möglichkeiten und die Risiken der jungen Mannschaft. Offensiv kann die Astoria Spiele mit hoher Dynamik an sich ziehen, defensiv bleibt sie verwundbarer als Eppingen. Auf das 0:2 beim Spitzenreiter folgte zuletzt ein 3:0 gegen Eppelheim. Walldorf ist damit weiterhin ein ernst zu nehmender Verfolger, aber noch keine Mannschaft, die ihre Qualität Woche für Woche gleichermaßen zuverlässig in Ergebnisse umsetzt.
Spielberg: Torreich und weiterhin gefährlich
Wer viele Treffer sehen möchte, ist beim SV Spielberg derzeit richtig. Mit 36 Toren stellt der SVS den erfolgreichsten Angriff der Liga. Allein in den vergangenen vier Begegnungen erzielte die Mannschaft 21 Treffer: sechs gegen Mosbach, fünf in Walldorf, sechs gegen Durlach-Aue und vier bei Waldhof II.
Dass diese Offensivleistung nicht für einen Platz ganz vorne reicht, erklärt unter anderem das 5:7 in Walldorf. Spielberg kann selbst mit fünf eigenen Toren verlieren. Die anschließenden beiden Siege haben die Mannschaft jedoch wieder näher an die Spitzengruppe herangeführt. Der SVS bleibt ein gefährlicher Verfolger, dessen Angriff nahezu jedem Gegner Probleme bereiten kann.
Gommersdorf, Zuzenhausen und Ziegelhausen: Unterschiedliche Bilanzen im Mittelfeld
Gommersdorf hat mit dem 3:0 in Zuzenhausen einen wichtigen Erfolg erzielt und den direkten Konkurrenten überholt. Die insgesamt erst 13 Gegentore sprechen für eine solide Grundlage. Der VfR ist damit defensiv deutlich näher an der Spitze als offensiv.
Zuzenhausen blickt dagegen auf einen wechselhaften Verlauf zurück. Nach nur zwei Punkten aus den ersten vier Spielen gelang eine deutliche Steigerung. Das jüngste 0:3 war deshalb ein empfindlicher Rückschlag. Die Mannschaft hat ihre Konkurrenzfähigkeit nachgewiesen, die schwache Anfangsphase und die jüngsten Punktverluste verhindern bislang aber eine bessere Platzierung.
Für Ziegelhausen-Peterstal fällt die Zwischenbilanz gemessen an den Vorschusslorbeeren eher ernüchternd aus. Nach der starken Rückrunde der vergangenen Saison wurde die Mannschaft weiter vorne erwartet. Platz neun und ein negatives Torverhältnis spiegeln diese Erwartungen bislang nicht wider. Die jüngste Niederlage in Mosbach trotz Halbzeitführung passt zu einer Saison, in der gute Ansätze zu selten dauerhaft bestätigt werden.
Waldhof II: Auswärts erfolgreich, zu Hause ohne Ertrag
Den auffälligsten Gegensatz liefert die Waldhof-Reserve. Alle zwölf Punkte wurden auswärts gewonnen, während sämtliche sechs Heimspiele verloren gingen. Das ist weit mehr als eine statistische Kuriosität: Die Heimschwäche verhindert, dass die vorhandene Qualität zu einer besseren Gesamtbilanz führt.
Der Auswärtssieg in Bruchsal demonstrierte das Potenzial. Das jüngste 2:4 gegen Spielberg nach einer Pausenführung zeigte hingegen erneut die fehlende Stabilität. Waldhof II ist deshalb weder als harmloser Gegner noch als verlässlicher Spitzenkandidat einzuordnen. Vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz sind jedenfalls kein komfortables Polster.
Unten bleibt vieles offen
Mosbach hat mit dem Sieg gegen Ziegelhausen einen wichtigen Schritt gemacht. Allerdings stehen zwölf Punkten bereits 38 Gegentreffer gegenüber. Die Mannschaft gewinnt einzelne bedeutsame Begegnungen, kassiert an schwächeren Tagen jedoch empfindliche Niederlagen.
Kirchheim wirkt mit 16:18 Toren deutlich ausgeglichener, kommt aber ebenfalls nicht richtig voran. Fünf Unentschieden und nur zwei Siege erklären, weshalb die SG trotz vergleichsweise ordentlicher Defensive lediglich drei Punkte vor dem Relegationsrang steht.
Eppelheim schöpfte durch das 4:1 gegen Mosbach Hoffnung, Weinheim durch die Erfolge gegen Waldhof II und den VfR II. Beide haben damit bewiesen, dass der Anschluss nicht verloren ist. Bei Durlach-Aue stehen den beiden Oktober-Siegen dagegen zuletzt drei deutliche Niederlagen mit insgesamt 17 Gegentoren gegenüber. Der Aufsteiger besitzt derzeit sowohl den schwächsten Angriff als auch die anfälligste Abwehr der Liga.
Wichtig für die Einordnung: In dieser Saison steigen zwei Mannschaften direkt ab. Der Drittletzte, also Tabellenplatz 13, bestreitet die Relegation gegen die Vizemeister der drei Landesligen. Aktuell wären Weinheim und Durlach-Aue direkt betroffen, Eppelheim müsste in die Entscheidungsspiele. Zwischen diesen drei Mannschaften liegen allerdings nur zwei Punkte – eine Vorentscheidung ist deshalb noch lange nicht gefallen.
Der November verspricht weitere Bewegung
Eppingen hat momentan die überzeugendste Gesamtbilanz, aber noch keinen entscheidenden Vorsprung. Mit den anstehenden Duellen gegen den VfR II und Bruchsal folgen weitere aussagekräftige Prüfungen. Bruchsal trifft zuvor bereits auf Heddesheim und Spielberg. Die direkten Vergleiche werden das Spitzenfeld neu sortieren – und zeigen, wer seine bisherigen Leistungen über einen längeren Zeitraum bestätigen kann.
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