TSG-Coach Rick Hutter hat mit seinem Team in der Liga positiv überrascht. Bild: Berno Nix
Trainer Hutter über das vergleichsweise simple Erfolgsgeheimnis der TSG Lützelsachsen
Landesliga | erstellt am Mi. 04.11.2026
sport-kurier. Als Aufsteiger hat man es in der Regel schwer, sich in einer neuen Liga zu etablieren. Es geht zunächst eigentlich stets darum, möglichst die nötigen Punkte zu holen, um nicht sofort wieder abzusteigen. Auch der Sprung von der Mannheimer Kreisliga in die Landesliga Rhein-Neckar ist kein leichter. Die TSG Lützelsachsen lässt ihn aktuell jedoch so aussehen.
Die Mannschaft von Cheftrainer Rick Hutter steht nach 11 Spieltagen auf dem sechsten Tabellenrang, hat 19 Punkte eingefahren und derzeit dadurch 8 Zähler Vorsprung auf die Gefahrenzone im Ligakeller. Seit 5 Spielen ist man bereits ungeschlagen, holte 13 von 15 möglichen Zählern. Dies ist ein Topwert, der bei der Konkurrenz Angst und Schrecken verbreiten dürfte.
Auch beim kommenden Gegner ist man gewarnt, der ist zurzeit aber die höchste Hürde in der Landesliga: Die TSG empfängt am Sonntag um 14.30 Uhr den Tabellenführer FV 1918 Brühl. Vor dem Topduell haben wir uns mit Hutter unterhalten.
Hallo Herr Hutter, mit diesem Saisonstart kann man nur zufrieden sein. Mit welchem Ziel sind Sie denn in die Saison gegangen?
Wir wollten irgendwie die Klasse halten. Es war für uns positiv, dass es nur eine 15er Runde ist, da ist es ein Absteiger weniger. Deshalb haben wir schon damit gerechnet, dass wir es schaffen können, aber dass es jetzt so gut läuft, haben wir natürlich auch nicht kommen gesehen. Wir genießen es, wissen aber, dass wir Aufsteiger sind und kennen unsere Vereinsstrukturen genau. Jeder Punkt ist nach wie vor ein Punkt gegen den Abstieg.
Worauf ist denn der sehr gute Start zurückzuführen?
Wir hatten vier Auswärtssiege hintereinander. Das ist für mich der größte Unterschied zu unserer letzten Landesligasaison. Damals konnten wir über die gesamte Saison keinen einzigen Auswärtssieg holen und sind dementsprechend auch abgestiegen. Manchmal sind es ja auch kleine Dinge, die dir helfen. Wir haben ja jetzt auch nicht in jedem Spiel die Gegner komplett an die Wand gespielt, da waren enge Spiele dabei. Die auch mal anders ausgehen können. Wir haben das Spielglück, diesen Lauf und dieses Selbstverständnis, dass manchmal eben bei einem selbst der Ball reinrutscht und beim Gegner geht er vorbei. Ich glaube, dass wir uns das etwas erarbeitet haben, weil wir sehr demütig an die Sache rangehen. Wir heben nicht ab, bleiben konzentriert, unterschätzen niemanden. Die Spielkontrolle behalten wir meist bei und es hilft, wenn du ein Mindestniveau hälst. Deshalb haben wir in jedem Spiel die Chance zu punkten.
Wie sieht es denn mit der Spielidee aus?
In unserem Aufstiegsjahr waren wir eine Fußball spielende Mannschaft und eher dominant. Dann steigst du auf und musst anders spielen, weil die Gegner qualitativ besser sind. Da haben wir uns dieses Mal aber gar nicht darauf eingelassen. Wir haben gesagt, wir spielen so weiter. Wir haben gerne den Ball und wollen von hinten raus spielen. Aber unser Pressing haben wir beibehalten, es aber leicht angepasst. Die Höhe ist gleich, nur taktisch haben wir etwas umgedacht. Wenn wir im Gegensatz dazu selbst stark gepresst werden, spielen wir auch mal einen hohen Ball über die die Pressinglinie drüber. Aber das Grundmuster steht nach wie vor. Dadurch mussten wir uns kaum umstellen.
An der Spielidee festzuhalten, war also genau die richtige Entscheidung.
(Grinst). Wenn es läuft, ist das natürlich leicht gesagt, aber es hätte auch anders ausgehen können. Dass man eben zu blauäugig ist und die Qualität nicht mehr reicht, um die Punkte zu holen. Es ist einfach gut gegangen. Wir wollten unsere Art beibehalten. Unsere Spieler machen es so auch gerne, dann haben die Jungs auch mehr Spaß und sie laufen vielleicht mal ein paar Meter mehr.
Jetzt kommen 2 dicke Brocken. Es geht gegen den FV Brühl und Türkspor Mannheim …
Beide sind glaube ich in der aktuellen Phase die beiden Topmannschaften in der Liga. Da werden wir voll gefordert und werden sehen, ob es für das Niveau auch noch reicht, um etwas mitnehmen zu können oder das Spiel einfach nur lange offen halten zu können. Gegen Viernheim, Bammental und Srbija Mannheim, die alle auch vor uns stehen, ist uns das ganz gut gelungen, auch wenn wir diese Spiele am Ende alle verloren haben, aber wir haben gut mitgehalten. Brühl und Türkspor haben jetzt vielleicht noch mehr Niveau. Aber das Gute ist, dass wir diese 19 Punkte schon haben. Wir können diese Partien als Bonuspartien nehmen.
Gibt es ein Punktziel bis Weihnachten? Man könnte bis dahin in Sachen Abstieg ja fast schon aus dem Schneider sein.
Wenn wir jetzt alle 4 Spiele gewinnen, würde es richtig gut aussehen, aber damit zu kalkulieren, wäre ein bisschen sehr mutig (lächelt). Ein Punkteziel hatte wir vor Saisonbeginn tatsächlich gar nicht. Klar ist, dass es wirklich sehr gut aussehen würde, wenn wir bis zur Winterpause aus den 4 Spielen noch irgendetwas holen. Also wenn wir nach Brühl und Türkspor gegen Nußloch und Lobbach, die ich im Kampf um den Klassenerhalt als direkte Konkurrenten sehen würde, zumindest nicht verlieren, hätten wir 21 Punkte. Dann würden wir wirklich schon solide dastehen.
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