SV Sandhausen vs.VfL Bochum 1848 ... 1-1 von Andrew Wooten durch einen Strafstoß. Bild: AS Sportfotos

SV Sandhausen vs.VfL Bochum 1848 ... 1-1 von Andrew Wooten durch einen Strafstoß. Bild: AS Sportfotos

SV Sandhausen zeigt attraktiven Fußball, aber die Zuschauerzahlen sind nur mäßig – 1:1 gegen Top-Team VfL Bochum

Archiv 2. Bundesliga (Fußball) | erstellt am Sa. 12.09.2015

Nach drei Spielen hatte der SVS neun Punkte auf dem Konto und das bei sensationellen 13:4-Toren. Die Maurermeister der Vorjahre konnten es plötzlich auch offensiv, begeisterten und verwunderten zugleich ganz Fußball Deutschland.

Zuletzt trafen die Himmelsstürmer nun nicht mehr so. Holten aus drei Partien nur zwei Punkte. Wobei man das „nur“ eigentlich getrost streichen kann. Denn die Hardtwälder spielten nicht gegen irgendwen, sondern gegen die momentan großen Drei, das Top Trio des Unterhauses. Heidenheim (0:0), Freiburg (1:4) und am Freitag jetzt das 1:1 gegen Bochum. Richtig, das kann sich sehen lassen.

Vor allem der gestrige Punktgewinn gegen Bochum lässt aufhorchen

Es waren nämlich die ersten Zähler überhaupt, die der VfL liegen gelassen hat. Der Pottklub war zuvor fünf Mal in Serie als Sieger vom Platz gestiefelt. In Sandhausen ist die Serie nun gerissen. Und das hatte nichts mit Pech zu tun. Ganz im Gegenteil: Der SVS bewegte sich vielmehr auf Augenhöhe.

Erfrischend war es, was die Sandhäuser im Hardtwaldstadion boten. Und das, obwohl es richtig schlecht losging für die Schwartz-Elf: Torwart Marco Knaller stürmte aus seinem Kasten und checkte den Bochumer Torjäger Simon Terodde um. Die einzig logische Konsequenz: Elfmeter. Das war in der zweiten Minute und Felix Bastians ließ sich nicht zwei Mal bitten. Der Bochumer verwandelte humorlos.

In der 43. Minute fiel der Ausgleich – ebenfalls vom Punkt: Andrew Wooten blieb eiskalt. Es war sein sechstes Saisontor. Zum Held des Abends wurde jedoch der, für den der Abend so unglücklich begann: Marco Knaller. Der war nämlich gegen Bochum der Fels in der Brandung. Der Österreicher rettete mehrfach, fünf Mal davon in höchster Not. Doch bei all den Lobeshymen auf Knaller, auch vorne hätte es „knallen“ können. Die Chancen waren da. Teilweise fehlte einfach das nötige Quäntchen Glück.

SV Sandhausen vs.VfL Bochum 1848 Nr. 24 Philipp Klingmann SVS-TW Andreas Luthe VfLB. AS Sportfotos.

Zuschauerzahlen nicht zufriedenstellend

Im Hardtwaldstadion wird also ohne Zweifel attraktiver Fußball geboten. Zielstrebig geht es in Richtung anderes Tor. Das Problem: Es kriegt kaum jemand mit. Auch am Freitagabend kamen nur 5700 Zuschauer und das nicht gegen irgendwen. Immerhin gab sich der traditionsreiche Spitzenreiter die Ehre. Der übrigens auch noch viele Fans mit in die Kurpfalz brachte.

Zum Vergleich: Dem SV Waldhof, der zwei Klassen tiefer als Sandhausen passt und dribbelt, rennen die Schlachtenbummler die Bude ein. Gegen die Reserve des 1. FC Kaiserslautern pilgerten kürzlich 7500 Zuschauer ins Carl-Benz-Stadion. Morgen gegen Saarbrücken werden über 10000 Fans erwartet.

Woran liegt das? Beim SVS führte man das niedrige Zuschaueraufkommen immer gerne auf den übermächtigen Konkurrenten aus Hoffenheim zurück. Der SVW beweist hingegen, dass es es auch im Schatten der Kraichgauer gehen kann. Wobei der SVW einen Vorteil hat: Noch zehrt der Klub von seiner Vergangenheit im Profibereich, den vielen Zweitliga- und Erstligajahren. Da ist ein regelrechter Kult um die Blau-Schwarzen entstanden. Ein schlafender Riese also.
Klar ist deshalb: Geht die Erfolgsgeschichte beim SV Waldhof weiter, wird es für Sandhausen immer schwerer.

In der Fangunst ist der SVS jedenfalls momentan schon nur noch die Nummer drei in der Region. Zweite Liga und schöner Fußball hin oder her…

zurück