Anerkennende Leistung im Dortmunder Hexenkessel

Anerkennende Leistung im Dortmunder Hexenkessel

Anerkennende Leistung im Dortmunder Hexenkessel

Archiv 1. Bundesliga (Fußball) | erstellt am Mo. 05.05.2014

von Sportkurier. Es war eine knappe Niederlage, die bei höherer Konzentration und besserer Chancenverwertung vermeidbar gewesen wäre. Die TSG mit starker Anfangsphase und druckvollem Offensivspiel. Der Lohn, die frühe Führung nach fünf Minuten durch Roberto Firmino und dessen 15. Saisontreffer. Nur zwei Minuten später hätte Kevin Volland auf 2:0 erhöhen müssen, als der Dortmunder Mats Hummels auf der Linie für seinen bereits geschlagenen Torhüter rettete.

Die Gastgeber fanden nach gut einer halben Stunde zu ihrem Spiel, dies aber enorm effizient und gewaltig. Innerhalb von nur fünf Minuten drehten sie die Partie durch Treffer von Kevin Großkreutz (29.), Henrikh Mkhitaryan (31.) und Lukasz Piszczek (34.). Ein Dreifachschlag in exakt nur 324 Sekunden.

Hoffenheim zu dieser Phase völlig von der Rolle, fand kein Mittel gegen die Angriffwucht des BVB. Mittelfeldspieler Eugen Polanski: „Wir haben zu diesem Zeitpunkt völlig die Ruhe verloren, unsere Bälle leichtfertig verschenkt und dem Gegner das Tore schießen zu leicht gemacht.“

Die Zwei-Tore-Führung war auch der Pausenstand. Nachdem es im zweiten Abschnitt abwechslungsreich, jedoch ohne große Höhepunkte weiter ging, brachte BVB-Keeper Roman Weidenfeller mit einem kapitalen Schnitzer wieder Spannung ins Geschehen. Einen Distanzschuss von Niklas Süle aus über 30 Metern ließ er in der 66. Minute durch seine Beine rutschen.

Der Treffer setzte bei den Kraichgauer neue Kräfte frei, das Spieltempo konnte noch mal angezogen werden. Pech dass der Unparteiische ein Foulspiel an Volland im Strafstoss ungeahndet ließ und somit die große Ausgleichschance ausblieb. Am Ende wurde das mutige, engagierte Auftreten im Dortmunder Hexenkessel vor 80.200 Zuschauern nicht belohnt.

Trotz der Niederlage wirkte Innenverteidiger Niklas Süle unmittelbar nach der Partie in der Mixzone im Gespräch locker und zufrieden mit den gezeigten Leistungen: „Wir haben gut begonnen, hätten in der Anfangsphase den ein oder anderen Konter besser ausspielen und mehr als nur ein Tor erzielen können.“ Ärgerlich auch für Süle, dass nach einer halben Stunde völlig der Faden verloren ging und die Westfalen in Rekordzeit zu drei Treffer kamen: „Die Kommunikation stimmte zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht, es waren immer drei bis vier Dortmunder, die auf unsere Abwehrkette angelaufen sind.

Der BVB hat die Qualität dies auszuspielen und dadurch zu zwingenden Torchancen zu kommen.“ Positive Aspekte für die weitere Entwicklung des jungen Teams sah der 18-Jährige vor allem im zweiten Abschnitt: „Nach der Pause waren wir gut im Spiel und hätten mit etwas Glück auch den Ausgleich erzielen können. Bis auf wenige gute Chancen der Borussen bestimmten wir das Geschehen und können daher mit unserer Leistungen zufrieden sein.“

Süle scheint sich seine Treffer besonders gegen die Topp-Teams der Liga aufzuheben. Nach dem Tor gegen Bayern erzielte er gegen Dortmund sein viertes Bundesligator. „Ich habe im Training des öfteren Distanzschüsse geübt, wenngleich auch mit weniger Erfolg. Bei meinem Schuss war auch ein wenig Glück dabei, der Ball ist leicht geflattert und so der Torhüter durch die Beine gerutscht. Weidenfeller kam später auf mich zu und beglückwünschte mich zu diesem strammen Schuss.“

Unentschieden endet sein Duell mit Stürmerstar Robert Lewandowski. Beide lieferten sich packende Zweikämpfe. Süle: „Für einen Abwehrspieler ist es immer gut, wenn der Stürmer kein Tor schießt. Lewandowski zählt zu den besten Stürmern Europas. Er hat es uns allein öfters schwer gemacht. Er wurde zu Recht vom Publikum gebührend verabschiedet. Selbst für uns Gegenspieler war es ein besonderes Gefühl mit Gänsehaut-Feeling, als sein Namen mehrfach lautstark von den Fans bei seiner Auswechslung gerufen wurde.“

Mit Blick auf das Saisonfinale am Samstag gegen den Tabellenletzten Eintracht Braunschweig wollen sich die Hoffenheimer mit einem Sieg, vor der Indien-Reise und der folgenden Sommerpause, verabschieden.

Torhüter Jens Grahl: „Wir wollen unseren Fans noch mal einen heißen Tanz bieten. Wir schenken den Braunschweigern nichts und ich bin sicher, dass es ein Klassespiel wird.“

Dem sind nur noch Taten zu wünschen.

 

 

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