Der Sportkurier im Interview mit Luiz Gustavo
Der Sportkurier im Interview mit Luiz Gustavo
Archiv 1. Bundesliga (Fußball) | erstellt am Sa. 01.03.2014
Der 26-jährige defensive Mittelfeldspieler bestritt von 2007-2010 insgesamt 99 Pflichtspiele für die TSG. Im Kraichgau begann für den damals jungen, unbekannten Brasilianer eine steile Karriere, die über zwei Jahre Bayern München, mit reichlich Titelgewinnen, nun in Wolfsburg ihre Fortsetzung findet. Der Millionen-Transfer im Januar 2011 von Hoffenheim nach München war für den damaligen Trainer Ralf Rangnick Anlass, seine erfolgreiche Zeit in Hoffenheim zu beenden, da der Wechsel ohne sein Wissen zustande kam.
Sportkurier: Mit welchen Gefühlen kehren Sie an die alte Wirkungsstätte zurück?
Luiz Gustavo: Ich freue mich immer, wenn wir auf Hoffenheim treffen. Ich hatte dreieinhalb tolle Jahre dort mit dem Bundesligaaufstieg und dem Umzug in die Arena nach Sinsheim. Es waren meine ersten Jahre in Europa, von daher wird es immer etwas Besonderes für mich sein, gegen 1899 zu spielen.
Foto rechts: Gustavo (am Boden) im Duell mit seinen ehemaligen Mannschaftskameraden.
Sportkurier: Hoffenheim möchte sich für das Pokal-Aus revanchieren?
Gustavo: Selbstverständlich stellen wir uns auf einen hoch motivierten Gegner ein, aber nicht nur aufgrund der Pokal-Niederlage. Die Hoffenheimer wollen ihren Platz im Mittelfeld sichern. Sie sind zwar im Pokal gegen uns ausgeschieden, aber in der Bundesliga immerhin seit vier Spielen in Folge ohne Niederlage. Die Mannschaft ist schwer auszurechnen.
Sportkurier: 1899 hat sich nach dem Fast-Abstieg etabliert und positiv entwickelt.
Gustavo: Ich habe natürlich immer nach Hoffenheim geschaut, und tue das auch jetzt noch. Aber nicht mehr so intensiv wie noch vor ein, zwei Jahren. Immerhin ist es mittlerweile über drei Jahre her, dass ich die TSG damals in Richtung München verlassen habe. Ich freue mich, dass die Mannschaft sich scheinbar stabilisiert hat und bislang eine gute Saison spielt. Das spricht dafür, dass dort einiges richtig gemacht wurde. Aber wie gesagt: Um das zu beurteilen, bin ich zu lange weg.
Sportkurier: Sie haben anschließend mit Bayern München viele Titel gewonnen. Der neue Coach Pep Guardiola baute jedoch nicht auf Sie und Sie wechselten nach Wolfsburg.
Gustavo: Pep Guardiola hat nie gesagt, dass ich keine Chance habe. Ich hätte auch in München bleiben und kämpfen können. Ich bin sicher, dass ich auch etwas erreicht hätte. Ich habe mich dann mit Menschen ausgetauscht, die für mich wichtig sind und meine Entscheidung getroffen. Und ich kann sagen: Es war der richtige Weg. Ich fühle mich sehr wohl beim VfL und bin dort auch schnell aufgenommen worden. Für mich ist es wichtig, der Mannschaft zu helfen.
Foto: Luiz Gustavo im Trikot der TSG. Bei den Hoffenheimern begann seine steile Fußballer-Karriere.
Sportkurier: Sie sind gut in die Rückrunde gestartet. Träumt man bei den Wölfen vom Europa?
Gustavo: Jetzt, wo wir uns im oberen Tabellendrittel etwas festgesetzt haben, möchten wir diese Position natürlich auch verteidigen. Und deswegen ist es doch klar, dass auch unsere Fans Europa im Kopf haben. Aber wir wissen, dass wir uns alles hart erarbeiten müssen und es viel Arbeit bedeutet, sich gegenüber den anderen Mannschaft weiter zu behaupten. Aber wir sind auf einem guten Weg.
Sportkurier: Für Sie persönlich steht mit der WM im Heimatland ein sportlicher Höhepunkt bevor.
Gustavo: Nicht nur unser Ziel ist der WM-Titel – aber wir spielen dazu noch in unserem eigenen Land. Wir wollen bis ins Finale und den Titel holen. Das ist ein großer Traum. Aber aktuell denke ich eher weniger an die WM, sondern konzentriere mich voll auf den VfL.
Sportkurier: Ihr Tipp, wie endet das Duell mit 1899?
Gustavo: Ich tippe grundsätzlich nicht gerne, aber ich bin sicher, dass wir aus Hoffenheim etwas mitnehmen werden.
Fotos: Rhein-Neckar Picture