Als Spieler und später als Trainer erfolgreich. Volker Zimmermann bringt viel Erfahrung mit. Beim FV Brühl will man sich kommende Spielzeit weiter vorne orientieren. Bild: AS Sportfotos
Sportkurier-Serie (9) – FV Brühl-Coach Volker Zimmermann: „Wir wollen im ersten Tabellendrittel mitspielen.“
Archiv Landesliga (Fußball) | erstellt am So. 05.07.2015
Nach jahrelanger sportlicher Verantwortung, liegt diese in der Spielzeit 2015/2016 nun bei Volker Zimmermann. Der 65- jährige Ex-Schwetzinger Coach hat nach einer selbstverordneten Pause, wieder einen Trainerjob übernommen.
Im Interview mit dem Sportkurier stand uns der „alte“ und neue Trainer des FV 1918 Brühl Rede und Antwort.
Sportkurier: Herr Zimmermann, im November 2013 traten Sie nach einem Zerwürfnis mit dem Präsidenten des SV 98 Schwetzingen als langjähriger Trainer des Verbandsligisten zurück. Nach eineinhalb Jahren Pause hat es wieder „gekribbelt“ – in das Trainergeschäft einzusteigen?
VOLKER ZIMMERMANN: Bedingt, ja. Ich habe schon in den Jahren 1998 bis 2003 beim FV Brühl als Trainer gearbeitet, daher besteht auch eine große Verbundenheit zu dem Verein. Als man mich fragte ob ich Interesse hätte, musste ich nicht lange zögern. Hier arbeite ich in einem engagierten Team um das Team herum und sehe auch Potenzial, um sportlich etwas bewegen zu können.
In der Offensive stark aufgestellt. Am Ball Torjäger Patrick Greulich, dahinter Angreifer Lindon Imeri. Bild lofi.
Sportkurier: Wie ist das, wenn man jahrzehntelang als Trainer an der Linie steht und dann von heute auf morgen „draußen“ ist?
VOLKER ZIMMERMANN: Der Anfang war schwer, da hat natürlich was gefehlt. Man vermisst einen gewissen Rhythmus und das bedeutet auch eine Umstellung. Ich habe mir jedoch immer regelmäßig Spiele in der Region angesehen, von der Regionalliga bis in die Kreisligen. So blieb ich auch auf dem Laufenden und verfüge über einen entsprechenden Überblick in der hiesigen Fußballszene.
Sportkurier: Der FV Brühl hat in der Landesliga auf dem 9. Platz die Runde beendet. Die Leistungsschwankungen innerhalb einer Spielzeit sind beim FV in den letzten Jahren sehr augenscheinlich gewesen. Starken Serien mit vielen erzielten Treffern, folgten auch schnell mal Erfolglos-Serien. Wo liegt ihr Hauptaugenmerk bei ihrem neuen Verein?
VOLKER ZIMMERMANN: Mein Vorgänger Bernd Oßwald hat über Jahre hinweg hervorragende Arbeit geleistet. Brühl bevorzugt den offensiven Fußball und die Statistik zeigt auch, dass man in der Offensive immer zu den besseren Teams der Liga gehörte. Daran möchte ich natürlich festhalten, an dieser offensiven Ausrichtung. Gleichwohl müssen wir etwas mehr Konstanz in unser Spiel bringen, damit die Leistungsschwankungen weniger werden.

Mit Björn Weber (am Ball) haben sich die Brühler einen Top-Stürmer geangelt. Bild lofi
Sportkurier: Mit Björn Weber haben Sie einen Top-Torjäger verpflichtet (SV 98 Schwetzingen). Auch mit 33 Jahren ist das noch ein Ausnahmestürmer für diese Spielklasse. Mit Ulrich Riedelsheimer kommt ebenfalls ein sehr erfahrener und guter Spieler vom SV 98 Schwetzingen. Wie sieht es ansonsten mit dem Kader aus bzw. was hat sich getan?
VOLKER ZIMMERMANN: Mit Weber und Riedelsheimer haben wir die Mannschaft weiter verstärkt. Deren Erfahrung wird dem Team gut tun. Der Kader blieb weitestgehend zusammen, so dass wir über ein eingespieltes Team verfügen. Neu hinzu kamen zudem Dominik Böckli (Kirrlach/Landesliga), Niklas Schmitt (Phönix Schifferstadt/Regionalliga A-Jugend), Jan Zimmermann (SV 98 Schwetzingen A-Jugend), Christian Segurado (Südwest Ludwigshafen/Landesliga) und Sotios Kawakopulos (eigene Jugend FV Brühl). Die Mischung zwischen jungen und erfahrenen Spielern im Team stimmt. Der Kader wird 21 + 2 Spieler umfassen.
Sportkurier: Wie sieht die sportliche Zielsetzung beim FV Brühl aus?
VOLKER ZIMMERMANN: Wir haben es in dieser Liga mit einigen sehr stark besetzten Teams zu tun. Dennoch sehen wir uns gut aufgestellt und wissen auch um unsere Offensivqualität, die mit Neuzugang Björn Weber weiter an Qualität gewonnen hat. Eine Platzierung zwischen dem dritten und sechsten Platz ist uns durchaus zuzutrauen. Den einen und anderen Favoriten wollen wir da natürlich auch vor Probleme stellen, wenn es gegen uns geht.

Volker Zimmermann (li.) mit seinem damaligen Co-Trainer Jürgen Strube, der nach seinem Rücktritt in Schwetzingen Cheftrainer wurde. Bild: lofi.
Sportkurier: Wer sind denn Ihrer Ansicht nach die Topfavoriten in dieser Spielzeit?
VOLKER ZIMMERMANN: Vom nominellen Kader her, der FV Fortuna Heddesheim. Die verfügen über eine spielstarke Mannschaft, die mit den getätigten Neuzugängen weiter an Qualität gewonnen hat. Der VfB Eppingen hatte letzte Saison schon ein starkes Team, hat sich nun mit einigen Neuzugängen vom Meister FC Zuzenhausen weiter verstärkt. Der TSV Wieblingen verfügt über eine homogene und eingespielte Mannschaft. Das sind so meine Topfavoriten. Eine sehr gute Rolle könnten auch der VfB Gartenstadt, SG Wiesenbach und 1. FC Mühlhausen spielen. Waldhof Mannheim II kann man schwer einschätzen, da sie einen kompletten Umbruch hatten und man auch sehen muss, was da von oben (Regionalliga) eingesetzt wird.
Sportkurier: Und welche Clubs sehen Sie weiter unten?
VOLKER ZIMMERMANN: Schwer zu sagen, da ich noch nicht die personelle Situation aller Teams so genau kenne. Aber der Aufsteiger SV Reihen (Kreisligameister Kreis Sinsheim) wird es wohl schwer haben. Beim VfL Kurpfalz Neckarau ist abzuwarten, wie diese Rückrunden-Negativserie wirklich zu werten ist und was dort kommt und geht. ASV/DJK Eppelheim und der FC Dossenheim werden sich wohl auch strecken müssen. Und ob Ziegelhausen/Peterstal den Schwung aus der Rückrunde mit in die neue Saison nehmen kann, das ist wohl auch ungewiss. Die Spvgg. Ketsch und den FC Bammental sehe ich auf keinen Fall unten. Da ist schon Qualität im Kader und ganz unbekannt ist beiden die Landesliga ja auch nicht.
Sportkurier: Wir bedanken uns für das informative Interview am Sonntagmorgen und wünschen Ihnen persönlich, als auch ihrem Team eine gute Vorbereitung und eine erfolgreiche Saison.
VOLKER ZIMMERMANN: Gerne geschehen, vielen Dank.
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