Archivbild: SV Sandhausen vs. FC Erzgebirge Aue 2019 - Nr. 2 Aleksandr Zhirov (SVS/rechts) am Ball. AS Sportfoto
Sandhausens Spiel eins nach der Ära Uwe Koschinat
SV Sandhausen | erstellt am Do. 26.11.2020
Zwei Punkte aus den letzten fünf sieglosen Spielen bedeuten für den SV Sandhausen das Abrutschen von Tabellenplatz 4 auf Rang 15, was hauptausschlaggebend für die Trennung von Koschinat war.
Präsident Jürgen Machmeier betonte, man konnte nach „einer detaillierten Analyse der letzten Monate nicht mehr die Überzeugung gewinnen, dass Uwe mit der Mannschaft nochmal das Ruder herumreißt und das Team zu alter Stärke führt.“ Der SVS ist auswärts noch ohne Punktgewinn, aber am heimischen Hardtwald noch ungeschlagen, was bei der zu erwartenden Premiere des neuen Coaches unbedingt fortgesetzt werden sollte, um nicht erstmal im Tabellenkeller festzustecken. Mit Michael Schiele wurde am Donnerstag auch schon ein Nachfolger für Koschinat präsentiert. Schiele arbeitete zuletzt bei den Würzburger Kickers.
Bei den Fans war Koschinat sehr beliebt aufgrund einer offenen und kommunikativen Art. In sportlicher Hinsicht blieb aber der Eindruck haften, dass zu wenig aus dem zweifelsohne vorhandenen Offensivpotential mit erfahrenen Spielern geschöpft wird. Es kam zudem das Pech hinzu, dass sich Alexander Esswein beim Aufwärmen in Düsseldorf verletzte.
Zudem konnten bislang Koschinats Wunschspieler und Neuzugang Daniel Keita-Ruel sowie Philipp Türpitz noch nicht die Erwartungen erfüllen, die man sich von ihnen erhoffte. Türpitz gehörte auch zu den sieben Spielern, die eine Freigabe für einen Wechsel bekamen, da man nicht mehr mit ihnen plante, dann aber doch neue Chancen bekamen – sicher keine besonders glückliche Vorgehensweise. Unter dem neuen Trainer werden nun für alle die Karten neu gemischt, auch für die zeitweilig aussortierten Spieler.
Erzgebirge Aue hat sich mit einem verdienten 3:0-Erfolg über Darmstadt 98 um zwei Ränge auf Platz 7 verbessert und hat bei zwei Punkten Rückstand Tuchfühlung zum dritten Platz. Die Sachsen verfügen über einen relativ kleinen, aber erfahrenen Kader. Eckpfeiler sind der 32-jährige Torhüter Martin Männel (280 Zweitliga- und 103 Drittligaeinsätze für Aue), der 33-jährige Abwehrrecke Sören Gonther, der ebenfalls 33-jährige Antreiber Jan Hochscheidt und der 30-jährige Torjäger Pascal Testroet, der gegen Darmstadt seine Saisontore 3 und 4 erzielte.
Testroet hat eine besondere Vorliebe gegen den SVS zu treffen, was bereits drei Tore am Hardtwald unterstreichen. Bei einer gesunden Mischung aus erfahrenen und jüngeren Akteuren bildet Testroet zusammen mit Juniorennationalspieler Florian Krüger ein eingespieltes Sturmduo, doch allgemein gab es nur wenige Veränderungen beim Stamm des Tabellensiebten aus der Vorsaison.
Mit Florian Ballas von Zweitligaabsteiger Dynamo Dresden und mit Ben Zolinski vom Bundesligaabsteiger Paderborn wurde weitere Erfahrung an Land gezogen, welche ins Auer Team und deren Tugend wie bedingungslosem Gegenhalten und Biss passt. Trainer Dirk Schuster, der als Spieler auch für hochgekrempelte Ärmel stand, lebt dies vor. Die kompakte Defensive kann mit acht Gegentoren nach acht Spieltagen einen guten Schnitt vorweisen.
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