Beide Vereine kämpfen um den Klassenerhalt in der Kreisliga. Szene aus MFC Phoenix Mannheim - Germania Friedrichsfeld. v.l. Phoenix Patrick Weber gegen Germanias Alexandros Tsotsios. Bild: Berno Nix
Die SPORTKURIER-Kurzanalyse der Hinrunde in der Kreisliga Mannheim 2015/2016
Archiv Kreisliga (Fußball) | erstellt am Mi. 02.12.2015
Gleichzeitig ist fast die halbe Liga noch in der Lage, in Richtung des zweiten Tabellenplatzes zu schielen. In der Winterpause genug Zeit und wohl auch Gelegenheit für die Vereine, sich für die Rückrunde personell entsprechend aufzustellen.
Kurzanalyse der Hinserie:
Die TSG Eintracht Plankstadt (1.) wird in die Landesliga aufsteigen. Das Team von Trainer Frank Engelhardt kann sich eigentlich nur selbst noch schlagen. Zu gut ist das vorhandene Personal – zu gut ist die mannschaftliche Geschlossenheit beim Fusionsclub. Acht Punkte Vorsprung vor der Winterpause sind eine Ansage und selbst wenn die Plankstadter in Edingen-Neckarhausen Federn lassen würden, so wird es für die Konkurrenz sehr schwer werden, auf Dauer an das Niveau der Plankstadter heranzukommen.
Die Spvgg. Wallstadt (2.) geht als Topfavorit, hinter Plankstadt, in die Rückrunde. Personelle Ausfälle in den letzten Wochen haben Punkte gekostet, so dass man in Wallstadt jetzt auch den „Atem der Verfolger“ im Nacken verspürt.
Wenn wieder alle Mann an Bord sind und vll. sogar personell nachgebessert werden kann, dann gehen die Wallstadter als heißer Kandidat auf Platz 2 in die Rückrunde.
Wer sind die Verfolger von Wallstadt ggfs. Plankstadt? Da gehört auf alle Fälle der MFC 08 Lindenhof (3.) dazu. Eine Mannschaft, die im Kollektiv einen guten Fußball spielt und in der Lage ist, auch gegen Spitzenteams zu bestehen. Trainer Ralf Eckl hat hier eine sehr gute Mischung gefunden. Können die Lindenhofer ihre Leistungen stabilisieren, was in den Vorjahren nie der Fall war, dann gehören sie neben dem FC Türkspor Mannheim zum größten Konkurrenten im Kampf um die vorderen Plätze.
Der FC Türkspor Mannheim (4.) begann stark und baute genauso stark ab. Aber noch immer hat das Team von Feytullah Genc den engen Kontakt zum Zweitplatzierten. In Rohrhof sah man beim 1:7 Sieg, welches Potenzial im Team der Türken vorhanden ist. Gelingt es Türkspor in der Rückrunde, sich für das meist gute und überlegene Spiel, in Form von Treffern zu belohnen, dann ist noch was drin.
Dem Aufsteiger 1. FC Turanspor Mannheim (5.) kann man eine gute Hinrunde bestätigen, was aber auch aufgrund des vorhandenen Personals keine Überraschung ist. Hätte man nicht hin- und wieder unerklärliche Schwächephasen gehabt, dann wäre wohl noch mehr drin gewesen. Aber auch so bestehen noch gute Chancen auf den 2. Tabellenplatz, sofern die Teams vor Turanspor weiterhin so fleißig Punkte abgeben.
Mit der SpVgg. 03 Ilvesheim (6.) gibt es einen weiteren starken Aufsteiger. Die Mannschaft von Trainer Markus Hilbert hat jedoch noch nicht ganz die Qualität, um auch in der Rückrunde um die Aufstiegsplätze mitzuwirken. Gerade auch die Big-Point Spiele wie gegen Wallstadt, Plankstadt und Lindenhof gingen deutlich verloren. Das eine und andere Spiel wurde knapp, manchmal auch glücklich gewonnen. Daher ist der bisherige Punkteertrag für die Insulaner (26) eine perfekte Ausbeute.
Den SC Rot-Weiß Rheinau (7.) muss man in der Rückrunde auf dem Schirm haben. In den letzten Wochen zeigte sich die Mannschaft von Trainer Peter Brandenburger stark verbessert und sammelte fleißig Punkte. Vom Personal her gehören die Rheinauer sowieso zu den Besseren Teams der Liga. Gelingt ein guter Auftakt im neuen Jahr, dann ist für die Rheinauer zumindest noch der 2. Platz ein Thema.
Die DJK/Fortuna Edingen-Neckarhausen (8.) zählt mit 23 Punkten weder zu den Abstiegskandidaten, noch zu den Teams, die sich Hoffnung auf einen Aufstieg machen können. Das neuformierte Team blieb etwas hinter den Erwartungen zurück, aber auch nur, wenn man sich an den Namen orientiert, die da in Diensten der Neckarhausener sind. Trainer Christian Emig hat dennoch eine Mannschaft zusammen, die an guten Tagen auch ein Spitzenteam weghauen kann. Nur eine beeindruckende Siegesserie, könnte die Emig-Elf in der Rückrunde nochmal ins Spiel bringen.
Beim Neuntplatzierten SG Hemsbach-Sulzbach (9.) beginnt quasi schon die Abstiegszone. Bei vier Absteigern, ist der aktuelle Vorsprung auf Rang 13 nur noch drei Punkte groß. Nach oben geht bei den Bergsträßern nicht viel, so dass man sich im neuen Jahr auf einen harten Abstiegskampf einstellen darf. Nachlassen gilt nicht, ansonsten geht’s schneller nach unten, als man sich das vorstellen kann.
Die TSG 62/09 Weinheim II (10.) hat keine sattelfeste Defensive. Die bislang 38 Gegentreffer sind zu viel, wenn man die Qualität in der Mannschaft betrachtet. Dafür sind sie vorne im Angriff treffsicher (38 Tore). Torjäger Timo Endres (14) und Fabian Vogel (9) haben am häufigsten geknipst. Bei den Bergsträßern darf in der Offensive nicht viel passieren, ansonsten geht’s abwärts in Richtung Kreisklasse.
Der SV Schriesheim (11.) hat unter dem Strich gesehen, etwas enttäuscht. Nur zwei Teams haben mehr Gegentore kassiert, als die Bergsträßer. Auswärts zeigte man sich zu oft als Punktelieferant (1-2-4/9:23 Tore). Immerhin konnte das Team von Trainer Sven Schmid aus den letzten drei Saisonspielen, sieben Punkte holen. Ohne diese Zähler wäre man Tabellenvorletzter. Schriesheim wird aufgrund der Ausgeglichenheit in der Liga, bis zum letzten Spieltag um den Erhalt der Spielklasse spielen müssen.
Die TSG Lützelsachsen (12.) begann schwach, steigerte sich enorm – fiel aber zuletzt wieder etwas ab. Die Qualität im Kader von Trainer Alexander Knauff ist zu gut, als das man sich mit Abstiegsgedanken beschäftigen müsste. Aber die Realität sieht eben anders aus. Insbesondere auswärts müsste man öfters „die Zähne zeigen“. Kommt etwas mehr Konstanz ins Team der Lützelsachsener, dann wird man sich in der Rückrunde aus dem Tabellenkeller spielen.
Der FV 08 Hockenheim (13.) dürfte da unten nicht stehen, wenn man den Worten von Trainer Manuel Muth lauscht. Seiner Meinung nach, kann es Hockenheim mit nahezu jedem in der Liga aufnehmen. Die Statistik ist jedoch ernüchternd. Nur vier Siege aus 16 Spielen, dazu mit 40 Gegentreffern die viertschwächste Defensive der Liga. Gerade die Defensive war oft das Prunkstück der Rennstädter. Dennoch dürfte Hockenheim am Ende doch in der Liga bleiben. Man ist den Abstiegskampf aus den Vorjahren gewöhnt und zudem ist das vorhandene Personal auf jeden Fall „kreisligatauglich“.
Der MFC 02 Phönix Mannheim (14.) steht überraschend da unten? Mitnichten. Nach dem erfolgreichen Trainer Carsten Haas kam Rafal Dach. Er war vor der Saison vom Kader überzeugt und hob insbesondere die Breite selbigen hervor. Aber anscheinend muss sich wohl im Laufe der Vorbereitung jede Menge Personal verabschiedet haben. Wie sonst ist zu erklären, dass man ständig auf die kleine Personaldecke verweist? Der Start in die Saison war gut, mit vier Siegen aus 6 Spielen. Danach ging nichts mehr beim MFC (1-1-8). Phönix wird direkt absteigen, wenn sich in der Rückserie nicht einiges grundlegend ändert, vor allem beim Personal.
Der FC Germania Friedrichsfeld (15.) stieg euphorisch in die Kreisliga auf. Aber schnell fand man sich auf dem Boden der Tatsachen wieder. Verletzte Spieler, neue Spielklasse, auch etwas Pech. Von allem war etwas dabei. Trainer Sven Paulsen musste seinen Hut nehmen und Co-Trainer Matthias Dehoust beerbte ihn. Seitdem geht es wieder aufwärts, was aber auch teilweise mit dem zurückgekehrten Personal in Zusammenhang zu bringen ist. Kann man die Form der vergangenen Wochen stabilisieren, dann hat die Germania durchaus die Chance, die Spielklasse zu halten.
Der SV Rohrhof (16.) war die letzten Jahre mit einem Namen in Verbindung zu bringen: Musie Sium. Der ehemalige Rohrhofer Coach verpasste dem Verein eine Handschrift, die bemerkenswert war. Aufstieg in die Kreisliga, Vizemeisterschaft, Kreispokalsieg. Musie Sium ging nach dem ersten Spieltag und Rohrhof ist mittlerweile zum Punktelieferanten mutiert. Trainer Wolfgang Stamm konnte zwischendurch eine neue Linie einbringen, aber drei Remis und drei Niederlagen aus den letzten 6 Spielen sind ernüchternd. Ohne neues Personal werden die Rohrhofer in die Kreisklasse A absteigen.
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