Bild: Alfio Marino

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Wiedersehen mit einer Vereinsikone – Der SV Waldhof erwartet den SSV Ulm und Marcel Seegert

3. Liga | erstellt am Do. 05.02.2026

sport-kurier. Es wird kein alltägliches Spiel, wenn der SV Waldhof Mannheim am Freitagabend den SSV Ulm im Carl-Benz-Stadion empfängt. Anpfiff der Begegnung ist um 19 Uhr und dann wird wohl ein Mann im Trikot der Ulmer „Spatzen“ auflaufen, der mehr Waldhof-Blut in sich trägt, als die komplette aktuelle Mannschaft der Mannheimer. Die Rede ist natürlich von Marcel Seegert, der im Sommer 2025 aus Mannheim nach Ulm regelrecht geflüchtet ist, weil er es unter SVW Ex-Coach Dominik Glawogger noch nicht einmal mehr in den Kader geschafft hat. Seegert saß nur auf der Tribüne und sah keine Zukunft mehr für sich in Mannheim.

Ein Entschluss, der sicher nachvollziehbar war, weil er spielen wollte und nicht nur zuschauen, andererseits war er vielleicht doch ein bisschen verfrüht, schließlich war kurz darauf Glawogger bei den Blauschwarzen Geschichte. Der jetzige Trainer Luc Holtz ersetzte ihn an der Seitenlinie und unter ihm wurden die Karten neu gemischt. Dies verdeutlicht auch die Personalie Terrence Boyd. Auch der Angreifer spielte unter Glawogger keine Rolle mehr und musste zusammen mit Seegert von der Tribüne aus zuschauen, wenn die „Buwe“ in der 3.Liga antraten. Mittlerweile ist Boyd zurück im Kader und kommt auch regelmäßig wieder zum Einsatz, was er mit wichtigen Treffern zurückzahlt.

Zeit für Sentimentalitäten wird es während des Flutlichtspiels aber ganz gewiss nicht geben. Für beide Teams, die sich auch aus gemeinsamen Jahren in der Regionalliga Südwest sehr gut kennen, steht viel auf dem Spiel. Ulm rangiert aktuell als 18. der Tabelle auf einem Abstiegsplatz und hat bis dato 22 Zähler gesammelt. Für den SSV geht es deshalb darum, sich aus der Gefahrenzone zu schießen, schließlich wäre ein Abstieg fatal, da man erst in der Vorsaison bekanntlich aus Liga 2 runter musste. Und auch der SV Waldhof hat keine Lust mehr auf Abstiegskampf. In den beiden Vorsaisons kämpfte Mannheim jeweils bis zum Schluss gegen den Abstieg in Liga 4. Natürlich sieht es aktuell nicht danach aus, weil der SVW mit 32 Punkten auf dem 9. Platz steht. Doch die 3.Liga ist tückisch, jeder kann jeden schlagen und gerät man aus der Spur, rutscht man schnell ab.

Die Formkurve spricht eher für die Gäste am Freitag. Zuletzt glückten Ulm zwei „Dreier“ am Stück. Einem 3:0 Triumph im Kellerduell bei Erzgebirge Aue folgte am letzten Wochenende ein beachtlicher 1:0 Heimsieg gegen den Aufstiegskandidaten MSV Duisburg.

Der SVW startete katastrophal mit zwei echten Klatschen ins neue Ligajahr. Doch letzte Woche warf die Truppe von Holtz den „Rettungsanker“. Bei Viktoria Köln gelang ein verdienter 3:1 Auswärtssieg.

Fehlen werden am Freitag die üblichen Kandidaten. Jascha Brandt, Julian Rieckmann und Sascha Voelcke können nicht dabei mithelfen, die 3 Punkte im Carl-Benz-Stadion zu behalten. Holtz hofft logischerweise auf ein weiteres Erfolgserlebnis. „Wir sind bereit für Ulm. Sie sind gut gestartet und haben zwei verdiente Siege eingefahren. Wir müssen uns auf einen Gegner einstellen, der gewissermaßen mit dem Rücken zur Wand steht, wenn man sich die Tabellenposition anschaut“, erklärt Holtz, „sie werden mit viel Moral und Kampf kommen, aber auch Qualität.“

Und zum Abschluss noch einmal zurück zu Marcel Seegert, da im Sommer 2025 alles recht flott ging, wird „Cello“ am Freitagabend vor dem Duell vom SVW beim Einlaufen offiziell verabschiedet.

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