Patrick GROETZKI / RNL , Rhein-Neckar Loewen vs. MT Melsungen. AS Sportfotos

Patrick GROETZKI / RNL , Rhein-Neckar Loewen vs. MT Melsungen. AS Sportfotos

Rhein-Neckar Löwen peilen Titel im DHB-Pokal an

Archiv Handball | erstellt am Mo. 27.04.2015

Am Ende fehlten den Gelbhemden nur zwei mickrige Törchen zum ganz großen Wurf. Tragisch war das. Und auch deshalb, weil den Badener eine ähnliche starke Saison auf lange Sicht niemand zutraute. Dazu war der Aderlass im Sommer 2014 zu groß. Trainer weg, Manager weg und auch einige Leistungsträger verabschiedeten sich. Ein junger Haufen sollte es fortan richten. Ein Team mit Perspektive, dem eben aber die Erfahrung fehlte.

Doch die Sorgenfalten waren unbegründet. Denn eigentlich machten Patrick Groetzki und Co. genau dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Mit Tempo-Handball der Extraklasse, der erneut zu einem Tanz auf drei Hochzeiten führte. Mittlerweile ist der aber vorbei: In der Königsklasse kam das Aus im Achtelfinale, in der Meisterschaft kürzlich mit dem Remis in Kiel und der überraschenden Pleite in Wetzlar. Egal, noch kann die Saison gerettet, gekrönt werden. Und zwar mit dem Titel im DHB-Pokal, der in Handballkreisen einen Top-Ruf genießt.

 

Uwe Gensheimer beim Torwurf. Foto: AS Sportfotos

 

Am 9. und 10. Mai treffen sich die besten vier Teams in Hamburg zum Final Four. Im Halbfinale wartet die SG Flensburg-Handewitt auf die Löwen. Im zweiten Semifinale duellieren sich die Füchse Berlin und der SC Magdeburg. Vier starke Mannschaften – aber nimmt man die bisherige Saison als Maßstab, so sind die Löwen, die im Viertelfinale Kiel aus dem Pokal geworfen haben, durchaus in der Favoritenrolle. Das weiß auch Lars Lamadé, der Geschäftsführer der Löwen. Und der sagt im Vorfeld des Pokal-Spektakels folgendes: „Es ist bereits jetzt eine gute Saison, die wir spielen. Sollte es nun endlich mal mit dem Titel in Hamburg klappen, wäre es eine sehr gute.

 

Klappt es nicht, bleibt es nur eine gute.“ Hört sich ein wenig arrogant an. Aber das täuscht. Gemessen wird eine Mannschaft immer an den Titeln. Pokale sind das Einzige, was bleibt. Und von denen haben die Besten aus dem Südwesten bislang nur einen. Gemeint ist der EHF-Pokal, der 2013 in die heimische Vitrine geholt wurde – und der hat eben nicht ganz die Strahlkraft der anderen. Flensburg – das war doch was? Stimmt, auch im Vorjahr ging es im Halbfinale von Hamburg gegen die Nordlichter.

 

Auf Niklas Landin wird es beim Final-Four besonders ankommen. Bild: AS Sportfotos

 

Die Vorzeichen waren die gleichen. Die Löwen galten damals als Favorit, stiefelten nach 60 einseitigen Handball-Minuten aber wie begossene Pudel aus der Halle: Flensburg jubelte über einen 30:26-Erfolg, war cleverer. Diesmal soll das anders werden.

 

Die Ausgangslage ist gut. Zuletzt hatte Trainer Nikolaj Jacobsen, der bislang einen starken Eindruck an der Seitenlinie hinterlassen hat, kaum Verletzte zu beklagen – bleibt zu hoffen, dass dies bei den derzeitigen Länderspiel-Abstellungen auch so bleibt. Denn gerade die erste Löwen-Sieben ist nur ganz schwer zu stoppen. Viel wird aber erneut auf Niklas Landin ankommen. Der Hexer zwischen den Löwen-Pfosten muss zwei Sahnetage in der Hansestadt erwischen. Und wenn nicht? Dann ist der Katzenjammer wieder groß.

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