TSV Amicitia Viernheim - TSV Hoepfingen, Verbandsliga, v.re Hoepfingens Dominik Mechler wirft sich in den Schuss von Viernheims Kai Engel. Bild: Berno Nix

TSV Amicitia Viernheim - TSV Hoepfingen, Verbandsliga, v.re Hoepfingens Dominik Mechler wirft sich in den Schuss von Viernheims Kai Engel. Bild: Berno Nix

TSV Amicitia Viernheim vs. TSG 62/09 Weinheim – Derbykracher in der Verbandsliga

TSV/Am.Viernheim | erstellt am Mi. 14.10.2015

Bei den Südhessen steigt am Samstag um 16 Uhr nicht nur ein Duell mit Derbycharakter, sondern auch eines, das sich den Titel Spitzenspiel verdient hat. Denn  beide Teams trennen nur zwei Punkte.

Weinheim hat 18 auf dem Konto, Viernheim 16. Und auch der momentane Spitzenreiter FCA Walldorf II liegt für beide mit 19 Zählern noch voll in Schlagdistanz. Vor dem prestigeträchtigen Duell hat sich der Sportkurier umgehört, sprach mit Norbert Muris, der in Viernheim an der Seitenlinie die Kommandos gibt, und Dirk Jörns, der in Weinheim als Trainer fungiert. Der Respekt ist auf beiden Seiten groß. Jeder weiß um die Stärken des anderen.

Weinheims Coach Dirk Jörns steht mit seiner Mannschaft vor einer hohen Hürde. Bild: AS Sportfotos
      
Jörns sagt: „Viernheim ist eine Mannschaft, die über erfahrene und qualitativ hochwertige Spieler verfügt. Ich erwarte ein intensives Spiel, das sehr zweikampfbetont geführt werden wird.“ In der letzten Saison war für die TSG in Viernheim nichts zu holen. Auch Jörns erinnert sich noch daran. Und es sind nicht die besten Erinnerungen. Der Trainer: „Es war wohl unser schlechtestes Saisonspiel. Wir wurden klar dominiert. Deshalb haben wir dort noch etwas gut zu machen.“

Ängstlich wird die Jörns-Elf aber nicht anreisen. Dafür waren die letzten Wochen auch zu gut. Weinheim hat erst eine Partie in dieser Saison verloren. Was kein Zufall ist. Laut Jörns hat man nämlich einen Schritt nach vorne gemacht: „Wir treten deutlich dominanter auf, haben mehr Ballbesitz und erarbeiten uns viel Chancen. Trotzdem kann man sich natürlich immer noch verbessern.“

Sei’s drum: Spielt man so weiter, ist man am Ende sicher auch ein Kandidat für den Oberliga-Aufstieg. Jörns schmeicheln solche Aussagen, aber er bleibt auf dem Boden, sagt: „Klar, wir wollen uns im ersten Viertel der Tabelle festsetzen, allerdings weiß ich nicht, ob ein Aufstieg in die Oberliga wirklich sinnvoll wäre. Das wäre mit einem deutlichen Mehraufwand verbunden.“

TSG 62/09 Weinheim (rot-schwarz)vs.1.FC Bruchsal (blau) 2015/16 Nr. 9 C. Ilhan TSGW- Nr.- 5 Felix Ehinger FCB. Bild: AS Sportfotos

Klare Worte, die er noch verständlicher macht: „Wir wollen ein Team mit regionalen Spielern entwickeln, an dem die Zuschauer ihren Spaß haben. Ob das auch noch so wäre, wenn wir in der Oberliga zwischen Platz zwölf und fünfzehn umher dümpeln?“

Weiter mit Viernheim, dem Gastgeber. Dort ist man mit dem Saisonstart nicht ganz zufrieden. Warum, erklärt Muris: „Wir haben bislang leider zwei Gesichter gezeigt. Zuhause spielen wir sehr gut und haben bisher alle fünf Spiele gewonnen, auswärts haben wir in vier Spielen dagegen erst einen Punkt geholt.“

Kurzum: Es könnte noch besser laufen. Erklärbar ist die Auswärtsschwäche aber. Es liegt an der unterschiedlichen Platzqualität. Während der Rasen in Viernheim laut Muris derzeit sehr gut ist, ist das auf fremden Plätzen anders. In der Fremde kann der Kombinationsfußball nicht so aufgezogen werden. Muris will das aber nicht als Ausrede gelten lassen: „Es ist doch klar, dass du nicht jedes Mal auf einem englischen Rasen kicken darfst. Und in solchen Fällen erwarte ich von einem Spieler einfach, dass er sein Spiel auch mal umstellt.“

Viernheims Trainer Norbert Muris will mit seiner Elf auch das 6. Heimspiel in Folge gewinnen. Foto: Berno Nix.

Möglich ist das in Viernheim. Schließlich hat man die Typen im Kader, die man auch mal hoch anspielen kann. Allein fünf Spieler bringen ein Gardemaß um die 1,90 m mit. Flanken sind da eigentlich ein probates Mittel.
Am Samstag kann man es wieder spielerisch lösen. Allerdings erwartet Muris ein schweres Spiel:

„Ich habe Weinheim gegen Schwetzingen gesehen, da hätten sie eigentlich gewinnen müssen. Schwetzingen hat eher auf Konter gelauert, aber das werden wir sicher nicht machen.“ Muris geht deshalb von einem Spiel aus, in den beide Temas nach vorne spielen werden und das letztlich der gewinnt, der weniger Fehler macht. „Wenn wir gewinnen, bleiben wir in der Spur und sind weiter oben dabei, wenn nicht, verliert man erst mal etwas den Anschluss.

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