Strafraumszene beim Derby Fortuna Heddesheim-SV Waldhof Mannheim II. Am Ende siegten die Fortunen durch einen Treffer in der Nachspielzeit. Bild: Alfio Marino

Strafraumszene beim Derby Fortuna Heddesheim-SV Waldhof Mannheim II. Am Ende siegten die Fortunen durch einen Treffer in der Nachspielzeit. Bild: Alfio Marino

Spitzenspiel im Fußballkreis Mannheim: Tabellenführer Fortuna Heddesheim gastiert beim VfR Mannheim II

Verbandsliga | erstellt am Sa. 31.10.2026

sport-kurier. Wenn der VfR Mannheim II am Sonntag, 1. November, um 14 Uhr Fortuna Heddesheim empfängt, treffen zwei Mannschaften aufeinander, die der bisherigen Verbandsligasaison ihren Stempel aufgedrückt haben. Der Aufsteiger aus Mannheim hat sich auf Anhieb in der Spitzengruppe etabliert, die personell stark veränderte Fortuna steht sogar ganz oben. Vor dem zwölften Spieltag trennen die beiden Teams lediglich drei Punkte: Heddesheim führt mit 23 Zählern vor dem punktgleichen VfB Eppingen, der VfR folgt mit 20 Punkten. Ein Mannheimer Heimsieg würde das ohnehin enge Rennen weiter zuspitzen.

Überraschender Spitzenreiter – aber ohne Aufstiegsambitionen

Dass die Heddesheimer nach dem umfassenden Umbruch bereits wieder eine führende Rolle spielen, war keineswegs zu erwarten. Zahlreiche Abgänge, ein neuer Cheftrainer und eine deutlich verjüngte Mannschaft prägten den Sommer. Feytullah Genc übernahm eine anspruchsvolle Aufgabe, Moses Kopotz assesstiert als Co-Trainer. Sie traten das Erbe vom langjährigen Erfolgscoach René Gölz an, der mit den Fortunen drei Mal aufstieg und drei Mal in den Aufstiegsspielen zur Oberliga Baden Württemberg stand, damit die Entwicklung der Heddsheimer Fußballer entscheidend prägte.

Nach der starken Fluktuation im Sommer 2026, musste zunächst wieder ein funktionierendes Team entstehen. Verpflichtungen aus den Nachwuchsbereichen von Sandhausen, Waldhof und SC Ludwigshafen unterstrichen dabei den eingeschlagenen Weg. Aber es bleibt auch nicht zu verkennen, dass mit Spielern wie Malchow, Djengoue, Müller, Schwöbel, Edobor, Marsal erfahrene Leistungsträger blieben und mit André Redekop ein für diese Liga, Ausnahmespieler verpflichtet wurde.

Die bisherige Entwicklung fällt entsprechend positiv aus. Nach zehn Begegnungen stehen 29 erzielte Tore und erst eine Niederlage zu Buche. Das Team von Feytullah Genc und Moses Kopotz hat damit nicht nur regelmäßig gepunktet, sondern auch offensiv Akzente gesetzt, was nach dem Weggang von Toptorjäger Fabian Geckle so nicht unbedingt zu erwarten war. Die Tabellenführung ist eine bemerkenswerte Zwischenbilanz. Sie verändert allerdings nichts an der grundsätzlichen Ausrichtung des Vereins.

Der erste Vorsitzende Manfred Jordan stellt ausdrücklich klar: „Wie schon letzte Saison ist es nicht das Ziel des FVH aufzusteigen. Es werden im Verein große Veränderungen stattfinden und meine Amtszeit als 1. Vorstand ist im März 2027 beendet und aus Alters- und gesundheitlichen Gründen werde ich für keine weitere Amtszeit zur Verfügung stehen. Bis heute kristalisiert sich keine neue Vorstandschaft heraus und auch die Zukunft einen Spielbetrieb in der Verbandsliga durchführen zu können, ist mehr als in Frage gestellt.“

Eine Aussage, die den Unterschied zwischen sportlicher Momentaufnahme und langfristiger Vereinsperspektive deutlich macht. Während die Mannschaft auf dem Platz überzeugt, stehen im Hintergrund grundlegende Fragen zur künftigen Ausrichtung an. Oberligaambitionen gibt es in Heddesheim deshalb überhaupt nicht. Die Fortuna kann das Spitzenspiel ohne den Druck eines vorgegebenen Aufstiegsziels angehen – der sportliche Ehrgeiz, sich auch beim starken Nachbarn zu behaupten, bleibt davon unberührt.

Heddesheim hat den ersten Rückschlag verarbeitet

Auf die bislang einzige Saisonniederlage, das 1:3 gegen Astoria Walldorf II, folgten zwei unterschiedliche Erfolgserlebnisse. Beim 5:1 in Durlach-Aue zeigte Heddesheim seine Durchschlagskraft, beim anschließenden 3:2 gegen Waldhof II entschied ein einzelner Treffer in der Nachspielzeit die Begegnung. Acht Tore und sechs Punkte aus diesen beiden Partien dokumentieren die gelungene Reaktion.

Auch die jüngsten Auswärtsauftritte sprechen für die Fortunen. In Ziegelhausen-Peterstal gewann die Mannschaft mit 4:2, in Mosbach mit 4:1 und zuletzt in Durlach-Aue mit 5:1. Zusammen ergeben diese drei Gastspiele 13 Treffer. Die Partie beim VfR II verspricht allerdings einen anderen Maßstab: Dort wartet ein Gegner, der seine Zugehörigkeit zur Spitzengruppe bereits mehrfach unter Beweis gestellt hat.

Der VfR II ist längst mehr als ein gewöhnlicher Aufsteiger

Als Landesligameister gestartet, hat sich die Mannschaft des Trainerduos Kaan Erdogdu und Serif Gürsoy schnell in der höheren Spielklasse zurechtgefunden. Der VfR verbindet die Entwicklung junger Spieler mit der Qualität erfahrener Akteure. Schon in den vergangenen Wochen wurde der Regionalliga-Unterbau deshalb als Mannschaft eingeordnet, der auch ein weiterer Schritt nach oben zuzutrauen ist. Das ist eine sportliche Einschätzung – eine verbindliche Aufstiegsvorgabe lässt sich daraus nicht ableiten.

Besonders die beiden jüngsten Heimspiele zeigen, dass die Rasenspieler nicht auf torreiche Begegnungen angewiesen sind. Sowohl gegen den 1. FC Bruchsal als auch gegen den VfR Gommersdorf genügte ein 1:0 zum Erfolg. Gegen Gommersdorf erzielte Dennis Lodato unmittelbar nach der Pause den entscheidenden Treffer. Solche knappen Siege gehören ebenso zur bisherigen Mannheimer Bilanz wie die offensiv auffälligeren Auftritte.

Zuletzt bekam die positive Entwicklung allerdings einen Dämpfer. In Weinheim verlor der VfR trotz einer Führung mit 2:3. Ilias Soultani traf zweimal, konnte die Niederlage aber nicht verhindern. Zwischen seinen beiden Toren hatten die Gastgeber die Begegnung gedreht und sich einen 3:1-Vorsprung erarbeitet. Für Mannheim bietet das Heimspiel gegen Heddesheim nun die Gelegenheit, gegen den Tabellenführer unmittelbar wieder ein Erfolgserlebnis zu feiern.

Vier ehemalige Fortunen und ein reizvolles Torjägerduell

Eine besondere Note erhält die Begegnung durch das Wiedersehen mit gleich vier ehemaligen Fortunen: Ilias Soultani, Dennis Lodato, Ayhan Sabah und Jermaine Schranz trugen bereits das Heddesheimer Trikot und stehen nun aufseiten des VfR Mannheim II. Diese personellen Verbindungen verleihen dem ohnehin reizvollen Nachbarschaftsduell zusätzliche Würze.

Gerade Soultani zählt zu den prägenden Spielern der bisherigen Saison. Zehn der 22 Mannheimer Ligatreffer gehen auf sein Konto – damit war er für nahezu jedes zweite VfR-Tor verantwortlich. Bei der Fortuna steht ihm mit Leon Edobor ein ebenfalls äußerst erfolgreicher Angreifer gegenüber. Elf Saisontreffer weist dessen Bilanz aus. Zuletzt erzielte er gegen Waldhof II in der Nachspielzeit (90.+4). Minute das entscheidende 3:2. Das direkte Aufeinandertreffen der beiden Torjäger ist damit ein zusätzlicher Reiz dieses Spitzenspiels, ohne die Begegnung auf zwei Namen reduzieren zu können.

Die Voraussetzungen versprechen ein reizvolles Duell zweier erfolgreicher Mannschaften aus dem Fußballkreis Mannheim. Der VfR II kann den Abstand zur Fortuna vollständig schließen, Heddesheim seinen Vorsprung auf den direkten Konkurrenten auf sechs Punkte ausbauen. Ein richtungsweisendes Spiel für die Spitzengruppe ist es damit allemal – auch wenn der Tabellenführer selbst ausdrücklich keine Oberligapläne verfolgt.

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