TSG-Keeper Baumann blieb in dieser Spielzeit erstmals ohne Gegentreffer, aber gegen Aufsteiger Bielefeld war das 0:0 zu wenig. Bild: Siegfried Lörz
Plan- und ideenlos ++ Hoffenheim kann auch Aufsteiger Bielefeld nicht schlagen
TSG Hoffenheim | erstellt am So. 17.01.2021
Die Kraichgauer hatten zwar eine leichte Überlegenheit, aber am Ende reichte es nicht, um gegen defensiv starke Gäste den finalen Treffer zu erzielen. An der Situation im Tabellenkeller ändert sich auch am 16. Spieltag nichts, da fünf der letzten Sechs (Schlusslicht Schalke spielt erst am Sonntag) alle Unentschieden spielten.
Für die Gastgeber war es nach drei Pflichtspielniederlagen der erste Punktgewinn im neuen Jahr, und erstmals in der Saison blieb man ohne Gegentor. Für die Bielefelder war es das dritte Spiel in den jüngsten vier Partien ohne Gegentreffer. Die Hoffenheimer wirkten von Beginn an aktiver und zielstrebiger, konnten aber gegen die dichtgestaffelte gegnerische Defensive kaum Lücken finden.
Die erste dicke Chance bot sich Munas Dabbur, der nach Pass von Mijat Gacinovic frei aus 17 Metern am starken Gäste-Keeper Ortega scheiterte (20.). Das gleiche Duell bot sich nach 37 Minuten, als Ortega einen leicht abgefälschten Dabbur-Schuss entschärfte. Bielefelder Torchancen gab es bis auf einen 18-Meter-Freistoß von Ritsu Doan, der knapp übers Tor strich, keine (39.).
Auch im zweiten Abschnitt lief es nach dem gleichen Muster weiter. Es herrschte wenig spielerische Struktur, beide Mannschaften fehlte es an Kreativität, Durchschlagskraft und Überraschungsmomenten. Die ersten Möglichkeiten hatten die Blau-Weißen bei zwei Schüssen von Andrej Kramaric (47./57.) und anschließend Diada Samassekou (52.), die allesamt das Tor verfehlten.
Die Ostwestfalen machten die Räume geschickt dicht und ließen den Gegner erst gar nicht in Tornähe kommen. Erst in der Schlussviertelstunde erspielten sich die Gäste einige gute Tormöglichkeiten. Doch weder die Schüsse des eingewechselten, ehemaligen Hoffenheimers Sven Schipplock (76.), noch des Japaner Doan, der zunächst frei vor Baumann scheiterte (89.) und kurz vor dem Abpfiff übers Tor schoss (90.+3) führten zum späten Siegtreffer. Nach dem Spiel sagte ein etwas enttäuschter Schipplock im TV-Interview: „Es ist ärgerlich, dass wir unsere Chancen nicht verwerten konnten und einen dreckigen 1:0-Sieg mitnehmen konnten.“
Das Ergebnis eines zähen, höhepunktarmen und umkämpften Kellerduells half am Ende den Nordbadenern am wenigsten. Mittelfeldspieler Sebastian Rudy zur aktuellen Situation: „Wir haben in der zweiten Hälfte nicht die zwingenden Torchancen gehabt, waren nicht mehr so zielstrebig. Es wird nicht einfacher für uns. Wir müssen die Situation annehmen, weiter hart an uns arbeiten.“
Zuversicht strahlt Offensivspieler Ihlas Bebou aus: „In der ersten Hälfte haben wir es verpasst, den Treffer zu erzielen. Am Ende müssen wir mit dem Punkt leben, weil Bielefeld am Ende auch noch Chancen hatte. Wir müssen im letzten Drittel konsequenter sein, dann werden wir auch wieder mehr Tore schießen. Wir wissen was wir können und zweifeln nicht an uns.“
Die Kritik am 38-jährigen Cheftrainer wird durch diese Nullnummer und die schwache Vorstellung seiner Mannschaft nicht geringer. Nach der 0:4-Schlappe bei Schlusslicht Schalke 04 und dem Remis gegen Bielefeld werden die beiden kommenden Partien der folgenden Englischen Woche bei Hertha BSC Berlin (Di., 20.30 Uhr) und zu Hause gegen den 1. FC Köln (So., 18 Uhr) über die Zukunft des gebürtigen Münchners entscheiden.
Man darf gespannt sein, ob es Hoeneß gelingt, seine stark verunsicherte Mannschaft in diesen beiden wichtigen Spielen gegen Teams aus dem unteren Tabellenbereich wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Dass er aufgrund des großen Verletzungspechs weiterhin personell stark improvisieren muss, wird ihm bei der Entscheidung über seine Trainerzukunft in Hoffenheim wenig hilfreich sein.
Das Fazit von Hoeneß nach dem Abpfiff: „Wir sind mit dem Resultat nicht zufrieden. Jeder, der aktuell ein Feuerwerk erwartet, hat eine falsche Erwartungshaltung. Wir haben eine sehr herausfordernde Situation, schon seit Monaten, blicken auf eine Historie mit vielen Verletzungen zurück. Natürlich ist die Situation mental fordernd, das kann ja jeder nachempfinden. Jetzt geht es weiter, um mit harter Arbeit, Training und Analyse sich dann diese Erfolgserlebnisse wieder zu erarbeiten.“
Hoffenheim – Bielefeld (0:0)
TSG Hoffenheim: Baumann – Adams, Vogt (46. Nordtveit), Posch – Gacinovic (88. Belfodil), Rudy, Samassekou, Kramaric, John – Bebou, Dabbur (80. Adamyan)
Arminia Bielefeld: Ortega – Brunner (58. De Medina), Pieper, Nilsson, Laursen – Kunze, Doan, Hartel (90.+3 Seufert), Yabo (67. Gebauer) – Klos, Cordova (67. Schipplock)
Tore: –
Schiedsrichter: Marco Fritz
Zuschauer: keine