Samstag die ENTSCHEIDUNG: Werden die Rhein-Neckar Löwen Deutscher Handball-Meister?
Samstag die ENTSCHEIDUNG: Werden die Rhein-Neckar Löwen Deutscher Handball-Meister?
Archiv Handball | erstellt am Fr. 23.05.2014
Punktgleich gehen beide Klubs in den letzten Spieltag, allerdings haben die Löwen die um sieben Treffer bessere Tordifferenz. Der THW Kiel trifft auf die Berliner Füchse, während die Löwen beim VfL Gummersbach antreten.
Seit 2001 war der Meisterentscheid nicht mehr so spannend, als der Tabellenzweite SC Magdeburg am letzten Spieltag auf den Primus SG Flensburg-Handewitt traf und die SG mit einem 30:23 noch überflügelte. Vor fünf Jahren waren der THW Kiel und der HSV Hamburg vor dem letzten Spieltag zwar ebenfalls punktgleich, doch das Torverhältnis sprach klar für den THW, der sich den Titel mit einem Auswärtssieg in Großwallstadt sicherte.
Foto: SAP-Arena / Die Löwen boten Ihren Fans diese Spielzeit herausragende Spiele.
„Das soll diesmal nicht passieren“, sagt Gudmundur Gudmundsson. Der Isländer sitzt beim VfL Gummersbach (16 Uhr) zum letzten Mal in einem Pflichtspiel auf der Löwenbank und es ist klar, dass er sich mit der ersten Meisterschaft der Löwen verabschieden will. Deshalb konzentriert sich der detailversessene Coach auch ganz auf den kommenden Gegner, mehr Sätze zum THW Kiel sind ihm nicht zu entlocken.
„Es bringt nichts sich damit zu beschäftigen, wir wollen uns darauf fokussieren, was wir beeinflussen können“, sagt Gudmundsson. Mit einem möglichst klaren Sieg soll der Sieben-Tore-Vorsprung gegenüber den Kielern verteidigt werden. Machen die Löwen ihre Hausaufgaben richtig – so der allgemeine Tenor -, brauchen sie sich nicht darum kümmern, was in der Ostseehalle passiert.
Foto: Rhein-Neckar Loewe Gedeo Villaplana Guardiola (Nr.30) mit dem Wurf aus dem Kreis beim Spiel in der Handball Liga, Bergischer HC – Rhein-Neckar Loewen.
Die deutlichen Erfolge der Kieler in den zurückliegenden Wochen haben bei den Löwen Eindruck gemacht, aber spätestens mit dem 42:19 in Coburg gegen Eisenach vor zwei Wochen haben auch die Löwen auf Turbo-Modus umgeschaltet. „Natürlich haben die Kieler mehr Erfahrung im Meisterrennen, aber unsere Mannschaft hat zuletzt gezeigt, dass sie mit der Situation gut umgeht“, ist Gudmundsson zuversichtlich, dass seine Spieler auch in Gummersbach die Gier nach jedem einzelnen Tor zeigen, für die in der Vergangenheit der THW berüchtigt war.
Es ist ganz offensichtlich, dass der Zweikampf in der Ferne die Löwen zuletzt auf ein neues Level gehoben hat. Konkurrenz belebt das Geschäft und die Badener bauen darauf, dass die Berliner sich nicht wehrlos ergeben. Die Chancen scheinen gut zu stehen, denn als Bob Hanning vor einer Woche mit der A-Jugend der Füchse bei der SG Kronau/Östringen antrat, verriet er in internem Kreis, dass er noch eine Rechnung mit den Kielern offen habe. 2009 verpasste der Hauptstadtklub die Europapokalteilnahme nur um ein Tor gegenüber dem TV Großwallstadt. Und der TVG profitierte am letzten Spieltag davon, dass die Kieler sich darauf beschränkten, zwei Punkte einzusammeln, sie verspielten in den Schlussminuten eine hohe Führung, die den Berlinern für die Teilnahme am EHF-Cup gereicht hätte. Bob Hanning ist deshalb motiviert.
Foto: Der scheidende Coach Gudmundur Gudmundsson könnte sich mit dem Gewinn der Meisterschaft ein Denkmal setzen.
Die Löwen haben heute zwar ein Auswärtsspiel, gefühlt könnte es aber schnell zum Heimspiel werden. Alle 500 Tickets, die den Badenern vom VfL Gummersbach zur Verfügung gestellt wurden, gingen schnell weg und es ist davon auszugehen, dass sich Löwenfans zusätzlich über die Kanäle des VfL bedient haben. Mehrere Fanbusse machen sich auf den Weg ins Oberbergische, so viele Fans begleiteten die Löwen außerhalb der Final-Four-Turniere noch nie. „Das ist großartig“, findet Gudmundsson und hofft, dass er mit den vielen Schlachtenbummlern in gelben Trikots heute Nachmittag eine große Sause feiern kann.
Fotos: Rhein-Neckar Löwen
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