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TSG 1899 Hoffenheim mit Pokal-Aus / 13.347 Zuschauer…Minuskulisse
Archiv 1. Bundesliga (Fußball) | erstellt am Do. 13.02.2014
Foto: Wolfsburgs Ricardo Rodriguez (Nr.34) bei seinem Elfmeter zum 0:1 beim Spiel im DFB Pokal Viertelfinale, TSG 1899 Hoffenheim – VfL Wolfsburg.
Doch eine 2:3 Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg beendete alle Träume von 1899 Hoffenheim. Viermal war der Traum im Viertelfinale geplatzt. 2004 durch ein 0:1 gegen Lübeck, 2008 mit 1:3 in Dortmund, 2010 mit 1:2 in Bremen, 2011 mit 0:1 in Cottbus und 2012 setzte es die größte Pokal-Pleite mit einem 0:4 in Runde 1 bei den Amateuren des Berliner AK.
Enttäuschende Zuschauerkulisse
Es fing für die Kraichgauer, vor der enttäuschenden Kulisse von nur 13.347 Besuchern, so gut an. Das Team begann druckvoll, engagiert, bissig in den Zweikämpfen und störte das Aufbauspiel der Gäste durch frühes Pressing. Doch nach gut 20 Minuten ließen diese Bemühungen spürbar nach, die Wölfe kamen immer besser ins Spiel. Nachdem der Brasilianer Firmino im letzten Moment vor VfL-Torhüter Benaglio gestoppt wurde, führte im Gegenzug eine schöne Spielkombination über den besten Wolfsburger de Bruyne zur Gästeführung. Innenverteidiger Vestergaard ging gegen den belgischen 22 Millionen Neuzugang im Strafraum ungelenk und ungeschickt in den Zweikampf. Den fälligen Strafstoss verwandelte Rodriguez sicher.
Foto: Wolfsburgs Ricardo Rodriguez (Nr.34) gegen Hoffenheims Koen Casteels (Nr.30) bei seinem 1:2 durch Elfmeter beim Spiel im DFB Pokal Viertelfinale, TSG 1899 Hoffenheim – VfL Wolfsburg.
Der VfL nun besser mit flüssigen Kombinationen. Ein Abspielfehler des Ex-Hoffenheimers Ochs führte in der 38. Minute durch einen abgefälschten Schuss von Firmino zum 1:1 Ausgleich. Hoffe wieder im Spiel, doch erneut brachte ein weiteres Gastgeschenkt eine Minute vor der Pause die Wölfe wieder in Führung. Innenverteidiger Süle grätschte unkontrolliert im Sechzehner gegen Rodriguez, der seinen zweiten Elfer erneut souverän versenkte.
In der 2. Halbzeit ein echter Pokalfight
In der zweiten Hälfte entwickelte sich ein spannender Pokalfight. In einem offenen Schlagabtausch gab es Chancen auf beiden Seiten. Die TSG drängte auf den Ausgleich, Wolfsburg suchte mit schnellen Kontern die Entscheidung. Als in der 64. Minute ein Foulspiel an Süle nicht geahnt wurde, lief die Partie weiter und Dost erzielte völlig freistehend aus fünf Meter die 3:1 Führung. Die Vorentscheidung?
Foto: Wolfsburgs D. Benaglio (Nr.1) faustet den Ball weg beim Spiel im DFB Pokal Viertelfinale, TSG 1899 Hoffenheim – VfL Wolfsburg.
Die Kraichgauer warfen nun alles nach vorn, Trainer Gisdol brachte mit Modeste, Schipplock und Hamad drei frische Offensivkräfte. Hoffnung keimte auf, als Rodriguez in der 70. Minute nach Zeitspiel mit Gelb-Rot vom Platz musste. Die TSG nun mit deutlichem Übergewicht, aber fahrlässig im Auslassen der Torchancen.
Die Größte vergab Schipplock, als er das Kunststück fertig brachte, in zentraler Position den Ball aus vier Meter neben das Tor zu setzen. Der späte Anschlusstreffer in der 91. Minute durch Firmino fiel zu spät. Die Gäste aus der Autostadt brachten mit Glück und Geschick die knappe Führung über die Zeit und qualifizierten sich für das Halbfinale, wo sie bei Borussia Dortmund antreten müssen.
Foto: Das 1:3 von Wolfsburgs Bas Dost (Nr.12) links im Bild gegen Hoffenheims Koen Casteels (Nr.30) beim Spiel im DFB Pokal Viertelfinale, TSG 1899 Hoffenheim – VfL Wolfsburg.
Unmittelbar nach Spielende begab sich 1899-Mäzen Dietmar Hopp in die Hoffenheimer Kabine, um der Mannschaft für ihren großen Fight und Engagement Lob auszusprechen und gleichzeitig auf das prestigeträchtige Derby am Samstag gegen VfB Stuttgart einzustimmen.
Gäste-Trainer Hecking nach der Partie: „Es war ein tolles Pokalspiel, in dem uns Hoffenheim in der Anfangsphase sehr zugesetzt hat, aber nicht zielstrebig genug im Abschluss war. Ich war froh, dass das 2:3 zu einem späten Zeitpunkt fiel, denn sonst wäre es nochmals sehr eng für uns geworden. Wir sind glückliche Sieger, nur schade, dass so ein Spiel vor so einer schwachen Zuschauerkulisse stattfand.
Foto: Die Wolfsburger jubeln nach dem Sieg beim Spiel im DFB Pokal Viertelfinale, TSG 1899 Hoffenheim – VfL Wolfsburg.
Kollege Gisdol: „Wir haben durch die beiden Elfmeter großzügig Gastgeschenke verteilt und uns so um den verdienten Lohn gebracht. Heute hat nicht die bessere, sondern die clevere Mannschaft gewonnen. Wir haben nun in drei Wochen in der Bundesliga an gleicher Stelle die Chance zur Revanche.“
TSG-Mittelfeldspieler Polanski im Gespräch mit dem Sport-Kurier: „Es war deutlich mehr drin heute. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber am Ende ist nichts zählbares dabei heraus gekommen. Wir hatten genügend Torchancen um das Spiel zu entscheiden. Das 2:3 fiel einigen Minuten zu spät. Wir wussten, dass es die einmalige Chance ist ins Halbfinale zu kommen. Der Blick geht jetzt zum Spiel gegen Stuttgart. Wir haben von Hinspiel noch etwas gut zu machen. Wenn wir dann so auftreten wie im Pokal, haben wir gute Chancen die drei Punkte im Derby einzufahren.“
Stürmer Schipplock gegenüber dem Sport-Kurier zu seiner vergebenen Großchance: „Der Pass von Salihovic kommt perfekt, ist stramm gespielt, hüpft etwas vor mir auf, ich wollte den Ball nur leicht tuschieren, dass er ins lange Eck geht. Doch ich erwische ihn zu wenig und er geht einen halben Meter am langen Eck vorbei. Zwei Zentimeter falsche Fußstellung reichen schon aus, um so eine Chance zu vergeben.“
Die Pokal-Halbfinalpaarungen lauten: FC Bayern München – 1. FC Kaiserslautern und Borussia Dortmund – VfL Wolfsburg.
Fotos: Rhein-Neckar Picture