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Der Friedrichsfelder brachte es bei den Rhein-Neckar Löwen zum Weltstar +++ Geht er?
Archiv Handball | erstellt am Mi. 26.08.2015
Ein Andy Schmid zum Beispiel. Oder ein Patrick Groetzki. Aber einer überstrahlt sie alle: Uwe Gensheimer. Der Mannheimer Bub. Aufgewachsen in Friedrichsfeld, brachte er es zum Weltstar, zum wohl besten Linksaußen auf dem Handball-Planeten.
Rings um die SAP Arena lieben sie ihn jedenfalls, vergöttern ihn förmlich
Und auch die regionale Wirtschaft ist der Marke Gensheimer verfallen. Werbung macht er für alles mögliche. Mal grinst er in Übergröße von der Straßenbahn, mal wurde er auf einer Litfaßsäule verewigt. Kurzum: „Gensel“ ist in Mannheim, Heidelberg und der Vorderpfalz überall präsent.
Doch genau das könnte sich bald ändern. Denn noch hat der Rechtshänder seinen Löwen-Vertrag, der nach dieser Saison ausläuft, noch nicht verlängert. Nach Informationen des Sportkuriers liegt es aber nicht an den Löwen. Die versuchen alles. Geschäftsführer Lars Lamadé und Co. sind bereit tief in die Tasche zu greifen, haben eine Art Rentenvertrag ausgearbeitet, der den mittlerweile 28-Jährigen auch nach seinem Karriereende eine Top-Perspektive bieten soll.
Rhein-Neckar Loewen vs. ESP FC Barcelona CL 2014 3 Uwe GENSHEIMER. AS Sportfotos.
Doch Gensheimer ziert sich noch
Verständlicherweise. Denn der seit Jahren populärste Handballer Deutschlands hat einen entscheidenden Makel: Bis auf den eher als zweitklassig eingestuften EHF-Cup hat er noch keinen Titel gewonnen. Was nicht an ihm liegt. Häufig war er schon Bundesliga-Torschützenkönig oder wurde zum besten Spieler der Liga gewählt. Aber alleine geht es im Mannschaftssport eben nicht.
Da sind auch die Mitspieler gefragt. Und die sind auch bei den Löwen stark, aber eben nicht ganz so stark wie die in Kiel. Zwei Mal schrammten die Badener nur um Haaresbreite am Titel vorbei. Und mal ganz ehrlich: Ist die Karriere erst mal vorbei, wird ein erfolgreicher Sportler an Titeln gemessen. Nur so kann er sich ein Denkmal setzen.
In Kiel hätte Gensheimer die Chance auf etwas, das bleibt. Einen Pokal, den Liga-Pott
Und die Norddeutschen sollen auch kräftig am Löwen-Publikumsliebling baggern. Manager Thorsten Storm vor allem – und der hat bekanntlich einen großen Vorteil: Storm, der Ex-Löwe, war es, der den letzten Vertrag mit Gensheimer ausgearbeitet hat. Will heißen: Storm weiß genau, wo er ansetzen muss, um Gensheimer locken zu können.

Doch bei all den Verlockungen aus dem In- und Ausland (auch Paris ist interessiert), einen Stellenwert wie in der Kurpfalz hätte Gensheimer nirgends. In Kiel wäre er einer von vielen. Ein Star, aber eben nicht der Superstar. Was sich auch finanziell bemerkbar machen dürfte, denn gerade die regionale Wirtschaft, die derzeit mit ihm in der Kurpfalz wirbt, will ein Aushängeschild aus dem Großraum Mannheim. Keines aus Kiel. Folglich müsste Kiel wohl schon einen ordentlichen Batzen auf Gensheimers Gehalt draufpacken, um die finanziellen Einbußen auffangen zu können.
Fakt ist jedenfalls auch, dass sein Abschied für die Löwen eine Katastrophe wäre
So ist es nämlich kein Geheimnis, das im Businessbereich ganze Tische nur deshalb für teures Geld angemietet werden, weil Gensheimer sich unten auf der Platte das Trikot überstreift. Er ist d a s Gesicht der Löwen. Lamadé weiß das genau. Doch auch er kann keine Wunder vollbringen, betont immer wieder, dass auch die Löwen eine Schmerzgrenze haben.
Die Entscheidung im Fall Gensheimer steht jedenfalls unmittelbar bevor…
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