Heddesheims Kapitän Richard Wegmann (links) fehlte zuletzt verletzungsbedingt. Gegen Ketsch gibt es noch kein "grünes Licht" für einen Einsatz. Foto: Rafael Kowollik
Spiel der Woche: Landesliga-Derby zwischen Spvgg. 06 Ketsch und Fortuna Heddesheim +++ Der Derby-Countdown läuft
Archiv Landesliga (Fußball) | erstellt am Mi. 02.09.2015
Joachim Fellhauer, der Trainer des Landesligisten SpVgg Ketsch, wirkte gestern im Gespräch mit dem Sportkurier leicht nachdenklich. Aber definitiv nicht verzweifelt. Denn die Tabelle spiegelt derzeit nicht die tatsächliche Leistungsstärke der SpVgg wieder.
Aktuell liegt der Aufsteiger mit zwei Punkten aus vier Spielen auf dem 15. Platz
„Für den Aufwand, den wir bislang betrieben haben, sind zwei Punkte leider zu wenig.“ Ein nachvollziehbares Statement, denn Ketsch war häufig die bessere Mannschaft, fuhr nur die Ernte nicht ein. Am Sonntag ab 15 Uhr soll sich das nun möglichst ändern. Allerdings wartet dann Schwerstarbeit auf die Ketscher: Fortuna Heddesheim kommt.
Ketschs Trainer Joachim Fellhauer sieht sein Team für den hohen Aufwand noch nicht belohnt. Bild: lofi.
Also eine Mannschaft, die an einem guten Tag in der Landesliga kaum zu stoppen ist. Fellhauer sieht das ähnlich. Er erklärt: „Heddesheim war schon in der letzten Saison sehr gut besetzt, hat sich im Sommer aber nochmals verstärkt. Und sie kommunizieren es ja auch ganz offensiv, dass sie gerne noch eine Liga höher spielen würden.“
Wehrlos wird sich Ketsch aber nicht ergeben
Im Gegenteil: „Nach zwei Siegen haben sie zuletzt zwei Mal nur Unentschieden gespielt. Vielleicht ist es für uns auch ein Vorteil, dass wir sie nun ziemlich früh in der Saison als Gegner haben.“ Oder anders.: In Ketsch spekuliert man darauf, dass die Truppe von Trainer Rene Gölz vielleicht noch nicht perfekt eingespielt ist.
Doch das Problem war an den letzten beiden Spieltagen eher ein anderes: Der Fortuna fehlten schlichtweg die Spieler (Wegmann, Pfitzner, Höhn, Kühnl, Marino, Zimmermann, Pritchett und Engel). Die Bank wurde teilweise mit A-Jugendspielern aufgefüllt. Gerade in einer Phase, wo bei einigen Akteuren leider noch nicht der optimale Leistungsstand erreicht ist. „Da hätte 4-5 Spielern eine (Denk)-Pause gutgetan, aber mir fehlten die Alternativen“, so Gölz.
In der Kreisliga Mannheim hatten die Ketscher regelmäßig Grund zum jubeln. Eine Etage höher bläst der Gegenwind etwas kälter. Bild: Lofi
Trotzdem ist der Kader der Heddesheimer noch so stark bestückt, dass man weiter ungeschlagen ist. Der Treffer zum 1:1 Ausgleich gelang der SG Wiesenbach in der Nachspielzeit. Gölz: „Noch 20 Sekunden und wir hätten das Spiel trotz durchwachsener Leistung gewonnen.“
Hat sich die Lage bei der Fortuna denn mittlerweile entspannt?
„Puh, das kann ich derzeit noch gar nicht sagen, da müssen wir das Training unter der Woche abwarten“, sagt Gölz. Fakt ist lediglich, dass Fabian Zimmermann und Giovanni Marino wieder zum Kader stoßen werden. Sie sind aus dem Urlaub zurückgekehrt. Bei Richard Wegmann, Markus Engel und Marcel Höhn stehen noch große Fragezeichen hinter einem Einsatz. Folglich entspannt sich die Lage zumindest etwas – und es wird nicht mehr ganz so heikel wie zuletzt beim 1:1 gegen Wiesenbach.
Heddesheims Stürmer Thorsten Kniehl wird gleich von drei Dossenheimern in den Clinch genommen. Der Torjäger traf trotz Doppelbewachung gegen den FCD.
Gölz: „Da hatte ich wirklich keinerlei Möglichkeiten zu reagieren. Auf der Bank haben die Alternativen gefehlt und auf dem Feld standen teilweise angeschlagene Spieler.“ Demnach kann Gölz mit dem Saisonstart doch eigentlich zufrieden sein. Zwei Siege, zwei Unentschieden und man ist unter dem Strich ja immer noch ungeschlagen. „Ja, das stimmt schon“, betont der Trainer: „Aber richtig zufrieden bin ich trotzdem nicht.“
In Ketsch wollen die Heddesheimer gewinnen
Sei’s drum, am Sonntag in Ketsch will man nun in die Erfolgsspur zurückkehren. Ein Sieg ist das Ziel. „Da spielt das exakte Team, das letztlich spielt, eigentlich keine Rolle. Wir möchten immer jedes Spiel gewinnen. Aber es wird sicher nicht leicht. Ketsch wird alles versuchen, um den ersten Heimsieg einzufahren.“
Und die Hausherren sehen sich auch nicht chancenlos. Fellhauer sagt es folgendermaßen: „Wenn wir als Mannschaft funktionieren, kann auch Heddesheim mit uns Probleme bekommen.“ Und weiter: „Ich hätte gerne mal, dass unter dem Strich mehr bleibt, als nur das Lob des gegnerischen Trainers für unsere gute Leistung.“
Melvin Faust (li) und Rene Gölz (re.) wollen in Ketsch eine Leistungssteigerung ihrer Mannschaft sehen. Bild: lofi.
Helfen können dabei auch in Ketsch nicht alle. Emre Güc, Erdal Öksüz (beide Knieoperationen) und Kai Albers (Knorpelschaden im Knie) fallen noch länger aus. Hinzu kommen noch ein, zwei Urlauber. David Güsewell ist hingegen wieder einsatzbereit. „Das gibt mir eine weitere Option für den Sturm“, freut sich Fellhauer.
Der Derby-Countdown läuft.