Landesliga - Übersicht: Derby zwischen Brühl und Plankstadt / Viernheim gegen Gartenstadt
Richard Weber: „Ich war kurz davor vom Traineramt zurückzutreten“
Archiv Landesliga (Fußball) | erstellt am Mi. 19.09.2012
Foto: Richard Weber im Vordergrund, bei einem Spiel der spanischen Nationalmannschaft. Der Neckarauer Trainer gehört seit 2006 auch zum Trainerstab der Spanier und ist bei allen großen Turnieren des Europa- und Weltmeisters dabei (wir berichteten). Siehe Artikel.
Nach dem überraschend guten 6. Tabellenplatz aus der Vorsaison – machte sich Optimismus breit im Neckarauer Lager. Leistungsträger wie Fatih Kandogmus (nach Heidelberg-Kirchheim) und Patrick Heinzelmann (VfB Gartenstadt) hatten zwar den Club verlassen, aber man war auf dem Transfermarkt nicht untätig – hatte einige verheißungsvolle Neuzugänge an Land gezogen.
Foto: Richard Weber ist seit 2009 bei den Neckarauern. Schaffte den Aufstieg in die Landesliga Rhein-Neckar und als Aufsteiger einen guten 6. Platz. Nun ist man schlecht in die Saison 12/13 gestartet.
„Lacky“ Paschaloglou vor der Saison: „Wir wollen spätestens in zwei Jahren in der Verbandsliga spielen. Unser Minimalziel für diese Runde ist der 6. Platz, aber wenn alles optimal läuft, dann ist sicher auch mehr drin“, so der Abteilungsleiter und Co-Trainer des Landesligisten.
Nach 5 Spieltagen stehen die Neckarauer mit nur zwei Punkten und 2:10 Toren auf dem vorletzten Tabellenplatz. Ein Grund, sich mit dem Cheftrainer Richard Weber über die aktuelle Situation zu unterhalten.
Sportkurier: Herr Weber, Sie sind mit der Mannschaft in die Landesliga aufgestiegen und wurden letzte Saison Sechster der Liga. Bisher läuft es noch nicht so optimal bei ihrer Mannschaft. Die Erwartungshaltung war doch sicher eine andere?!
RICHARD WEBER: Ja, natürlich war sie eine andere. Wir haben ehrgeizige Ziele und die derzeitige Tabellensituation ist hier natürlich sehr unbefriedigend.
Foto: Szene aus der Landesligabegegnung 11/12 zwischen Neckarau und Sandhofen.
Sportkurier: Woran liegt es?
RICHARD WEBER: Das hat mehrere Gründe. Zum einen haben wir ein sehr großes Verletzungspech in unseren Reihen. Efkan Gürlejen hatte einen Kreuzbandriss und noch kein Spiel für uns gemacht. Ali Chaouch ist nach seinem Kreuzbandriss noch lange nicht auf dem Niveau, wo er spielen kann. Timo Gebhardt hatte beim SV 98 Schwetzingen in der Rückserie kein Spiel gemacht, auch er muss sich erst einmal die entsprechende Spielpraxis im Team holen. Habib Altundag war im Urlaub, als er wieder einsatzbereit war (in Ketsch), schied er nach 20 Minuten verletzt aus. Markus Engel, ein ganz wichtiger Spieler für uns – hatte wegen eines Bänderrisses noch keinen Einsatz und Danis Metscher verletzte sich im ersten Saisonspiel nach 20 Minuten beim VfB Gartenstadt. Dazu kommt, dass einige Akteure bisher nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen können.
Foto: Jubel nach einem Neckarauer Treffer – so kann es auch gerne am Sonntag gegen den TSV Obergimpern der Fall sein.
Sportkurier: Es ging das Gerücht herum, Sie hätten ihr Amt zur Verfügung stellen wollen. Ist da was dran?
RICHARD WEBER: Ja, das ist richtig. Wir hatten zunächst das Spiel in Ketsch verloren, wo wir durch ein „Tor des Monats“ das Spiel abgeben. Gegen den FC Badenia St. Ilgen hatten wir uns viel vorgenommen. Ich ließ mit einem 4-3-3 spielen und wir spielten das ganz gut, bis wir zwei Minuten vor der Pause aus dem Nichts das 0:1 hinnehmen müssen. In der 2. Halbzeit kassierten wir weitere drei Treffer. Natürlich hinterfragt man sich dann auch mal als Trainer. „Kann ich die Mannschaft noch erreichen? Hat sich vielleicht einiges abgenutzt?… usw.“
Sportkurier: Haben Sie darüber mit den Vereinsverantwortlichen gesprochen.
RICHARD WEBER: Ich habe mit den Spielern darüber gesprochen und natürlich mit den Vereinsverantwortlichen. Danach hatte ich das Gefühl des uneingeschränkten Vertrauens und bin auch wieder von diesem Gedanken des Rücktrittes abgekommen.
Sportkurier: Jetzt geht es gegen den Aufsteiger TSV Obergimpern. Zuversichtlich, den ersten Sieg einzufahren?
RICHARD WEBER: Natürlich brauchen wir ein Erfolgserlebnis und gegen Obergimpern zählt nur ein Sieg. Wir brauchen jetzt nach diesen Rückschlägen wieder mehr Selbstvertrauen in der Mannschaft. Ich denke auch wir konnten bei der Mannschaft während dem spielfreien Wochenende wieder neue Begeisterung wecken.
Sportkurier: Kommt ihr Team in naher Zukunft wieder besser in die Spur?
RICHARD WEBER: Davon sind wir alle überzeugt. Wenn unsere personelle Situation wieder entspannter ist und wenn es einige Spieler schaffen ihr Potenzial auch voll abzurufen, dann werden wir auch wieder erfolgreich sein.
Fotos: VfL + R.W.
zurück