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Nach 30 Jahren Fußball beendete Steffen Damm seine Laufbahn

Archiv Landesliga (Fußball) | erstellt am Mi. 17.09.2014

30 Jahre lang schnürte sich der Linksfuß die Kickstiefel und war auf allen Fußballplätzen Mannheims – und darüber hinaus, unterwegs. Viele kennen ihn und viele schätzen ihn. Wenn es um Punkte ging, haben ihn auch viele gefürchtet, den stets torgefährlichen Offensivspieler.

Von wem haben wir es hier? Die Auflösung: Von Steffen Damm.

„Ich habe mit vier Jahren mit dem „kicken“ beim ASV Feudenheim begonnen und im Sommer 2014 meine Laufbahn beim FV Fortuna Heddesheim beendet. 30 Jahre Fußball – und das ohne größere Pause, ich glaube das reicht“, sagt Steffen Damm.

Foto: Steffen Damm in seiner unnachahmlichen Art – schlägt er aus vollem Lauf den Ball in den Strafraum. Szene aus Heddesheim – 03 Ladenburg.

Und weiter: „Zum Schluss habe ich nach jedem Spiel meine Knochen gezählt, ob die noch alle vorhanden sind. Der Verschleiß war da schon extrem spürbar und das Programm wollte ich mir jetzt nicht mehr weiterhin geben“, begründet der sympathische Blondschopf seine Beweggründe, mit 34 Jahren aufzuhören.

„Toll, mit einem so schönen Fußballjahr seine Laufbahn abzuschließen. In Heddesheim war es eine klasse Mannschaft mit einem sehr guten Teamspirit. Die Meisterschaft hatten wir uns auf jeden Fall verdient“, sieht er in dem Aufstieg den perfekten Zeitpunkt, dem runden Leder „Adieu“ zu sagen.

13 Jahre in der Jugend des ASV Feudenheim

Begonnen hatte alles 1984 an der Laufener Straße beim ASV Feudenheim. Da schnürte der damals kleine Steffen seine Fußballschuhe und sehr schnell war klar: „Der Junge hat Offensivqualität“, so seine Trainer. „Ich war sehr schnell und dribbelstark. Auch hatte ich schon in ganz jungen Jahren einen sehr guten Schuss. Und so spielte ich meist im Sturm und traf auch häufig“, erinnert sich Damm noch an seine 13 Jahre Fußball-Jugendzeit bei den Feudenheimern.

Foto: Auch als Offensivspieler verfügte Damm (Rechts/blaues Dress) über sehr gute Defensivkünste. In den letzten Jahren seiner Laufbahn wurde er auch wechselweise in der Defensive eingesetzt.


Im letzten A-Jugendjahr wechselte er auf die „Insel“, zur SpVgg. Ilvesheim. Und es wurde ein überragendes Jahr für den talentierten Spieler. 31 Saisontreffer standen am Ende der Spielzeit auf seinem persönlichen Torkonto. Die Teilnahme am traditionellen, internationalen Turnier – dem „Inselcup“, war das Sahnehäubchen. „Wir wurden zwar Letzter des Turniers, hatten uns aber sehr gut verkauft. Gegen Leicester City gelang mir sogar ein Tor, das war damals ein echtes Highlight.“

Schnell den Sprung zu den Aktiven geschafft / Tore, Tore, Tore

Der Übergang in den Aktivenbereich verlief sehr gut. Unter dem damaligen Trainer Karlheinz Lohnert schaffte Damm im Kreisligateam der Ilvesheimer nach 7-8 Ligaspielen den Durchbruch zum Stammspieler. Die Vereine wurden recht schnell aufmerksam, auf den schnellen, dribbelstarken und torgefährlichen „Youngster“.

Es folgte der Wechsel zum Kreisligisten FV 03 Ladenburg und drei schöne Jahre bei den Römerstädtern. „Das war eine geile Zeit damals. Wir scheiterten zwei Mal in den Aufstiegsspielen zur Landesliga. Einmal war es der FC Berwangen und das andere Mal der MFC 08 Lindenhof, die das entscheidende Spiel für sich entscheiden konnten. Insgesamt kam Damm in den drei Jahren auf knapp 50 Saisontore.

Steffen Damm: „2002/2003 wurde ich mit 19 Treffern Torschützenkönig der Kreisliga. Da freut man sich natürlich, wenn man am Ende einer Saison in einer solchen Statistik ganz vorne steht.“

Foto: Der Moment, in dem Steffen Damm in seinem letzten Spiel vom Platz geht. Szene aus Heddesheim – 03 Ladenburg 3:0.

Zwei „geschenkte“ Jahre

Der damalige Verbandsligist TSV Viernheim bekundete an den Diensten von Damm Interesse und buhlte um ihn. „Ich wollte mich zwei Spielklassen höher beweisen, aber das war ein geschenktes Jahr. Ich kam mit dem damaligen Trainer Gerd-Rüdiger Neidig nicht so zurecht. Ich hatte zwar Einsätze, aber einen Stammplatz konnte ich mir nicht erspielen“, wechselte der mittlerweile 24- jährige zur U 23 des SV Waldhof Mannheim.

„In der Winterpause 2004/2005 brach das Team komplett auseinander, auch das war für mich ein verlorenes Jahr. Ich bekam auch so etwas den Ruf eines „Wandervogels“, muss Steffen Damm selbst schmunzeln. „Die zwei Stationen in Viernheim und beim Waldhof waren wie erwähnt, verschenkte Jahre. Aber ich selbst konnte da sehr wenig dafür, dass es nicht so lief.“

Foto: Ruhe und Übersicht am Ball. Steffen Damm konnte gleichermaßen stark in der Offensive- als auch der Defensive spielen.

Mit dem VfL Neckarau in die Landesliga – / mit Feudenheim in die Kreisliga aufgestiegen

Es folgten drei Jahre beim VfL Neckarau, mit denen Damm 2007/2008 in die Landesliga aufstieg, aber das Jahr darauf wieder abstieg. In der Saison 2009/2010 brach der Stürmer in der Winterpause nach 3,5 Jahren und ca. 30 erzielten Toren seine Zelte am Neckarauer Waldweg ab und schloss sich seinem Heimatverein ASV Feudenheim an.

Damm: „Die Feudenheimer wollten aus der Kreisklasse A aufsteigen. Wir wurden dann mit 71 Punkten Tabellenzweiter, schafften über die Aufstiegsspiele den Sprung in die Kreisliga Mannheim. Es folgten drei Mittelfeldplatzierungen in der Kreisliga Mannheim. Obwohl Damm aus personellen Gründen beim ASV in der Saison 2012/2013 öfters links Defensiv eingesetzt wurde, kam er auf sensationelle 12 Saisontore.    

Foto: Mannschaftsbild Fortuna Heddesheim Saison 2013/2014. Steffen Damm unterste Reihe, 2. von rechts.

„Die Trainingsbeteiligung war in Feudenheim nicht gut gewesen, das war mit der Grund, warum ich nochmals einen Wechsel vornahm. Fortuna Heddesheim war gerade in die Kreisliga aufgestiegen und hatte einen breiten Kader für die Saison 2013/2014 vorgesehen. Zudem hatte man dort sportliche Ambition, man wollte weiter oben mitspielen. Das Konzept gefiel mir – und ja, es war ein richtig tolles Jahr in Heddesheim“, so Damm rückblickend.

Die Heddesheimer zeigten von allen Teams die konstantesten Leistungen und Steffen Damm bildete insbesondere in der Hinrunde 13/14 mit Christian Haas zusammen, die stärkste „linke Seite“ der Liga. „Wir haben uns hervorragend verstanden und ergänzt. Beide waren wir defensiv wie offensiv nahezu auf einem Niveau und konnten ständig die Positionen während eines Spiels wechseln. Das war schon richtig gut“, schwärmt der Familienvater von seiner letzten Saison.

Tolles letztes Jahr mit einem klasse Abschluss

„Als ich beim letzten Spiel in der 2. Halbzeit mit einer Stadionansage verabschiedet wurde, da bekam ich schon Gänsehaut. Da war auch wegen der Meisterfeier eine stolze Anzahl von knapp 400 Zuschauer im Stadion und viele hatten applaudiert, als ich vom Rasen ging“, so Steffen Damm.

Foto: Sein letztes Spiel / Meisterfeier mit Fortuna Heddesheim. „Einen besseren Abschluss hätte ich nicht haben können“, so Damm.


30 Jahre Fußball, darunter 16 Jahre Fußball bei den Aktiven. Über 150 Ligatore und unzählige Assists hat Steffen Damm in seiner Statistik stehen

Grund genug, den Mannheimer Fußball-Jung‘ gebührend zu verabschieden. „Wenn wir es in 2014 noch irgendwie unter einen „Hut“ bekommen, dann werden wir ein Abschiedsspiel für Steffen Damm ins Auge fassen. Der Terminkalender ist für uns in der Landesliga sehr eng gestrickt, aber wir schauen mal, was machbar ist“, sagt Fortuna-Coach Rene Gölz, der Steffen Damm ein 1a- Zeugnis ausstellen kann.

„Ein hervorragender Charakter und Fußballer“, weiß auch Gölz die Leistungen eines Steffen Damm richtig einzuschätzen.

Und wie geht es mit ihm weiter? Damm: „Ich bin mit meinem Sohn Noel stets auf dem Fußballplatz unterwegs. Er spielt in der E-Jugend bei der SpVgg. Ilvesheim. Da verpasse ich keine Trainingseinheit und auch kein Spiel, aber als Zuschauer. Ich hatte eine schöne Zeit im Fußball, mit Höhen und Tiefen, aber jetzt genieße ich es eher zuzusehen, wenn sich andere auf dem Platz quälen.“

Foto 3 Berno Nix    alle anderen SPK/Fortuna

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