Ketschs Trainer Joachim Fellhauer leistet in Ketsch hervorragende Arbeit. Sein Team spielt gut, aber die Punkteausbeute ist noch zu gering. Bild: lofi

Ketschs Trainer Joachim Fellhauer leistet in Ketsch hervorragende Arbeit. Sein Team spielt gut, aber die Punkteausbeute ist noch zu gering. Bild: lofi

Spielt der Landesligaaufsteiger Spvgg. 06 Ketsch gegen den Abstieg? Der Sportkurier im Gespräch mit Trainer Fellhauer

Archiv Landesliga (Fußball) | erstellt am Mi. 23.09.2015

Das Niveau steigt spürbar. Der Ball läuft flüssiger, die Stürmer sind kaltschnäuziger.

Kurzum: Alles läuft auf einem höheren Level ab. Die Spvgg 06 Ketsch erlebt das gerade. Wobei sich die Spargelstädter bereits erstaunlich gut aklimatisiert haben. Bislang konnten sie mit jedem Gegner mithalten, wurden nie abgeschossen. Das einzige Manko: Man belohnt sich zu selten, was bei einem Blick auf die Tabelle deutlich wird: Nach sieben Spielen rangiert die Mannschaft von Joachim Fellhauer auf dem 13. Platz. Einem Sieg stehen drei Unentschieden und drei Niederlagen gegenüber.

Der Sportkurier unterhielt sich mit Joachim Fellhauer, dem Trainer des letztjährigen Kreisliga-Meisters.

Hallo Herr Fellhauer, wie zufrieden sind Sie denn mit dem bisherigen Saisonverlauf?

Fellhauer: Mit der Punkteaubeute bin ich weniger zufrieden, mit den Leistungen dagegen schon.

Das passt zu den Aussagen ihrer Trainerkollegen, die Ketsch für die couragierte Spielweise loben. Woran liegt es denn dann aber, dass man sich nicht belohnt? Fehlt vielleicht auch etwas die Erfahrung?

Fellhauer: Zunächst muss man sagen, dass wir personell nicht optimal besetzt sind. Zum einen sind einige wichtige Spieler verletzt, die im letzten Jahr noch wichtige Erfolgsgaranten in unserer Abwehr waren. Zum anderen sind in der jetzigen Phase ein paar Spieler im Urlaub und das teilweise noch für drei Wochen. Und das können wir momentan leider nicht so richtig auffangen. Trotzdem war ich mit unseren Leistungen bislang wirklich zufrieden. Lediglich die erste Halbzeit gegen Bammental war schlecht und deshalb haben wir dieses Spiel dann auch mit 0:1 verloren. Gegen St. Leon hatten wir geführt und durch zwei Tore verloren, die von der Entstehung her genau gleich waren. Insgesamt fehlt uns vielleicht auch noch etwas die Kaltschnäuzigkeit. Wir müssen mehr Tore machen. Bislang haben wir nur sieben erzielt, allerdings eben auch erst zehn bekommen, was sehr gut ist.

„Wir sind wieder da – Landesliga!“ … Dar war die Welt noch absolut in Ordnung – Ketscher Jubel nachdem feststand, dass man in die Landesliga aufgestiegen war. Foto: Berno Nix.

Glauben Sie, dass es für Ketsch in dieser Saison bis zum Schluss um den Abstieg gehen wird?

Fellhauer: Wir sind optimistisch, dass wir da unten raus kommen. Man muss auch mal sehen, gegen wen wir bislang alles gespielt haben. In sechs der der sieben Partien ging es gegen Mannschaften, die zwischen Platz drei und acht liegen. Der Oktober ist für mich ein entscheidender Monat, da wird sich zeigen, ob wir den Sprung ins Mittelfeld schaffen. Da geht es gegen Gegner wie Ziegelhausen, Wieblingen, Dossenheim und Neckarau. Da müssen wir uns beweisen. Aber wir sind da optimitisch.

Kann es sein, dass Ketsch im Winter nochmals personell nachlegt und neue Spieler holt?

Fellhauer: Wenn die Jungs, die da sind, funktionieren, ist das kein Thema. Aber klar ist auch, dass es einen als Trainer nicht freut, wenn wichtige Stammkräfte für drei Wochen im Urlaub sind. Trotzdem sind wir hier noch in einer Liga, in der der Fußball auch Spaß machen soll. Und es entspricht auch nicht unserer Philiosophie, Spieler wegzuschicken. Wir sind von unseren Jungs überzeugt und packen das zusammen.

Spielszene gegen DJK/ASV Eppelheim (1:1). Foto: lofi.

Am Wochenende geht es nun gegen den Tabellenführer aus Gartenstadt. Da hat man eigentlich nichts zu verlieren, oder?

Fellhauer: Nein, wir können ganz ohne Druck anreisen. Ich bin mir aber sicher, dass es kein Scheibenschießen geben wird, wenn wir als Mannschaft funktionieren. Angst haben wir keine. Und letztlich kann man jeden Punkt gebrauchen.

Überrascht es Sie, dass Gartenstadt ganz oben steht?

Fellhauer: Nun ja, das ist eine gewachsene Truppe, die seit Jahren zusammenspielt. Vor der Runde dachte ich, dass sie vielleicht etwas überaltert sind. Aber mit dem neuen Trainer ist es offenbar gelungen, noch ein paar Prozent mehr rauszukitzeln. Aber wenn ein neuer Trainer kommt, ist es grundsätzlich immer so, dass sich die Spieler neu beweisen wollen und müssen. Und derzeit bringen sie es richtig gut auf den Platz.

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