v.li.: Diren Dagdeviren (TSG II, #8) und Lukas Petersson (Torwart, TSG II, #1) kommen zu spät. Terrence Boyd (SV Waldhof, #13) erzielt das Tor zum 2:1. Foto: IMAGO foto2press.
Terrence Boyd entscheidet Spiel mit Dreierpack ++ SV Waldhof – TSG Hoffenheim II 4:1 (0:1)
3. Liga | erstellt am Mo. 26.10.2026
sport-kurier. Es schien die nächste bittere Enttäuschung für den SV Waldhof Mannheim zu werden. Im Nachbarschaftsduell der 3.Liga gegen 1899 Hoffenheim II kassierten die Quadratestädter bereits nach 3 Minuten das 0:1. Dedic war völlig frei auf SVW-Torhüter Thijmen Nijhuis zugestürmt und erzielte problemlos das 0:1. Im Carl-Benz-Stadion, in dem aufgrund der Strafe des DFB, die auf die Pokal-Ausschreitungen zurückzuführen war, schauten ohnehin nur 4518 Zuschauer vorbei. Doch plötzlich war es so still, als wäre gar niemand im Stadion gewesen.
Aber man muss dem SVW hoch anrechnen, was danach passierte. Denn die „Buwe“ ließen sich nicht hängen und antworteten mit einer wirklich starken Leistung. Bis zur Pause war man bereits die bessere Truppe, nutzte seine Chancen aber nicht. Die größte hatte Ogbemudia, der in der 39. Spielminute aufs Tor schoss. Sein Versuch wurde noch abgefälscht und trudelte an den Pfosten und von dort aus in die Arme von Hoffenheims Schlussmann Petersson.
Auch nach dem Pausentee ließ der SVW nicht locker. Es entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor, in dem aber weiter Chancen teilweise kläglich vergeben wurden. Ehe Goncalo Gregorio in der 57. Minute dann tatsächlich endlich eiskalt zustach. Nach einem Zuspiel von Julian Ulbricht, der sein Sturmkollege war, lag er fast schon auf dem Rücken und brachte den Ball aus etwa 6 Metern dennoch im Tor unter. Das 1:1 war dann wie ein Brustlöser. Hoffenheim kam weiterhin kaum hinten raus.
Schließlich war es Trainer Rui Mota, der den Sieg einwechselte. In der 71. Minute schickte er Terrence Boyd auf das Spielfeld und der Routinier schlug tatsächlich noch dreimal zu. Insbesondere sein Tor zum 2:1 war spektakulär. Boyd verwertete eine Flanke im Rückwärtslaufen mit dem Kopf zur erstmaligen Führung (78.). Seine beiden weiteren Treffer markierte er in der 88. und der Nachspielzeit (90.+3).
Hoffenheims Trainer Kleineheismann betonte nach der Begegnung: „Es war ein verdienter Sieg, wir kamen sehr gut rein und gehen in Führung. Wir waren viel zu tief im tiefen Block und haben unsere Spielidee verloren. Die wir dann auch nicht mehr gefunden haben. Der Waldhof war einfach besser. In der Deutlichkeit tut die Niederlage sehr weh. Wir müssen uns jetzt schütteln.“
Mota erklärte: „Es war ein sehr intensives und emotionales Team. Hoffenheim ist eine sehr starke Mannschaft. Nach den zwei Niederlagen war es nicht einfach. Aber wir wurden dann stärker. Ich bin glücklich für die Mannschaft. Die letzten Wochen hatte sich unsere Arbeit nicht in den Ergebnissen widergespiegelt.“
Waldhof: Nijhuis – Klünter, Kammerknecht, Ogbemudia, Keumo – Rieckmann, Thill (87. Masca), Michel (87. Okeke)- Bierschenk (71. Sarenren Bazee), Ulbricht (71. Boyd), Gregorio (87. Kryeziu).
Hoffenheim II: Petersson – Moore (80. Hildmann), Dulic, Lässig, Theuer – Gjasula, Engelns (59. Dagdeviren) – Poller (80. Cizek) – Makanda (80. Labes), Dedic (66. Hencke), Zor.
Tore: 0:1 Dedic (3.), 1:1 Gregorio (57.), 2:1 Boyd (78.), 3:1 Boyd (88.), 4:1 Boyd (90.+3).
Schiedsrichter: Behrens (Berlin).
Zuschauer: 4518.