Kennedy Okpala (SV Waldhof Mannheim) Hat beim Zweitligisten SC Paderborn unterschrieben. Bild: Alfio Marino
Wie geht es mit Waldhof-Eigengewächs Kennedy Okpala weiter?
3. Liga | erstellt am Mo. 05.01.2026
sport-kurier. Der Fußball-Drittligist SV Waldhof Mannheim befindet sich seit Samstag im Trainingslager in der Türkei. Bis zum 10. Januar bereiten sich die Blau-Schwarzen dort unter besseren Witterungsbedingungen auf die Rückrunde vor. Das Auftaktprogramm hat es dabei in sich: Am 17. Januar gastiert der SVW beim Tabellenzweiten SC Verl.
Nicht mit ins Trainingslager gereist sind drei Spieler, die aktuell offenbar keine sportliche Perspektive mehr beim Verein haben und einen Wechsel anstreben dürfen. Dabei handelt es sich um Mittelfeldspieler Rico Benatelli, Verteidiger Daniel Mitsche sowie Außenangreifer Nicklas Shipnoski.
Darüber hinaus fehlt mit Kennedy Okpala ein Spieler, den die Mannheimer sportlich gerne dabeigehabt hätten. Um den 21-jährigen Stürmer, der in der Hinrunde einen wesentlichen Beitrag zum bislang ordentlichen Saisonverlauf des SV Waldhof geleistet hatte, ist in den vergangenen Tagen eine rechtlich komplexe Situation entstanden.
Okpala, der in Neustadt an der Weinstraße geboren wurde, soll zum Zweitligisten SC Paderborn gewechselt sein. Dies ging aus einer Pressemitteilung hervor, die der SCP am Freitagmittag veröffentlichte. Demnach sei ein Wintertransfer möglich geworden, da im Vertrag des Spielers eine Ausstiegsklausel in Höhe von rund 550.000 Euro verankert sein soll. Diese soll Paderborn gezogen haben.
Abschließend bestätigt ist der Transfer jedoch bislang nicht. Der SV Waldhof reagierte zunächst nicht auf die Veröffentlichung des SCP, stellte den Sachverhalt jedoch am späten Freitagabend in einer Erklärung auf seinen Social-Media-Kanälen anders dar. Dort heißt es unter anderem, Kennedy Okpala habe seinen laufenden Vertrag zum Jahresende gekündigt und sei nicht zum Training erschienen. Aus Sicht des Vereins sei er weiterhin Spieler des SV Waldhof Mannheim.
Faktisch stehen sich damit derzeit zwei unterschiedliche Rechtsauffassungen gegenüber. Während der SC Paderborn davon ausgeht, dass der Wechsel vollzogen ist und Okpala bereits mit dem Team im Trainingslager weilt, betrachtet der SV Waldhof den Spieler weiterhin als vertraglich gebunden.
Im Raum steht die Frage, unter welchen Voraussetzungen eine fristlose Kündigung eines Profivertrags zulässig ist. Nach Medienberichten soll Okpala diesen Schritt damit begründet haben, dass der Verein nicht auf seinen Wechselwunsch reagiert habe. Demnach sei die Vereinsführung bereits seit mehreren Monaten über seine Absichten informiert gewesen, konkrete Gespräche habe es spätestens Ende November gegeben. Der SV Waldhof soll diese Darstellung allerdings nicht teilen.
Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber deutete inzwischen rechtliche Schritte an. Ein entsprechendes Verfahren wäre jedoch mit Risiken verbunden. Sollte ein Gericht die Kündigung des Spielers als wirksam ansehen, könnte der Verein möglicherweise keinen Anspruch mehr auf die im Raum stehende Ablösesumme haben. Diese Mittel wären aus sportlicher Sicht für Neuverpflichtungen von Bedeutung.
Der SV Waldhof dürfte im Falle eines Rechtsstreits argumentieren, nicht ordnungsgemäß oder rechtzeitig über einen geplanten Vereinswechsel informiert worden zu sein. Sollte dies belegbar sein, könnte sich die rechtliche Bewertung zugunsten der Mannheimer verschieben.
Unabhängig vom Ausgang der Auseinandersetzung steht Kennedy Okpala derzeit im Fokus der öffentlichen Diskussion. In den sozialen Medien ist ein Stimmungsumschwung bei Teilen der Fans erkennbar. Zudem ist offen, wann oder ob der Spieler eine Spielberechtigung für den SC Paderborn erhält. SCP-Sport-Geschäftsführer Sebastian Lange bestätigte gegenüber dem Westfalenblatt, dass diese bislang noch nicht vorliege.
Die kommenden Tage und Wochen dürften für weitere Klarheit sorgen. Auch für die sportliche Führung des SV Waldhof steht einiges auf dem Spiel. Sollte der Verein tatsächlich auf die mögliche Ablösesumme verzichten müssen, würde dies zusätzlichen wirtschaftlichen Druck erzeugen. Bereits in der Vergangenheit hatte eine Personalentscheidung – der frühzeitige Abschied von Trainer Dominik Glawogger – finanzielle Folgen. Der Österreicher war im Sommer 2025 gegen Zahlung einer Ablöse von Jahn Regensburg verpflichtet und nach wenigen Ligaspielen wieder freigestellt worden.
Vor diesem Hintergrund gewinnt der Fall Okpala nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich und strukturell besondere Bedeutung für den SV Waldhof Mannheim.
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