Janne Sietan (SV Waldhof Mannheim, #22) am Ball. Fussball: 3. Liga, 26. Spieltag, SV Waldhof Mannheim gegen Alemannia Aachen in Mannheim (Carl-Benz-Stadion). Bild: IMAGO/STEINSIEK.CH

Janne Sietan (SV Waldhof Mannheim, #22) am Ball. Fussball: 3. Liga, 26. Spieltag, SV Waldhof Mannheim gegen Alemannia Aachen in Mannheim (Carl-Benz-Stadion). Bild: IMAGO/STEINSIEK.CH

Der SV Waldhof empfängt Aue – Im Hintergrund laufen aber bereits wichtigere Dinge

3. Liga | erstellt am Do. 19.03.2026

sport-kurier. Offiziell wird sich dazu keiner der Verantwortlichen bekennen, doch beim SV Waldhof Mannheim ist schon spürbar die Luft raus. Im Tableau rangieren die Blauschwarzen jenseits von Gut und Böse. Die Truppe von Chefcoach Luc Holtz ist Tabellenneunter und hat bis dato 42 Punkte geholt, was für ganz oben deutlich zu wenig ist, für Abstiegskampf aber gleichzeitig zu viel.

Überhaupt erscheint die Konstellation im Keller in dieser Spielzeit kurios. Denn auf den letzten 4 Rängen, die alle direkte Abstiegsplätze sind, tut sich seit Wochen so gut wie nichts mehr. Der 1.FC Schweinfurt (14 Zähler), der TSV Havelse (23), der SSV Ulm (24) und Erzgebirge Aue (24) bekommen kaum mehr ein Bein auf den Boden, so, dass das Rennen um den Abstieg längst entschieden zu sein scheint, schließlich hat der 1.FC Saarbrücken, der aktuell auf dem ersten Nichtabstiegsplatz steht, bereits ein 9 Punktepolster und das, obwohl die Saarländer aus den letzten 5 Begegnungen selbst nur 4 Punkte holen konnten.

Aue hat seine letzten 5 Spiele verloren und will das am Samstag ändern, wenn der Verein aus dem Osten im Mannheimer Carl-Benz-Stadion seine Visitenkarte abgibt. Chancenlos wird Aue auch nicht sein, weil Holtz unter anderem in den letzten Wochen angekündigt hatte, dass er im Saisonendspurt verstärkt auf jüngere Spieler setzen möchte, um den „Talenten“ die Möglichkeit zu geben, sich zu präsentieren und gleichzeitig für die neue Saison zu empfehlen.

Beim chancenlosen 1:4 beim Spitzenreiter VfL Osnabrück am letzten Samstag machte er das wahr. Mit Denis Kryeziu startete gar ein 19- Jähriger als einziger Sechser. Im Nachhinein muss man sagen, dass er seine Chance nicht nutzen konnte, ein paar und entscheidende Fehler waren nicht zu übersehen. Übel hat ihm das aber sicher keiner genommen. Solch junge Spieler wachsen genau an solchen Aufgaben. Dennoch muss die Frage erlaubt sein, ob ein Kryeziu, ein Djayson Mendes oder ein Nolan Muteba wirklich das Zeug dazu haben, dem SVW auf Dauer weiterzuhelfen? Schließlich ist es kein Geheimnis, dass man sich weiter verbessern möchte und den Aufstieg in die 2.Liga als Fernziel hat.

Schon in der nächsten Spielzeit wollen sich die Verantwortlichen weiter nach oben orientieren. Um einen erneut größeren Umbruch wird der SVW sicher nicht herumkommen. Einige Verträge laufen aus, darunter auch Arbeitspapiere mit momentanen Stammspielern wie Innenverteidiger Niklas Hoffmann, Regisseur Arianit Ferati, Sechser Janne Sietan und Verteidiger Samuel Abifade. Wie kürzlich zu vernehmen war, wurde mit Hoffmann offenbar noch gar nicht über eine Vertragsverlängerung gesprochen. Dabei war der 28- Jährige bis dato in 26 von 29 Saisonspielen für Mannheim im Einsatz. Dies lässt durchaus vermuten, dass die Verantwortlichen gar nicht mit ihm verlängern möchten. Bei Sietan, der wohl mit Abstand der beste Sechser im Waldhofkader ist, könnte es zudem schwierig werden, sich auf eine weitere Zusammenarbeit zu verständigen. Sietan soll mit anderen Vereinen Gespräche führen, darunter sollen auch Zweitligisten sein.

Mannheims Geschäftsführer Sport Gerhard Zuber muss deshalb wohl viel Geschick mitbringen, um einen neuen und schlagkräftigen Kader aufbauen zu können, der sich noch einmal vom derzeitigen abhebt. Immerhin hat er heuer den großen Vorteil, dass Planungssicherheit besteht. Denn in den letzten beiden Jahren konnte der Klassenerhalt erst auf dem letzten Drücker gesichert werden und zu diesem Zeitpunkt dürfte sich der ein oder andere Wunschspieler in der Vergangenheit sicher schon für eine andere Aufgabe entschieden haben.

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