3.Liga, SV Waldhof Mannheim - Erzgebirge Aue. Jubel beim Waldhof - Enttäuschung bei Aue beim 2:1 durch Boyd Terrence (SV Waldhof Mannheim, #13). IMAGO/Jan Huebner.

3.Liga, SV Waldhof Mannheim - Erzgebirge Aue. Jubel beim Waldhof - Enttäuschung bei Aue beim 2:1 durch Boyd Terrence (SV Waldhof Mannheim, #13). IMAGO/Jan Huebner.

Ein Siegtor, das wohl keines war – Der SV Waldhof Mannheim schlägt Erzgebirge Aue mit 2:1 (0:1)

3. Liga | erstellt am So. 22.03.2026

sport-kurier. Sieger ist am Ende der, der mehr Tore schießt. Das ist im Fußball so, manchmal aber auch nicht, denn im Carl-Benz-Stadion fiel am Samstagnachmittag ein Treffer, der wohl keiner war. Es lief bereits die 90. Spielminute, zwischen dem SV Waldhof Mannheim und Erzgebirge Aue stand es zu diesem Zeitpunkt 1:1 Unentschieden. Als SVW-Stürmer Terrence Boyd noch einmal im Strafraum der Gäste freigespielt wurde, der Winkel war extrem spitz. Boyd probierte es dennoch und zog mit Vollspann ab. Sein Schuss knallte an die Unterkante der Querlatte und sprang auf dem Rasen wieder auf. Die Frage war nun, sprang er vor oder hinter der Linie wieder auf?

Es war eine Millimeterentscheidung, die man als Linienrichter kaum treffen kann, weil man einfach viel zu weit weg steht. Anhand der TV-Bilder und der Zeitlupe war der Ball fast komplett hinter der Linie, aber eben nur fast. Und das ist laut Regelwerk zu wenig, das bedeutet so viel wie, dass der Treffer nicht hätte zählen dürfen. Schiedsrichter Timon Schulz tat sich mit seiner Entscheidung sichtlich schwer, und gab ihn am Ende. Somit gewann der SVW dank des Last-Minute-Treffers durch Boyd doch noch mit 2:1 (0:1). Klar dürfte aber sein, dass dies erneut eine Szene war, die für viel Gesprächsstoff sorgen wird und die Rufe nach dem Videobeweis in der 3.Liga wieder lauter werden.

Aue war dementsprechend frustriert, weil man im Abstiegskampf jeden Punkt benötigt. „Wir sind sehr enttäuscht und fahren auch so nach Hause“, betonte Gäste-Trainer Christoph Dabrowski. Waldhof Chefcoach Luc Holtz sah da schon deutlich zufriedener aus, allerdings war auch er nicht wunschlos glücklich. Schuld war die Leistung seiner Truppe in der ersten Halbzeit. „Das war mit und gegen den Ball viel zu wenig von uns“, konstatierte er, „da waren wir nicht auf dem Platz, wir konnten froh sein, dass wir zu diesem Zeitpunkt nur mit 0:1 hinten lagen.“ Und weiter: „In der 2. Halbzeit haben wir ein anderes Mindset an den Tag gelegt.“

Waldhofs Boyd zieht ab und erzielt das Tor zum 2:1, dass sehr umstritten war. Bild: IMAGO/Jan Huebner.

Doch noch einmal der Reihe nach. Aue gab vor der Pause den Ton an, vom SVW kam so gut wie nichts. Echte Torchancen gab es nicht, man lief immer wieder in Konter. Und als Zuschauer wurde man das Gefühl nicht los, dass hier eben eine Mannschaft auf dem Platz steht, für die es um alles, nämlich die Existenz im Profifußball geht, und eine, die gedanklich längst einen Haken hinter die Saison gemacht hat. Wenn aber knapp 10.000 Zuschauer ins Stadion kommen, um den Waldhof zu sehen, sollte man sich voll reinhängen.

Das 0:1 fiel in der 44. Minute. Stefanik profitierte nach einem weiten Einwurf in den Mannheimer Strafraum von einer zu kurzen Abwehr von Boyd. Stefaniak nahm den Ball in aller Ruhe auf und jagte ihn aus etwa 16 Metern ins lange Torwarteck.

Zur Pause brachte Holtz das Talent Lovis Bierschenk und das war ein Schachzug, der sich rasch auszahlen sollte. Der Winterneuzugang wurde in der 50. Minute von Diego Michel freigespielt und zog aus 14, 15 Metern knallhart ab. Sein Schuss schlug unhaltbar halbhoch im Auer Kasten ein. Zu diesem Zeitpunkt war der Treffer sogar überfällig, denn auch Boyd und Lohkemper hatten direkt nach der Rückkehr aus der Pause schon zwei Großchancen vergeben.

Am Ende wäre ein Unentschieden wohl dennoch das verdientere Endresultat gewesen, doch Boyds Knaller in der 90. Minute, den Schiedsrichter Schulz hinter der Linie gesehen hatte, ließ Mannheim jubeln.

SV Waldhof Mannheim: Nijhuis – Ba, Klünter, Hoffmann, Abifade – Asallari (46. Bierschenk), Sietan, Thill (56. Rieckmann), Michel (90.+1 Thalhammer) – Boyd, Lohkemper.

Tore: 0:1 Stefaniak (44.), 1:1 Bierschenk (50.), Boyd (90.).
Schiedsrichter: Timon Schulz (Hannover).
Zuschauer: 9687.

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