Beim Landesligaabsteiger Spvgg. Sandhofen bricht Team auseinander

Beim Landesligaabsteiger Spvgg. Sandhofen bricht Team auseinander

Beim Landesligaabsteiger Spvgg. Sandhofen bricht Team auseinander

Archiv Kreisliga (Fußball) | erstellt am So 24.06.2012

Fritz Reubold 2009: „Mittelfristig ist sogar die Verbandsliga ein Thema“

Fritz Reubold damals: „Die Verantwortlichen des Vereins haben die Anzahl der Sponsoren in den vergangenen Jahren sukzessive erweitert und damit eine gesunde, finanzielle Basis geschaffen, um auch in der Landesliga eine Spitzenmannschaft zu formen. Mittelfristig ist sogar die Verbandsliga ein Thema. Es wäre verkehrt keine neuen Ziele zu setzen, so die „vollmundige“ Aussage des Vereinsvorsitzenden.  

Foto: Der Kader der Spielvereinigung Sandhofen vor der Saison 2011/2012

sandhofen-team 2011

Knapp drei Jahre später Auflösungserscheinungen

Knapp drei Jahre später sieht alles anders aus. Beim Landesligaabsteiger zeigen sich in der ersten Mannschaft gewaltige Auflösungserscheinungen.  Nahezu der komplette Kader verlässt den Club nach dem Abstieg. Der Vorsitzende Fritz Reubold kam seiner Zusage einer Stellungnahme zur abgelaufenen Spielzeit und der aktuellen Situation leider nicht nach und Trainer Rudi Wolf verweilt laut Reubold im Urlaub.

Rückblick:

Die Spatzen pfiffen es schon im Spätherbst 2011 von den Dächern. „Beim Landesligisten Spvgg. Sandhofen gäbe es Zahlungsprobleme und daher auch unzufriedene Spieler.“ Ergebnis: Der Club aus dem Mannheimer Norden dümpelte im Tabellenkeller und man entließ Coach Rudi Kecskemeti in der Winterpause wegen angeblicher Erfolglosigkeit. Sein Nachfolger wurde Rafal Dach, der zuvor im Juniorenbereich des VfL Kurpfalz Neckarau gearbeitet hatte. Den abstiegsgefährdeten Verein verließen dann bereits in der Winterpause Leistungsträger wie Christian Hofsäß, Christian Ott, Alexander Baerbach und Mathias Mayer.

Foto: Simon Heizmann (rechts) am Ball. Foto: Nix

sandhofen-nix

Auf der Hauptversammlung Erklärungen über unvorhergesehene Ausgaben

Neu-Coach Rafal Dach konnte nur fünf Spieler aus der 2. Mannschaft in das Landesligateam hochziehen. Neuzugänge? Fehlanzeige. Der Verein sah sich finanziell nicht in der Lage die Spielerabgänge durch Neuzugänge kompensieren zu können. Fritz Reubold erklärte auf der Hauptversammlung des Vereins im April 2012: „Wir haben hohe Ausgaben wegen des Pächterwechsels gehabt, hier mussten unvorhergesehene Investitionen getätigt werden. Auch unsere Rasenspielfelder und der Tennisplatz, der zum Rasenplatz umfunktioniert wurde, hat Kosten verursacht. Die steigenden Energiekosten (ca. 40 %) haben auch zu Buche geschlagen. Nun sei man mit den Verbindlichkeiten auf dem Laufenden“, so der Vorsitzende. Der Gerüchteküche, der Club sei „klamm“ – widersprach Reubold energisch.
 
Nur weiß jeder Vereinsvorstand, dass man gleich mehrere Maßnahmen wie Investitionen in das Vereinshaus, Rasenanlage, Heizanlage nicht in einem laufenden und verabschiedeten Geschäftsjahr vornimmt, wenn diese nicht in einem Wirtschaftsplan vorgesehen waren. Damit Probleme bei den Aufwandsentschädigungen und Prämien zu erklären, das kam nur bei den wenigsten gut an.

Foto: Rafal Dach schaffte mit dem Team die Relegation und musste trotzdem gehen/ Bild: Nixrafal dach - nix

Trainer Rafal Dach vor dem letzten Verbandsspiel gekündigt worden

Trainer Rafal Dach fiel dann wenige Tage vor dem letzten Verbandsspiel gegen den TSV Wieblingen bei den Vereinsoberen in Ungnade und es wurde ihm für die neue Spielzeit gekündigt. Ob er das letzte Verbandsspiel gegen Wieblingen als Trainer noch durchführen wolle, sei ihm freigestellt. Fritz Reubold seinerzeit: „Wir hatten ja nicht mehr damit gerechnet, dass wir am letzten Spieltag drei Punkte und 6 Tore auf Michelfeld aufholen. Sicher kam die Verkündung des Trainerwechsels zu einem ungünstigen Zeitpunkt, aber wir haben dafür unsere Gründe gehabt.“

Rafal Dach schafft mit dem Team durch 5:0 Sieg Sensation / In die Relegation ging es mit neuem Coach

Rafal Dach betreute das Team an diesem letzten Verbandsspiel und schaffte eine Sensation. Der „gekündigte Coach“ erreichte einen nie für möglich gehaltenen 5:0 Sieg über Wieblingen und bei der gleichzeitigen Niederlage des TSV Michelfeld in Eppingen, konnte Sandhofen in die Entscheidungsspiele gehen, musste nicht direkt absteigen. Rafal Dach, der diese Sensation als verantwortlicher Trainer schaffte – durfte das Team in den Entscheidungsspielen jedoch nicht übernehmen, es wurde Rudi Wolf (2. Mannschaftstrainer) für die Betreuung der Mannschaft beauftragt. Eine Personalpolitik des Vereins, die für nur ganz wenige nachvollziehbar war.

Foto: Gegen Neuenheim gewann Sandhofen 2:1 / Im Finale an Rheinau gescheitert – Bild: ASCthumulk-snd

Nach 3:1 Niederlage gegen Rot-Weiß Rheinau abgestiegen

Gegen den ASC Neuenheim gewannen die Sandhofer in der ersten Runde mit 2:1 Toren, aber gegen den Kreisliga-Vizemeister Rot-Weiß Rheinau war Endstation. Mit einer 3:1 Niederlage verabschiedete sich die Spielvereinigung aus der Landesliga Rhein-Neckar.

Auflösungserscheinungen/ Bisher 13 Spielerabgänge aus dem Team 2011/2012

Nun die Auflösungserscheinungen beim Absteiger: Zur Spvgg. Wallstadt wechseln: Stefan Klengel, Christoph Riegel, Heilmann Alexander, Burosch Matthias (ohne Verein/zuvor Spvgg. Sandhofen). Christopher Kern schließt sich dem Landesligisten VfB Gartenstadt an. Dennis Kecskemeti, Julian Nindel, Mike Pfeiffer und Marc Wheeler spielen in der neuen Saison bei der DJK Fortuna Edingen-Neckarhausen. Nachdem bereits in der Winterpause Christian Hofsäß, Christian Ott, Alexander Baerbach und Mathias Mayer den Verein verließen, sind nun 13 Spielerabgänge aus dem Stammkader der Saison 2011/2012 bekannt. Weitere Spielerabgänge nicht ausgeschlossen.

Neuzugänge sind beim Neu-Kreisligisten noch keine vermeldet worden – und es dürfte für Trainer Rudi Wolf eine fast unlösbare Aufgabe sein, die Mannschaft in der kommenden Kreisliga-Saison „konkurrenzfähig“ aufzustellen. sandhofen

Absturz sollte als mahnendes Beispiel dienen

Der Absturz der Spvgg. Sandhofen sollte anderen Clubs ein mahnendes Beispiel sein. Immer öfters tritt zu Tage, dass Vereine ihre Mannschaften mit nominell guten Spielern aufrüsten, Versprechungen und Abmachungen treffen, die Zeche hierfür oft nicht zahlen können. Folge: Schlechtes Vereins-Image, wechselwillige Spieler, Verabschiedung von ehemals ambitionierten Zielsetzungen – Absturz.

Der Spielvereinigung Sandhofen ist zu wünschen, dass der Club jetzt wieder in ruhigeres Fahrwasser gerät und zukünftig entsprechend seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten handelt. Nicht das man in absehbarer Zeit wieder seinen Kader aufrüstet und höhere Ziele anstrebt, am Ende Zahlungen nicht leisten kann, weil ja plötzlich das Dach des Vereinshauses unerwartet saniert werden musste.

zurück
Das könnte Dich auch interessieren:

Archiv Kreisliga (Fußball)

erstellt am Do 10.12.2015

Mehr lesen

Archiv Kreisliga (Fußball)

erstellt am Mo 07.12.2015

Mehr lesen