Der Sportkurier im Interview mit Reiner Hollich

Der Sportkurier im Interview mit Reiner Hollich

Der Sportkurier im Interview mit Reiner Hollich

Archiv Verbandsliga (Fußball) | erstellt am Di. 25.02.2014

Vorgänger Michael Köpper bat den Verein schon vor Wochen darum, einen Nachfolger für ihn zu finden. Das Tischtuch zwischen Teilen der Mannschaft und dem Ex-Profi war wohl zerschnitten.

Nach einer mäßigen Vorsaison, sollte für die Spielzeit 2013/2014 ein Neuaufbau in die Wege geleitet werden. Dieser Neuaufbau misslang bisher – Platz 9 in der Tabelle – nur 8 Punkte Abstand auf einen Abstiegsplatz. Die Vorbereitungsergebnisse waren ebenfalls recht dürftig. Mehrere, teilweise deutliche Niederlagen, ließen die Stimmung weiter in den Keller fahren.

Nun soll es Reiner Hollich richten. Der Ex-Waldhof-Coach führte den SV Waldhof Mannheim vor drei Jahren in die Regionalliga – feierte so seinen sportlich größten Erfolg als Trainer. Im April 2013 bat Hollich bei den Blauschwarzen um die sofortige Freistellung, da der damalige sportliche Leiter, Günter Sebert, vom Verein mit sofortiger Wirkung seiner Aufgaben entbunden wurde. „Ich habe mit Günter hier gemeinsam begonnen, dann höre ich auch mit ihm hier auf“, so damals seine Begründung.

„Am Anfang war es schwer, so ganz ohne Fußball. Aber so langsam kann ich mich daran gewöhnen“, so Hollich noch vor wenigen Monaten. Nun hat ihn der Fußball doch wieder fest im Griff. Am gestrigen Montag leitete Hollich das erste Training beim Club von der Bergstraße.

Sportkurier: Wie kam es zu dem plötzlichen Engagement bei der TSG 62/09 Weinheim?

REINER HOLLICH: TSG-Spielleiter Torsten Lieberknecht kam auf mich zu und fragte mich, ob denn Interesse bestehen würde. Michael Köpper wolle nicht mehr länger das Verbandsligateam trainieren und man suche nun einen geeigneten Nachfolger. Ich habe mir ein paar Tage Bedenkzeit erbeten und dann zugesagt. Jetzt gehe ich natürlich mit der für mich gewohnten Intensität an diese neue Aufgabe heran.

Sportkurier: Knapp 12 Monate waren Sie jetzt Fußball-Rentner? Kann man sich daran gewöhnen und wie steht die Familie zum neuen Engagement?

REINER HOLLICH: Am Anfang fällst du in ein Loch. Ich habe jahrelang die Belastung Beruf und Trainerjob beim SV Waldhof gehabt. Das geht auch an die Substanz. Freie Tage bzw. Urlaub, davon träumt man nur. Nachdem ich beim SV Waldhof aufgehört hatte, war da plötzlich sehr viel Freizeit vorhanden, mit der man erstmal klar kommen musste. Nach und nach hat das immer besser funktioniert. Man gewöhnt sich an den neu gewonnenen Freiraum und kann das auch genießen. Dennoch sehe ich mich mit 58 Jahren noch nicht als Fußball-Rentner. Daher hat mir mein Bauchgefühl gesagt: „Mache es.“ Meine Frau steht natürlich hinter meiner Entscheidung.

Sportkurier: Die Weinheimer spielen eine durchwachsene Runde. Der Rückstand zur Spitze ist wesentlich größer, als der Abstand zu den Abstiegsplätzen. Wo liegt der Schwerpunkt bei ihrer neuen Aufgabe?

REINER HOLLICH: Zunächst gilt es die Mannschaft kennen zu lernen. Gestern hatte ich die erste Trainingseinheit geleitet. Mit 14 Spielern und zwei Torhütern war die Trainingsbeteiligung einigermaßen ok. Aber der Kader ist ziemlich dünn und da darf personell nicht viel passieren. Wir müssen jetzt sehen, dass wir als Mannschaft ganz schnell eine funktionierende Einheit werden. Gute Einzelspieler machen noch lange keine gute Mannschaft.

Sportkurier: Haben Sie schon erste Erkenntnisse sammeln können?

REINER HOLLICH: Die Qualität im Team ist sehr unterschiedlich. Auch muss ich mir jetzt ein Bild über den körperlichen Fitness-Zustand machen und vor allem brauchen wir geeignetere Trainingsmöglichkeiten. Wir haben jetzt auf dem Rasen hinter dem Stadion trainiert. Der Platz ist uneben und die Lichtverhältnisse nicht optimal. Besser wären jetzt Trainingseinheiten auf dem Kunstrasen zu absolvieren. Die Platzbelegung ist hier jedoch schon an der Obergrenze angekommen, dennoch müssen wir versuchen, die eine und andere Einheit auf dem Kunstrasen durchführen zu können.

Sportkurier: Gibt es eine sportliche Zielsetzung für die Rückserie?

REINER HOLLICH: Wenn ich mir die Tabelle ansehe, dann gilt es den Abstand auf die Abstiegsplätze zu vergrößern. Das Potenzial in der Mannschaft ist sicher gut genug, noch ein paar Plätze in der Tabelle nach oben zu klettern. Ich werde versuchen die richtigen Hebel in Bewegung zu setzen.

Sportkurier: Wie sieht die vertragliche Situation aus?

REINER HOLLICH: Wir haben uns auf eine Zusammenarbeit bis zum Ende der Saison verständigt. Es ist von beiden Seiten beabsichtigt, die Zusammenarbeit auch über die Saison hinaus fortzuführen.

Fotos: Marco Bschirrer

zurück
Das könnte Dich auch interessieren:

Archiv Verbandsliga (Fußball)

erstellt am Fr. 18.12.2015

Mehr lesen