Rainer Hollich bringt als Trainer jede Menge Erfahrung mit. Kann Hollich den VfB in die Spitze der Liga führen? Bild: AS Sportfotos
Landesligist VfB Gartenstadt geht nun mit Rainer Hollich an den Start / Das SPORTKURIER-Interview
Archiv Landesliga (Fußball) | erstellt am Mo. 15.06.2015
Nur der 8. Tabellenplatz sprang am Ende heraus – zu wenig für die Ansprüche des VfB, die man vor der Spielzeit hatte. Ein nominell starker Kader – aber keine Konstanz in den Spielen. Guten Partien und überraschenden Siegen, folgten ebenso schnell überraschende und oft unnötige Niederlagen.
In der Winterpause der Rückzug des verdienten Spielausschuß Raimund Disch, der aus privaten Gründen sein Engagement beim VfB in der Funktion des SpA. beendete. Sicher ein Rückschlag für die Mannschaft und den Verein, denn Disch hatte in den letzten Jahren maßgeblich am Erfolg der Gartenstädter Anteil getragen.
Ende März 2015 die Meldung: „Rainer Hollich wird im Sommer neuer Trainer beim VfB Gartenstadt.“ Verein und Trainer Norbert Erhardt hatten sich darauf verständigt, den am 30.06.15 auslaufenden Vertrag nicht mehr zu verlängern. Mit Hollich verpflichtete man ein „Zugpferd“ – einen Trainer, dem 2011 mit dem damaligen Oberligisten SV Waldhof Mannheim der Aufstieg in die Regionalliga gelang. Unvergessen das letzte Meisterschaftsspiel gegen den FV Illertissen, als das Carl-Benz Stadion mit 18.000 Zuschauern fast aus allen Nähten platzte und den Blauschwarzen unter Hollich die Meisterschaft gelang.

Hollichs Zeit hat begonnen bei den „Gelben Bären“. Bild AS Sportfotos
In Gartenstadt wird es jetzt für den 59-jährigen etwas familiärer zugehen. Nichtsdestotrotz will der ehemalige Fußballprofi (2. Fußball-Bundesliga) diese neue Aufgabe mit hoher Motivation und der gewohnten Disziplin angehen.
Der SPORTKURIER hat sich mit Reiner Hollich unterhalten.
Sportkurier: Hallo Herr Hollich. Schon seit einigen Wochen ist bekannt, dass sie zur Spielzeit 2015/2016 neuer Trainer des Landesligisten VfB Gartenstadt sind. Kann der alte Taktikfuchs nicht ohne Fußball?
Hollich: Nach dem Rücktritt beim SV Waldhof habe ich mir damals eine Pause verordnet. Als mich dann Rolf Lieberknecht und die Verantwortlichen der TSG 62/09 Weinheim kontaktierten, ob ich für den zurückgetretenen Michael Köpper einspringen könnte, habe ich dann dort zugesagt. In Weinheim könnte ich jetzt immer noch Trainer sein, doch die Umstände und Geschehnisse im Verein haben dies dann nicht zugelassen. Als in Gartenstadt das Trainerduo Thomas Geier und Karlheinz Bauer
aufhörte, bin ich ohne mein Zutun immer wieder mit dem VfB in Verbindung gebracht worden. Die ein oder andere Anfrage hatte ich tatsächlich von anderen Vereinen, aber entweder war die Entfernung zu weit oder es hat beim Club insgesamt nicht gepasst. Als dann wirklich eine Anfrage von Gartenstadt kam und ich mit dem Vorstand Einigkeit erzielte, wurde die Sache spruchreif. Den Ausschlag hat sicher auch gegeben, dass der Trainingsplatz fast vor meiner Haustür liegt. Ich habe ausreichend Zeit, nach dem Geschäft den Trainingsplan zu erstellen und kann auch mal mit dem Fahrrad zum Training fahren.
Sportkurier: Wie ist die Erwartungshaltung im Verein, was will man erreichen?
Hollich: Die Erwartungshaltung darf natürlich nicht sein zu glauben, da kommt ein ehemaliger Regionalligatrainer und alles läuft. Jeder Trainer braucht eine gute Mannschaft, um erfolgreich zu sein, dies gilt auch für einen Pep Guardiola. Die Spieler müssen bereit sein, mitzutragen, was ich vorgebe. Jeder sollte sich schon jetzt darauf einstellen, mehr machen zu müssen als bisher, wir werden auch in der Vorbereitung häufiger trainieren als bisher. Wenn die Mannschaft dazu bereit ist, kann sie einen besseren Tabellenplatz erreichen, als diesmal mit dem 8. Tabellenplatz. Wenn sie aber so launisch auftritt wie im letzten Jahr, dann wird es schwer in einen bestimmten Tabellenbereich vorzudringen.
Sportkurier: Wie ist die Klasse im nächsten Jahr einzuschätzen?
Hollich: Die Klasse hat durch den Nichtaufstieg von Wieblingen und den Abstieg von Waldhof II für mich an Qualität gewonnen. Wir haben neben den erfahrenen Spielern auch viele junge Leute im Kader, aber das Ziel muss es natürlich sein, möglichst besser als im alten Jahr abzuschneiden.
Sportkurier: Wie wird denn der VfB künftig personell aufgestellt sein?
Hollich: Uns haben nur Spieler aus dem zweiten Glied, auch berufsbedingt verlassen. Das Team ist im Großen und Ganzen unverändert. Mit Maier von DJK Neckarhausen und Golderg vom Ludwigshafener SC haben wir bis jetzt zwei Neuzugänge. Vielleicht tut sich für uns ja noch in den nächsten Wochen was auf, man weiß ja nie.
Sportkurier: Und in der Vorbereitung geht es am 22.Juli gegen den SV Waldhof.
Hollich: Ja, das ist wie unser Trainingsauftakt am 6.Juli mitten in der Urlaubszeit. Prozesse einzuspielen dauert natürlich in dieser Klasse viel länger, wenn die Spieler abwechselnd nicht verfügbar sind. Aber wir freuen uns auf das Spiel.
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