VfR Mannheim II - FV Fortuna Heddesheim, Verbandsliga, v.l. Mannheims Jermain Schranz, Heddesheims Nestor Herve Djengoue, Mannheims Leonardo Zikora und Mannheims Torwart Tarik Karaman 01.11.2026 / Foto: Berno Nix
Zwei vergebene Elfmeter: Heddesheim verliert dramatisches Spitzenspiel beim VfR II mit 3:2 in der Nachspielzeit
Verbandsliga | erstellt am So. 01.11.2026
VfR Mannheim II – FV Fortuna Heddesheim 3:2 (0:0)
sport-kurier. Dieses Spitzenspiel hielt, was die Tabellenkonstellation versprochen hatte – und bot ein kaum zu überbietendes Finale. Vor 150 Zuschauern bezwang der VfR Mannheim II den bisherigen Spitzenreiter Fortuna Heddesheim mit 3:2. Die Gäste führten zweimal, vergaben zwei Strafstöße und standen nach einem spektakulären Distanztreffer in der Nachspielzeit dennoch mit leeren Händen da. Der Aufsteiger bewies dagegen enorme Moral: Trotz Unterzahl verwandelten die Mannheimer einen 1:2-Rückstand noch in einen umjubelten Sieg.
Für Heddesheim war es eine schmerzhafte Niederlage, weil vollkommen unnötig. Die Fortunen waren in der 1. Halbzeit die aktivere Mannschaft, ließen jedoch in der Box die Entschlossenheit vermissen.
Torlose erste Hälfte mit hohem Tempo
Schon vor der Pause entwickelte sich eine intensive Begegnung mit hohem Tempo und engagierten Zweikämpfen. Heddesheim setzte die etwas offensiveren Akzente und besaß durch Leon Edobor in der 31. Minute eine gute Möglichkeit zur Führung. Doch auch die Gastgeber kamen einem Treffer nahe: Bei ihrer besten Gelegenheit verhinderte Pasquale Marsal mit einer fantastischen Rettungsaktion auf der Torlinie den Rückstand.
Das 0:0 zur Halbzeit spiegelte deshalb keineswegs eine ereignisarme Partie wider. Beide Mannschaften lieferten sich ein anspruchsvolles Duell, dem zunächst lediglich die Tore fehlten.

Edobors Traumtor eröffnet turbulente zweite Hälfte
Nach dem Seitenwechsel blieb Heddesheim zunächst am Drücker und belohnte sich in der 51. Minute. Edobor traf aus halblinker Position sehenswert in den Torwinkel. Die Freude über das 0:1 hielt allerdings nur kurz: Ein Abspielfehler von Nestor Djengoue eröffnete Dennis Lodato die Gelegenheit zum Ausgleich. Der frühere Heddesheimer ließ sich diese Chance nicht entgehen und stellte nur zwei Minuten später auf 1:1 (53.).
Danach rückte VfR-Torhüter Tarik Karaman in den Mittelpunkt. Heddesheim erhielt einen Strafstoß, doch Andre Redekop scheiterte am Mannheimer Schlussmann Tarik Karaman (62.). Zudem verloren die Gastgeber Leonardo Zikora durch einen Platzverweis und mussten die Begegnung in Unterzahl fortsetzen.
Die Fortuna fand dennoch erneut den Weg ins Tor. Keshawn Metthew Pownall, der herausragende Feldspieler der Partie, setzte sich mit einem starken Dribbling im Strafraum durch und brachte die Gäste in der 66. Minute zum zweiten Mal in Führung.
Karaman hält den VfR im Spiel
Nun bot sich Heddesheim die große Gelegenheit, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Beim zweiten Strafstoß übernahm Leon Edobor die Verantwortung. Doch auch der Torjäger fand seinen Meister in Karaman. Mit seinen beiden Elfmeterparaden hielt der VfR-Schlussmann seine Mannschaft im Rennen und wurde zu einem entscheidenden Faktor dieses Spitzenspiels.
Statt eines beruhigenden Vorsprungs folgte für die Gäste der nächste Rückschlag. Nach einem Fehlpass von Kapitän Oliver Malchow war erneut Dennis Lodato zur Stelle. Sein zweiter Treffer bedeutete in der 79. Minute das 2:2 – und verlieh den dezimierten Mannheimern nochmals Auftrieb.

Nasraouis Sonntagsschuss entscheidet das Spitzenspiel
Der dramatische Höhepunkt folgte in der Nachspielzeit. Ein missglücktes Zuspiel des eingewechselten Thomas Meier brachte den VfR in Ballbesitz. Über einen Diagonalball gelangte das Spielgerät auf die rechte Angriffsseite zu Jassem Nasraoui. Dessen Abschluss aus knapp 30 Metern schlug zum 3:2 (90.+4) ein und bescherte den Gastgebern einen spektakulären Sieg.
Während die Mannheimer jubelten, blieb auf Heddesheimer Seite die Erkenntnis, eine hervorragende Ausgangslage aus der Hand gegeben zu haben. Zwei Führungen, personelle Überlegenheit und zwei Strafstöße reichten nicht zum Punktgewinn. Der VfR wiederum verdiente sich Anerkennung für seine Widerstandskraft, einen überragenden Torhüter und die Konsequenz, mit der er die Fehler der Fortuna ausnutzte.
Durch den Erfolg zog Mannheim II mit nun 23 Punkten mit Heddesheim gleich. Die Tabellenführung übernahm der VfB Eppingen mit 26 Zählern. Zum hohen Niveau der Begegnung passte die starke Leistung von Schiedsrichter Johannes Oeldorf, der das intensive Spitzenspiel sehr souverän leitete.

VfR Mannheim II: Tarik Karaman – Leonardo Zikora, Ayhan Sabah (78. Artem Tesker), Ilias Soultani (90.+4 Fabio Domenico Imbornone), Dennis Lodato, Marvin Kadner (68. Malte Suntrup), Jan Mertes, Carlo Cavalar, Aulon Hoxha (81. Berke Yücel), Jermain Schranz (85. Julian Reinmuth), Jassem Nasraoui.
FV Fortuna Heddesheim: John Simon Dos Santos – Christian Gabriel Moura (60. Achraf Ait Khardi), Kimo Resch (60. Derrick Owusu), Mario Müller, Mikail Erdem Sentürk (84. Percy Felix), Andre Redekop, Nestor Djengoue, Leon Edobor, Oliver Malchow, Keshawn Metthew Pownall (82. Thomas Meier), Pasquale Marsal.
Tore: 0:1 Leon Edobor (51.), 1:1 Dennis Lodato (53.), 1:2 Keshawn Metthew Pownall (66.), 2:2 Dennis Lodato (79.), 3:2 Jassem Nasraoui (90.+4).
Schiedsrichter: Johannes Oeldorf. Assistenten: Philipp Alissa und Matthias Seitz.
Besondere Vorkommnisse: Zwei Strafstöße für Heddesheim (62., 77.); Andre Redekop und Leon Edobor scheiterten jeweils an VfR-Torhüter Tarik Karaman. Platzverweis gegen Leonardo Zikora (VfR Mannheim II, 63., Gelb-Rot).
Zuschauer: 150.