Nürnberger Torjubel - der 1. FCN distanizierte den SVS mit 2:0 Toren. Archivbild aus 2014/2015. Bild: AS Sportfotos

Nürnberger Torjubel - der 1. FCN distanizierte den SVS mit 2:0 Toren. Archivbild aus 2014/2015. Bild: AS Sportfotos

Sandhausen verliert beim 1. FC Nürnberg und Trainer Alois Schwartz ist von anderen Clubs umworben

Archiv 2. Bundesliga (Fußball) | erstellt am Sa. 19.09.2015

Lassen Nostalgiker mit der Zunge schnalzen. Der 1. FC Nürnberg ist so ein Klub. Gründungsmitglied der Bundesliga, neun Mal deutscher Meister, vier Mal Pokalsieger. Richtig bekannt sind die Franken – auch wenn die ruhmreichen Zeiten zugegebenermaßen schon lange vorbei sind.

Es ist jedenfalls noch gar nicht so lange her, da hat man diesen Dino beim SV Sandhausen nur am Fernsehgerät bestaunen dürfen. Doch diese Zeiten sind vorbei, mittlerweile bewegt man sich auf Augenhöhe, kickt gemeinsam in der Zweiten Liga. Am Samstag kreuzten sich die Wege nun mal wieder. In Nürnberg, im altehrwürdigen Frankenstadion. Und die Hardtwälder hatten sich viel vorgenommen, reisten mit vielen Vorschusslorbeeren an, konnten diese aber nicht bestätigen. Diesmal lief nicht viel. Am Ende hieß 0:2 (0:1). Letztlich war es ein gebrauchter Tag.

SV Sandhausen vs.1.FC Nuernberg 15 Alexander BIELER SV Sandhausen Saison 2014-15. AS Sportfotos.

Sandhausens Cheftrainer Alois Schwartz sagte es danach so: „Wir waren von der ersten Minute an leider viel zu passiv.“ War der Respekt vor dem Dino vielleicht einfach einen Tick zu groß? Phasenweise wirkte es so. Kaum ein Zweikampf wurde gewonnen, weil Nürnberg mehr investierte und enorm aggressiv zur Sache ging. Aber eben nicht unfair. Der SVS bettelte in der Anfangsphase förmlich um den ersten Gegentreffer. Entlastung gab es keine.
 
Und so kam es wie es kommen musste. In der 18. Minute war es Nürnbergs Hanno Behrens, der das 1:0 besorgte. Zehn Minuten vor dem Pausenpfiff brannte es dann nochmals so richtig vor dem SVS-Gehäuse: Alessandro Schöpf zog ab, doch Marco Knaller, der Österreicher im Kasten der Kurpfälzer, war auf dem Posten. Seine Vorderleute strahlten vor der Pause eigentlich nur einmal Gefahr aus – zumindest etwas: Alexander Bieler nahm Maß, hatte sein Visier jedoch nicht richtig fixiert, denn sein Schuss segelte über den Querbalken.

Nach dem Wechsel kam die Schwartz-Elf besser ins Spiel, wirkte bissiger, ohne jedoch das Heft in die Hand nehmen zu können. Der Ausgleich war dennoch zum Greifen nah: Robert Zillner hatte sie auf dem Fuß (75.). Die Franken machten es wenig später besser: Der kurz zuvor eingewechselte Jan Polak traf zum 2:0 (82.). Die Entscheidung.

Der Vertrag zwischen dem SVS und TRainer Alois Schwartz läuft am 30.06.2016 aus. Der Hardtwälder Coach scheint umworben zu sein. AS Sportfotos.

Und was bleibt nun hängen? Na, dass für Sandhausen die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Nach dem Traumstart mit drei Siegen in Serie ist der SVS nun seit vier Spielen sieglos. Träumten zuletzt noch viele von einer Platzierung im vorderen Tabellendrittel und attraktivem Angriffs-Fußball ‚made‘ in Sandhausen, muss so langsam verstärkt in den Rückspiegel geschaut werden. Es kann nämlich ganz schnell gehen, durchgereicht ist man rasch.

Doch man hat ja einen, der in den letzten Jahren bewiesen hat, dass er den Durchblick behält. Gemeint ist Alois Schwartz, der Chef an der Seitenlinie. Für Sandhausen ist er ein Glücksgriff. Aber die Konkurrenz schläft nicht. Auch andere Klubs sind sich sicher, dass er auch bei ihnen funktionieren würde. Und Anfragen gab und gibt es immer wieder, das ist kein Geheimnis. Es wird nur nicht jede offiziell. Die hier hingegen schon: Der FC St. Gallen, der in der ersten Schweizer Liga auf Torejagd geht, warb offensiv um den Erfolgscoach aus Sandhausen. Vergebens. Schwartz lehnte dankend ab.

Sobald der erste Erstligist aus Deutschland kommt, könnte es hingegen schwer werden, zu widerstehen. Sein Vertrag läuft im nächsten Jahr aus. Gespräche über eine Vertragsverlängerung wurden bislang offenbar noch nicht geführt, das soll sich in Kürze aber ändern. Hoffentlich!

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