SV Wehen Wiesbaden vs. SV Waldhof Mannheim - Brita-Arena (Wiesbaden): Samuel Abifade (SVW,#17) erzielt den Anschlusstreffer zum 3:2. Bild: IMAGO/STEINSIEK.CH.
Aufholjagd wird belohnt – Der SV Waldhof holt nach 0:3 noch ein 3:3 in Wiesbaden
3. Liga | erstellt am Mo. 20.04.2026
sport-kurier. Eigentlich waren die Schlagzeilen bereits geschrieben – und das schon zur Halbzeitpause. Zu diesem Zeitpunkt lag der SV Waldhof Mannheim beim SV Wehen Wiesbaden mit 0:3 im Hintertreffen. Es sah also alles nach der nächsten bösen Pleite für die Blauschwarzen aus. Auch auf den Socialmediakanälen der Mannheimer brachten sich die Kritiker schon in Stellung, doch den Mannheimern gelang tatsächlich noch eine Aufholjagd, die immerhin noch zu einem Punkt und einem 3:3 Remis geführt hat.
Geglaubt hatte daran wohl kaum noch jemand, schließlich war es eine einzige Katastrophe, was der SVW vor der Pause anbot. Die Arbeit gegen und mit Ball stimmte überhaupt nicht und es ging sofort schlecht los. Es war noch nicht einmal eine ganze Minute gespielt, da lag man schon im Hintertreffen, weil Sanoussy Ba, der wieder als rechter Verteidiger in der Viererkette auflief, den Ball verstolperte und Wiesbaden sprichwörtlich zum Tore schießen eingeladen hatte. Johansson bedankte sich mit einem platzierten Schuss aus etwa 16 Metern zum 1:0.
Der Waldhof fortan bemüht, brachte im Vorwärtsgang aber nichts brauchbares zustande oder zumindest nichts, dass das Tor der Heimelf in Gefahr bringen konnte. Und so überraschte es nicht, dass es Wiesbaden war, das erhöhte. Gillekens besorgte in der 38. Minute das 2:0. Als zur Pause vieles auf ein bitteres 0:2 aus Mannheimer Sicht hindeutete, kam es noch übler: Bei einem Klärungsversuch sprang Niklas Hoffmann, der normalerweise in der Innenverteidigung spielt, dieses Mal aber auf der Sechserposition eingesetzt wurde, das Spielgerät an die Hand, was einen Elfmeter nach sich zog, den Flotho sicher zum 3:0 verwandelte.
Die Kabinenansprache dürfte heftiger gewesen sein, denn sie zeigte Wirkung. Chefcoach Luc Holtz baute die Defensive um und schickte mit Tim Sechelmann und Maximilian Thalhammer zwei defensiv denkende Akteure auf den Platz. Und es wurde besser, jeder der etwa 1.500 mitgereisten Mannheimer Anhänger spürte, dass ihr Team jetzt ein anderes Gesicht zeigte. Den ersten Lohn dafür gab es in der 55. Minute, als Diego Michel einen Eckball trat, den Samuel Abifade mit dem Kopf zum 1:3 ins Tor bugsierte.
In der 68. Minute war es abermals Abifade, der den Gästebereich zum Beben brachte. Nun bugsierte der Außenverteidiger einen gut getretenen Freistoß von Vincent Thill über die Linie. Thill war kurz zuvor eingewechselt worden. Hier bewies Holtz also schon mal ein gutes Händchen. Gleiches gelang ihm mit Terrence Boyd, der in der 83. Minute zur Stelle war und den Ausgleich erzielte. In der Folge hatten die Blauschwarzen sogar noch die Chance auf den Sieg, scheiterten aber. Verdient wäre er aber auch nicht gewesen, denn auch Wiesbaden traf noch zwei Mal Aluminium.
SV Wehen Wiesbaden: Brdar – Gillekens, Mockenhaupt (85. Agrafiotis), Janitzek – Neubert, Bogicevic (73. Suarez), Gözüsirin, May (85. Lewald), Kaya (73. Greilinger), Johansson (63. Kalem), Flotho.
SV Waldhof Mannheim: Nijhuis – Ba (46. Thalhammer), Klünter, Ogbemudia (46. Sechelmann), Abifade – Sietan (87. Rieckmann) , Hoffmann – Bierschenk, Asallari (22. Thill), Michel – Lohkemper (60. Boyd).
Tore: 1:0 Johansson (1.), 2:0 Gillekens (38.), 3:0 Flotho (45.), 3:1 Abifade (55.), 3:2 Abifade (68.), 3:3 Boyd (83.).
Zuschauer: 4353.
Schiedsrichter: Sager (Dortmund).