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Der Sportkurier im Gespräch mit Jörg Finkler
Archiv Kreisliga (Fußball) | erstellt am Di. 17.03.2015
Manche haben „klingende Namen“ – andere vll. gerade ganz frisch die Trainer-Lizenz abgelegt, finden aber nicht gleich einen Club.
Wir haben einen Trainer getroffen, der in den letzten Jahren auf sich aufmerksam machte, aber um den es auch nach seiner letzten Station beim SV Waldhof Mannheim U 23 ruhiger wurde.
Die Rede ist von Jörg Finkler. Der 41- jährige Polizeibeamte und B-Lizenzinhaber trainierte zuletzt den Verbandsligisten SV Waldhof U23, musste aber nach einem einjährigen, recht erfolgreichen Engagement bei den Blauschwarzen, dem neuen Nachwuchs-Konzept des Vereins Rechnung tragen. Sein auslaufender Vertrag wurde zum Juli 2014 nicht verlängert.
Mit dem FC Germania Friedrichsfeld schaffte er zuvor als verantwortlicher Trainer den Aufstieg in die Kreisklasse A und scheiterte mit den Germanen 2012/2013 nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber Olympia Neulußheim am Direktaufstieg in die Kreisliga. Zudem führte er 2013 sein Team zum Kreispokalsieg in Mannheim. Damals wurde der Kreisliga-Meister Spvgg. Wallstadt im Finale in einem spannenden Elfmeterschießen bezwungen.
Foto: Als Chefcoach des FC Germania Friedrichsfeld holte Jörg Finkler mit seinem Team 2012/2013 den Mannheimer Kreispokalsieg. Links im Bild Kebba Sillah.

Wir haben Jörg Finkler getroffen und uns mit ihm unterhalten.
Sportkurier: Hallo Herr Finkler, es ist ruhig geworden um ihre Person. Jahrelang standen Sie als verantwortlicher Trainer im Fokus. Wie sieht es aus, sieht man Sie bald wieder an der Seitenlinie?
JÖRG FINKLR: Ich hoffe doch, das Fußball-Fieber ist in mir und es „juckt wieder gewaltig in den Füßen“. Zur neuen Saison würde ich schon gerne wieder einen Verein trainieren.
Sportkurier: Nach jahrelanger Tätigkeit als Coach, was macht man da an den Wochenenden ohne Fußball?
JÖRG FINKLER: Die Pause hat jetzt ganz gut getan. Man bekommt etwas Abstand von Erlebnissen, bestimmten Vorgängen während der Trainertätigkeit. Das schafft auch wieder Luft und freie Gedanken für neue Ideen – man bekommt den „Akku“ aufgeladen. Ich habe mehr Freizeit gehabt, die ich bislang auch verstärkt mit der Familie verbrachte.
Sportkurier: Aber ganz ohne Fußball ging es und geht es nicht?
JÖRG FINKLER: Nein, auf keinen Fall, dazu bin ich zu sehr Fussballverrückter. Ich habe mir diese Saison sehr viele Spiele in der Region angesehen. Von den Kreisklassen bis zur Regionalliga. Da behält man auch immer den Überblick und man kennt sich in den einzelnen Ligen gut aus. Oberstes Gebot: Auf dem neuesten Stand bleiben.

Sportkurier: Kamen in den letzten Monaten Anfragen von Clubs?
JÖRG FINKLER: Da waren Gespräche da, ja. Aber letztendlich ist ein interessantes Gespräch knapp gescheitert, bei einem anderen waren die Perspektiven des Vereins alles andere als optimal.
Sportkurier: Welche Spielklasse würde Sie denn reizen? Wäre da auch eine Co-Trainer Tätigkeit nicht ausgeschlossen?
JÖRG FINKLER: Es sollte ein Verein mit Ambitionen sein. Von der Kreisliga aufwärts. Das kann auch außerhalb des Badischen Fußballverbandes sein. In Südhessen oder Südwesten/Pfalz gibt es auch Clubs. Als Co-Trainer würde ich in den unteren und mittleren Spielklassen nicht arbeiten.
Sportkurier: Sorge, in der neuen Runde keinen neuen Verein zu coachen?
JÖRG FINKLER: Man muss geduldig sein und die Gunst der Stunde nutzen. Nein, ich habe da keine Sorge. Ich lebe ja nicht vom Fußball.
Sportkurier: Ihnen eilt der Ruf voraus, gerade junge Spieler entwickeln zu können und individuell zu verbessern. Sie legen Wert auf ein höchstes Maß an Disziplin und gelten als Taktikfuchs, der auch eine offensive Spielweise bevorzugt.
JÖRG FINKLER: Mir macht es einen Riesenspaß, auch mit jungen und entwicklungsfähigen Spielern zu arbeiten, die man verbessern kann. Ich denke das ist auch ein ganz wichtiger Bestandteil einer Trainertätigkeit. Die Taktik spielt heute mehr denn je eine große Rolle – und ja, ich bin ein Freund des offensiven Fußballs. Da ist mir ein 4:3 lieber, als ein 1:0. Fußball bedeutet auch Unterhaltung und der Unterhaltungswert ist einfach höher, wenn der Zuschauer Offensivfußball und Tore sieht.
Sportkurier. Dann vielen Dank für das Gespräch und für Sie viel Erfolg.
JÖRG FINKLER: Vielen Dank.
Fotos: Berno Nix
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