Samuel Abifade (SV Waldhof Mannheim, #17) mit der Hereingabe in Richtung Terrence Boyd (SV Waldhof Mannheim, #13) beim Spiel SV Waldhof Mannheim - TSV Alemannia Aachen. Foto: Alfio Marino

Samuel Abifade (SV Waldhof Mannheim, #17) mit der Hereingabe in Richtung Terrence Boyd (SV Waldhof Mannheim, #13) beim Spiel SV Waldhof Mannheim - TSV Alemannia Aachen. Foto: Alfio Marino

Duell im Niemandsland der Tabelle – Der SV Waldhof gastiert in Wiesbaden

3. Liga | erstellt am Fr. 17.04.2026

sport-kurier. Nächste Ausfahrt Wiesbaden. Der SV Waldhof Mannheim hat 5 Spieltage vor dem Rundenende der 3.Liga eine vergleichsweise kurze Auswärtsfahrt vor der Brust. Die Mannen um Trainer Luc Holtz sind am Sonntag (Anpfiff ist um 19.30 Uhr) beim SV Wehen Wiesbaden gefordert. Das ist ein Gegner, der vor der Saison eigentlich etwas höher eingestuft wurde und in der Regel auch immer ein Wörtchen um den Aufstieg mitsprechen will. Zwischenzeitlich sah es auch danach aus, als könnte Wiesbaden ganz oben anklopfen, doch nun ist die Luft komplett raus. Mit 48 Zählern haben sie als Tabellenneunter nur einen Punkt mehr als die Mannheimer, die auf dem elften Rang stehen.

Und die Bilanz der letzten 4 Wochen liest sich für Wiesbaden auch eher wie die eines Absteigers. In 4 Partien verließ man den Rasen jeweils als Verlierer. Besonders bitter war die 1:4 Heimschlappe gegen den TSV Havelse, der nach dieser Saison wohl die bittere und direkte Rückkehr in die Regionalliga antreten muss.

Das Hinspiel im Carl-Benz-Stadion konnte der SVW gegen den SVWW mit 1:0 für sich entscheiden. Jeder, der diese Partie damals gesehen hat, wird zustimmen, wenn man sagt, dass das Spiel sich im Endergebnis widerspiegelt, denn es war nicht nur umkämpft, es war verdammt knapp und am Ende sicher auch kein hochverdienter Heimerfolg der Mannheimer. Das Siegtor fiel sehr spät. Durch Kennedy Okpala, der dann im Winter zum Zweitligisten SC Paderborn gewechselt ist, gelangte das Spielgerät in den Wehener Strafraum, dort angekommen, schnappte sich Terrence Boyd die Kugel und drückte sie in der Manier eines echten Mittelstürmers, halb im Stehen, halb im Fallen über die Linie der Gäste. Die Hände zu Fäusten geballt stürmte er Sekundenbruchteile später auf die Haupttribüne zu und ließ sich feiern.

All das trug sich Ende November 2025 zu. Es waren nur ein paar Tage vor dem Rücktritt des 35-Jährigen, der ab dem Sommer eine Trainerkarriere in der Waldhof Jugend einschlagen wollte. Ein Vorhaben, dass er am letzten Wochenende bekanntermaßen noch einmal nach hinten geschoben hat und noch ein Jahr als Profi Fußballer bei den Blauschwarzen in der 3.Liga hintendran hängen wird.

Ob Boyd am Sonntag in die Startelf rotieren wird oder wie zuletzt beim 1:4 gegen den MSV Duisburg erst einmal auf der Bank Platz nehmen muss, wird sich zeigen. Laut SVW werden etwa 1.500 eigene Anhänger mit in Wiesbaden dabei sein. In der jüngeren Vergangenheit waren es auch schon einmal 3.000. Damals fand die Partie aber auch an einem Samstagmittag statt.

Verzichten muss Holtz wieder auf die gleichen Spieler wie zuletzt: Jascha Brandt, Sascha Voelcke, Lucien Hawryluk, Arianit Ferati und Adama Diakhaby stehen in Wiesbaden nicht zur Verfügung. Die Marschroute vor dieser Begegnung kann eigentlich nur gelautet haben, dass man sich tunlichst für die wirklich heftigere Pleite gegen Duisburg rehabilitieren möchte. Laut Holtz sei die Trainingsstimmung aktuell sehr gut, was auch mit dem Wetter zusammenhängen würde.

„Da trainieren die Jungs lieber als im Winter.“ Dass es rein tabellarisch um nichts mehr geht, will Holtz nicht als Ausrede gelten lassen. Er sieht es nämlich etwas anders. Der Luxemburger betonte auf der Spieltagspressekonferenz: „Wir werden dieses Spiel auch nutzen, um noch verschiedene Möglichkeiten zu testen, aber auch um das Spiel zu gewinnen. Wir fahren nicht dahin um nur durchzutesten. Wir werden so eine Mischung bringen.“ Einerseits eben den Wille an den Tage zu legen, dort 3 Punkte holen zu können und andererseits schon im Hinblick auf die neue Saison gewisse Dinge zu probieren. Seine Ansage vor dem SVWW ist folgende: „Wir müssen schauen, dass wir unsere Ballverluste besser verteidigen“, zog er auch nochmals einen Vergleich zum Duisburgspiel, wo genau das eben keineswegs gelungen ist.

zurück