Reiner Hollich legt sehr viel Wert auf Disziplin. Beim VfB ist er mit der Vorbereitung nicht wirklich zufrieden.  Bild: lofi

Reiner Hollich legt sehr viel Wert auf Disziplin. Beim VfB ist er mit der Vorbereitung nicht wirklich zufrieden. Bild: lofi

Sportkurier-Serie (25) – VfB Gartenstadt +++ Reiner Hollich verärgert: „Ehrlich gesagt, so etwas habe ich so noch nie erlebt.“

Archiv Landesliga (Fußball) | erstellt am Fr. 07.08.2015

Denn Fußball ist ja schließlich ein Mannschaftssport“, sagt Reiner Hollich, der Trainer des Fußball-Landesligisten VfB Gartenstadt. Und er legt im Gespräch mit dem Sportkurier nochmals nach: „Wissen Sie, die teilweise mangelhafte Einstellung meiner Spieler, ist aktuell mein größtes Problem.“

Nachvollziehbar ist sein Ärger. Schließlich ist es für einen Trainer ein Unding, wenn er in der Vorbereitung fast permanent auf etliche wichtige Spieler verzichten muss. Aktuell sind es gerade sechs Stammspieler, die Hollich aus Urlaubsgründen nicht zur Verfügung stehen.

Szene aus dem Spiel VfB – Heddesheim. Mathias Pfitzner (blau) wird von Rene Streich (gelb) verfolgt. Bild: R. Kowollik.

„So ist es einfach schwierig, neue Sachen einzustudieren und sich in einem System zurechtzufinden. Ehrlich gesagt habe ich so etwas noch nie erlebt. Schließlich sind wir in der Landesliga, also dem mittleren Amateurbereich und nicht in der B-Klasse.“ Wobei kein falscher Eindruck entstehen darf, Hollich macht sein Trainerjob in Gartenstadt großen Spaß. Ans Hinschmeißen verschwendet er keine Gedanken. Er erklärt: „Die Jungs, die da sind, sind mit einem Riesen-Engagement bei der Sache. Es ist toll, das zu sehen.“

Stellt Hollich vielleicht einfach auch zu hohe Ansprüche?

Schließlich ist er anderes gewohnt, selbst dem SV Waldhof drückte er einst bekanntlich erfolgreich seinen Stempel auf. Und zwischen dem Waldhof und dem VfB Gartenstadt liegen bekanntlich Welten. Hollich nickt: „Das ist doch sonnenklar. Beide Klubs kann man nicht miteinander vergleichen, beim Waldhof hatte ich es mit Semi-Profis zu tun.“ Und weiter: „Ich kam nach Gartenstadt, weil ich Kontinuität in den Verein bringen wollte, ich wollte zeigen, dass man etwas bewirken kann.“

Bei der Trainingsdisziplin nicht den besten Ruf

Oder anders: Hollich hat die Aufgabe gereizt, einen Klub auf Vordermann zu bringen, der in Sachen Trainingsdisziplin schon seit längerem nicht den besten Ruf genießt. Viele Landesliga-Experten sprachen gar von einem Fluch, der auf dem VfB liegen soll. Hollich, der Ehrliche: „Aber ganz so krass  wie es jetzt ist, habe ich es mir dann doch nicht vorgestellt.“

Wie auch immer, Hollich hat nach wie vor Großes mit dem VfB vor. Und er ist überzeugt davon, dass in Gartenstadt viel möglich ist. „Wenn alle mitziehen und wirklich mal alle da sind, ist das eine sehr gute Mannschaft, die einige sehr gute Fußballer in ihren Reihen hat.“ Ein weiterer Vorteil: Gartenstadt ist eingespielt. Kein Stammspieler hat den Verein nach der letzten Saison verlassen, was auch ein großes Anliegen von Hollich war. Zudem wurde nochmals nachgebessert. Anthony Meckel kam vom VfR Mannheim II, Matthias Mayer aus Edingen-Neckarhausen, Ozan Kolcak vom SC Ludwigshafen und  Zlatko Mikic von der SpVgg Sandhofen.

Zudem wird Hollich mit Darnell Hill (TSV Amicitia Viernheim) und Denis Geißelmann (eigene Jugend) zwei A-Jugendliche mit Potenzial in den Kader integrieren. Auf Meckel muss der VfB hingegen lange verzichten. Er zog sich in einem der letzten Partien für den VfR einen Kreuzbandriss zu. „Das ist sehr schade“, bedauert Hollich: „Denn das ist ein wirklich sehr talentierter Spieler.“

Aktuell befinden sich 6 Spieler der Landesligamannschaft im Urlaub. In einer Woche ist Saisonbeginn. Bild: Waldemar Binder.

Und was ist mit diesem Kader nun möglich?

„In der Regel will man sich ja im Vergleich zur Vorsaison verbessern, da waren wir Achter, aber aktuell tue ich mich wirklich schwer, über Ziele zu sprechen. Denn dazu ist unsere Vorbereitung bislang einfach zu schlecht gelaufen. Ich glaube nämlich wirklich kaum, dass es noch mehr Vereine gibt, die es in Sachen Urlauber so hart erwischt hat wie uns.“

Bezüglich des Spielsystems hat Hollich klare Vorstellungen: Der erfahrene Trainerfuchs legt großen Wert auf ein vertikales Passspiel und viel Ballbesitz. „Es bringt ja auch nichts, die Bälle planlos nach vorne zu schlagen, die dann sowieso nicht ankommen.“ Sicher ist sich Hollich jedenfalls in einem Punkt: „Wenn wirklich alle mitziehen und wir gemeinsam das umsetzen, was ich vorhabe, werden sich manche noch wundern, wie weit oben wir stehen können.“

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