Szene aus dem Derby zw. VfL Kurpfalz Neckarau und F. Heddesheim. Daniel Gulde (Fortuna/blau) versucht es mit einem Distanzschuss.   Bild: Berno Nix

Szene aus dem Derby zw. VfL Kurpfalz Neckarau und F. Heddesheim. Daniel Gulde (Fortuna/blau) versucht es mit einem Distanzschuss. Bild: Berno Nix

Sportkurier-Serie (21) – Paschaloglou: „Der Traum von der Verbandsliga bleibt.“ – VfL Kurpfalz Neckarau sieht sich in der Warteschleife

Archiv Landesliga (Fußball) | erstellt am Di. 28.07.2015

Lacky Paschaloglou, der Sportliche Leiter des VfL Kurpfalz Neckarau, blickt den nächsten Monaten gespannt entgegen. Und mit einer klaren Zielsetzung: Sein Team sollte am Ende möglichst auf einem einstelligen Tabellenplatz landen.

Understatement oder doch die Wahrheit?

Schließlich mischte Neckarau in der Vorsaison lange ganz oben mit. Im Winter war man noch Dritter, schnupperte am Relegationsplatz. „Zu ihm fehlten uns nur zwei Punkte“, erklärt Paschaloglou stolz, „doch nach der Winterpause lief es dann nicht mehr so gut.“

Wofür es aber Gründe gab: Zum einen spielte sich der VfL in der Vorrunde phasenweise regelrecht in einen Rausch, bewegte sich ganz nah am Optimum und zum anderen setzte im Frühling dann das Verletzungspech ein. An eine geregelte Vorbereitung war nicht zu denken. „Zwischenzeitlich mussten wir unsere Rückrunden-Elf auf sieben Positionen verändern und das können wir in Neckarau nicht kompensieren“, bedauert Paschaloglou, „wir haben keine 20 gleichwertigen Spieler, die beliebig ausgetauscht werden können.“ Am Ende der Vorsaison war es schließlich der siebte Platz.

Szene aus dem Spiel VfR MA (Blau) vs. Neckarau (weiß) beim Heiner Graeff Gedächtnis-Turnier. AS Sportfotos

 

Ziel: „Zwischen Rang sieben und neun.“

In der neuen Saison sieht er fünf bis sechs Vereine, die sich um die ersten Plätze streiten werden: Die U23 des SV Waldhof, Fortuna Heddesheim, Eppingen, Wieblingen und möglicherweise Brühl und auch Bammental, das aus seiner Sicht zuletzt eine bärenstarke Runde in der Heidelberger Kreisliga gespielt hat. „Da sind hochklassige Spiele vorprogrammiert“, mutmaßt Paschaloglou: „Und für uns wäre es toll, wenn wir uns hinter den Topteams einreihen könnten. Zwischen Rang sieben und neun.“

Das Problem in Neckarau sei seit vielen Jahren, dass gute Spieler abgeworben werden. Sprich, wenn sich einer beim VfL zum Leistungsträger entwickelt, stehen die Interessenten Schlange. Oft sind dann auch höherklassige Klubs dabei. Aber vor allem zahlungskräftigere. „Da kann dann eben nicht jeder nein sagen“, sagt Paschaloglou. Und so müssen auch in diesem Sommer wieder Topkräfte ersetzt werden: David Kühnel (TSV Michelfeld) und Mikael Erdem (Fortuna Heddesheim) haben den Verein verlassen. „Solche Spieler sind natürlich nur ganz schwer zu ersetzen“, betont der Sportliche Leiter. Ebenfalls gewechselt ist Murat Koyun, der künftig für die U23 des SV Waldhof die Fußballschuhe schnürt.

RW Rheinau (rot) vs.VfL Kurpfalz Neckarau (weiss) Saison 13/14 – 3 David KUEHNL VfL Neckarau (weiss) wechselte zum TSV Michelfeld. AS Sportfotos.

 

Personell nicht schlecht aufgestellt

Demgegenüber stehen vier, teilweise auch hoffnungsvolle Neuzugänge: Daniel Zimmermann (Fortuna Heddesheim/defensiver Spieler), der bei den Heddesheimern Stammspieler war, Sebastian Wolf (TSV Amicitia Viernheim/Offensivkraft für die Außenbahn), Kevin Roderig (FV Brühl/Offensive) und Fevzi Büyüköztürk (VfB Haßloch/zentraler Mittelfeldmann).

Alle haben übrigens eine Gemeinsamkeit: Jeder von ihnen wurde in der Jugend der Neckarauer ausgebildet. „Sie haben sich zuletzt mal woanders versucht und werden nun wieder für uns auflaufen“, freut sich Paschaloglou.

In Sachen Spielsystem war man beim VfL in der Vorsaison stets in einem 4-4-2-Raster unterwegs. Was aber auch am Personal lag. Mittlerweile fehlen jedoch die Spieler. Gerade im Sturm. „Da braucht man zwei laufstarke Männer, die haben wir jetzt aber nicht mehr“, so Paschaloglou.

Deshalb hat man umgedacht. Bislang probierte man es in der Vorbereitung in der Regel mit einem 4-3-2-1. Bei den Stadtmeisterschaften hat das gegen den SV Waldhof gut geklappt, die 4-4-2-Variante im Finale gegen den VfR Mannheim dagegen weniger.

Foto rechts: Der sportliche Leiter Lacky Paschaloglou (rechts) und Trainer Richard Weber (links).

„Der Traum von der Verbandsliga bleibt“

Kommen wir zu den langfristigen Zielen. Ein Klub wie der VfL muss doch einfach mal wieder die Verbandsliga im Visier haben. Und genau so ist es auch. Paschaloglou gesteht: „Als ich damals hier angefangen habe, waren wir noch in der A-Klasse und ich habe schon damals gesagt, dass ein Traum wäre, wenn wir mal wieder in der Verbandsliga spielen könnten.“

Momentan ist das aber nicht geplant. Man hat andere „Sorgen“. Die Infrastruktur wird neu aufgebaut. In Kürze beginnen die Baumaßnahmen für einen neuen Kunstrasenplatz. Auch ein neues Klubhaus und neue Umkleiden wird es geben.
     
Notwendige Maßnahmen, die aber auch viel Geld verschlingen. Geld, das auch in die Mannschaft gesteckt werden könnte. Paschaloglou: „In zwei Jahren werden die Umbauarbeiten wohl beendet sein und wer weiß, vielleicht können wir uns dann wieder mit unserem Traum beschäftigen.“

 

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