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„Wir befinden uns im Kampf um den Klassenerhalt“
Archiv Landesliga (Fußball) | erstellt am Fr. 17.10.2014
Meister der Kreisklasse A und nur ein Jahr später Meister der Kreisliga Mannheim. Als Neuling in der Landesliga Rhein-Neckar wurden die Heddesheimer vor dieser Saison von Teilen der Presse und sogenannten Fachleuten zu einem der Geheimfavoriten erkoren.
„Alles Quatsch, man hat sich nicht wirklich mit der Mannschaft beschäftigt“, sagte schon im Juli 2014 Cheftrainer Rene Gölz. „In unserem 23-Mann Kader stehen 18 Spieler, die nie über die Landesliga hinaus gespielt haben. 75 Prozent des Kaders hat in den letzten Jahren unterhalb der Landesliga gespielt, da sind andere Mannschaften ganz anders aufgestellt, als wir es sind“, so der Heddesheimer Trainer.
Foto: Einschwören vor dem Spiel. „Der Charakter im Team ist gut“, sagt Gölz.
Nach 11 Spieltagen rangiert der Aufsteiger mit 10 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz, dem Relegationsrang. Zwar beträgt der Rückstand auf den Tabellenneunten 1. FC Mühlhausen nur vier Punkte, aber der Abstand zum vorderen Mittelfeld ist schon auf acht Punkte angewachsen.
Wir haben uns mit Fortuna-Coach Rene Gölz vor dem Derby gegen den VfL Kurpfalz Neckarau unterhalten.
SPK: Herr Gölz, wie bewerten Sie die ersten 11 Spieltage in der Landesliga Rhein-Neckar?
RENE GOELZ: Wir befinden uns im Kampf um den Klassenerhalt und haben definitiv sieben bis acht Punkte zu wenig auf dem Konto, die wir aufgrund unserer doch gefälligen Spielanlage oder den bisherigen, unzähligen Torchancen haben müssten. In den letzten Wochen wurden wir nahezu für jeden Fehler vom Gegner bestraft, während wir reihenweise beste Tormöglichkeiten schon fast kläglich vergaben. Mit Pech alleine hat das jedoch nichts mehr zu tun.
Foto: Dennis Maxwell-Ludkowski trifft zur 0:1 Führung beim ASV Eppelheim. Am Ende stand trotz hochüberlegen geführtem Spiel eine Niederlage.
SPK: Gerade die Offensive scheint doch stark besetzt. Nur Ziegelhausen, Kürnbach und Dossenheim haben jedoch weniger getroffen, als ihre Mannschaft.
RENE GOELZ: Dennis Maxwell-Ludkowski (4 Saisontore) wird zu wenig in Szene gesetzt, so dass er seine Fähigkeiten nur bedingt ausspielen kann. Da ist noch Luft nach oben. Sait Yalman hat die komplette Vorbereitung wegen einer Verletzung gar nicht mitmachen können. Erst in den letzten 14 Tagen war er ansatzweise so weit, dass er längere Einsatzzeiten bekommen konnte. Patrick Rittmaier hat bisher noch keinen Saisontreffer erzielen können, obwohl die Einsatzzeiten stimmen. Spieler wie Habib Arifi und Steven Kuhnhold hatten zu wenige Spiele, da ich leider auch keine fünf Angreifer stellen kann. Pisch war zuletzt wegen einem grippalen Infekt und einer Fußverletzung ausgefallen.
SPK: In den meisten Spielen hat ihre Mannschaft mehr Ballbesitz, als der Gegner – am Ende fehlen aber Punkte. Der Knackpunkt?
RENE GOELZ: Insbesondere mit dem Spiel aus dem Mittelfeld heraus kann ich nicht zufrieden sein. Daher sind wir auch Woche für Woche gezwungen, etwas Neues auszuprobieren. Das erleichtert die Sache aber nicht. Wir wollen gepflegten und attraktiven Kombinationsfußball spielen, müssen es aber auch nicht übertreiben. Da ist das Umschaltspiel noch zu behäbig und wird zu viel quer und klein, klein gespielt. Die Spielweise unserer Gegner war bisher zumeist auf „lange Bälle“ ausgelegt. Diese bürgen natürlich immer für Gefahr, wenn man „höher“ steht. Manchmal ist eben weniger, auch gleich mehr. Daran müssen wir uns noch gewöhnen.
SPK: Ihr Kader war vor der Saison 21 + 2 Mann stark. Zudem ist da wohl ein ziemlich ausgeglichenes Niveau vorhanden. Gibt es unzufriedene Spieler und besteht in der Winterpause personeller Handlungsbedarf?
RENE GOELZ: Ich denke ja. Wir haben schon jetzt drei, vier Spieler, die uns definitiv verlassen werden – da die Spieler a.) unzufrieden mit ihren Einsatzzeiten sind – oder b.) Ihnen der Aufwand in der Landesliga zu groß erscheint. Wir selbst werden die nächsten drei, vier Spiele abwarten und dann auch mit dem einen und anderen Spieler hinsichtlich der Rückrunde Gespräche führen. Was etwaige Neuzugänge betreffen – da sind wir in zwei, drei losen Gesprächen. Es ist jedoch noch nichts Konkretes dabei. Entscheidend wird in den nächsten Wochen auch die Erkenntnis sein, auf welche Spieler wir setzen können.
Foto v.l.: Die Heddesheimer (blaues Dress) Engel, Kühnl und Krohne unterbinden einen Angriff der Eppelheimer.
SPK: Wie sieht es personell aus, vor der Partie gegen den VfL Kurpfalz Neckarau?
RENE GOELZ: Neuzugang Patrick Heinzelmann hat bisher erst 45 Minuten in dieser Saison für uns spielen können, das war beim 0:0 gegen den VfB St. Leon. Er hat seine Fußverletzung auskuriert und wäre jetzt wieder einsatzfähig. Arbnor Tofaj ist ein Riesentalent und kam vom ASV Feudenheim. Er hat eine langwierige Verletzung, mit der er schon zu uns kam. Mit viel Glück und eisernem Willen kann er vielleicht in der Rückrunde eingreifen. Gregor Kaufmann steht aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung. Ansonsten sind jetzt erstmals fast alle Mann an Bord.
SPK: Wie schätzen Sie ihren Gegner, den VfL Kurpfalz Neckarau ein?
RENE GOELZ: Die Neckarauer verfügen über eine der besseren Mannschaften in dieser Liga. Trainer Richard Weber und der sportliche Leiter Lacky Paschaloglou haben in den letzten beiden Jahren ein sehr homogenes und ausgeglichen besetztes Team geschaffen – Respekt. Der Vorteil der Neckarauer basiert auf einer „eingespielten“ Mannschaft, bei denen viele Prozesse im Spiel schon fast automatisiert sind. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Auch die individuelle Qualität ist im Kader der Neckarauer sehr gut, so dass wir auch am Sonntag eher der Außenseiter sein werden.
SPK: Aber Understatement wollen Sie nicht betreiben?
RENE GOELZ: Nein, auf keinen Fall. Wir werden den Neckarauern am Sonntag alles abverlangen und 90 Minuten Tempo gehen. Ich hoffe, wir haben aus den Fehlern der vergangenen Wochen gelernt und können uns gegen favorisierte Neckarauer am Ende durchsetzen. Wir freuen uns alle auf dieses Derby.
SPK: Mit Patrick Heinzelmann, Christopher Pisch, Mathias Pfitzner und Markus Engel stehen vier ehemalige Neckarauer in Reihen der Fortuna. Für den Sonntag ein Vor- oder Nachteil?
RENE GOELZ: Noch steht die Mannschaft für Sonntag nicht, das werde ich erst am Spieltag selbst entscheiden. Also kann ich auch nicht sagen, wer von den vier Spielern dann auch wirklich von Beginn an spielt. Aber Tatsache ist – jeder ist hochmotiviert, gegen seinen Ex-Club das Maximale herauszuholen. An der Motivation wird es also nicht liegen.
SPK: Könnte es nach einem Jahr Landesliga, auch wieder runter gehen?
RENE GOELZ: Wir steigen nicht ab, auf keinen Fall. Es wird keine einfache Saison, aber am Ende werden wir die Liga halten.
Foto 1 Berno Nix Foto 2-4 SPK/lofi
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