TSG-Coach Julian Nagelsmann war mit der 2:1 Niederlage in  Rasgrad nicht einverstanden. Bild: S. Lörz

TSG-Coach Julian Nagelsmann war mit der 2:1 Niederlage in Rasgrad nicht einverstanden. Bild: S. Lörz

Hoffenheim muss erneut internationales Lehrgeld bezahlen

TSG Hoffenheim | erstellt am Fr. 29.09.2017

sport-kurier. Die Fußball-Bundesligisten blamierten sich im Europapokal bis auf die Knochen. Neben den drei Champions-League-Teilnehmern Bayern München (0:3 in Paris), Borussia Dortmund (1:3 gegen Real Madrid) und RB Leipzig (0:2 in Istanbul) verloren auch am Donnerstagabend in der Europa League Hertha BSC Berlin (0:1 bei Östersunds FK), 1. FC Köln (0:1 gegen Roter Stern Belgrad) und TSG Hoffenheim (1:2 bei Ludogorez Rasgrad).

Der international zweite Spieltag der Saison war aus deutscher Sicht eine einzigartige Enttäuschung, ein Europa-Debakel. 

Im ersten Auswärtsspiel der Hoffenheimer in der Europa League beim sechsfachen bulgarischen Meister Ludogorez Rasgrad blieben die Kraichgauer, vor allem in einer schwachen zweiten Hälfte, vieles schuldig. Dabei erwischten sie einen Blitzstart und ging bereits nach 96 Sekunden in Führung. Mark Uth setzte sich rechts im Strafraum durch und bediente mustergültig den mitgelaufenen Pavel Kaderabek, der keine Mühe hatte aus kurzer Distanz zur 1:0-Führung einzuschieben.

Für den Tschechen war es das erste Tor im 61. Pflichtspiel. Die rund 100 mitgereisten TSG-Fans gaben unter den 8.000 Zuschauern in der Folge den Ton an, feuerten ihr Team unentwegt an. Nach 15 Minuten hätte der zu Beginn starke Uth für klare Verhältnisse sorgen können, als er allein vor dem gegnerischen Tor anstatt zu schießen lieber auf den mitgelaufenen Andrej Kramaric querlegte. Doch sein Pass wurde von einem Gegenspieler zur Ecke abgewehrt. Das Auslassen dieser nahezu hundertprozentigen Torchance sollte sich rächen.

Statt einer komfortablen Zwei-Tore-Führung kamen die Gastgeber zunehmend besser ins Spiel, legten ihre Anfangsnervosität ab und erspielten sich einige Tormöglichkeiten. Der durch den Ausfall von neun Spielern ersatzgeschwächte Bundesliga-Zweite verlor zunehmend sein spielerisches Übergewicht und leistete sich überraschend viele Abspielfehler. Rasgrads beste Ausgleichsmöglichkeiten vergaben Anicet, völlig freistehend aus sieben Metern (19.), und Natanael, der mit einem Weitschuss an TSG-Keeper Oliver Baumann scheiterte (42.).

In der zweiten Hälfte wiederholte sich dann das, was im ersten Europacup-Heimspiel beim 1:2 gegen Braga zum Verhängnis wurde. Die Bulgaren erwischten den optimalen Start und glichen nach nur 48 Sekunden durch Kapitän Dyakov aus. Sein 18-Meter-Knaller, der als Aufsetzer rechts oben einschlug, war für Baumann unerreichbar.

Die Stimmung kippte nun und die Gastgeber übernahmen, angetrieben von ihren immer lauter werdenden Fans, die Initiative. Dennoch bot sich Hoffenheim erneut die Chance zur Führung. Nach feiner Uth-Flanke von links nimmt Lukas Rupp den Ball aus zwölf Metern direkt und scheitert an Rasgrads Torhüter Broun, der reaktionsschnell den Gewaltschuss über die Querlatte lenkt (67.). Dies war jedoch in der Folge die einzige erwähnenswerte Gäste-Chance im zweiten Abschnitt.

Die TSG wirkte indisponiert, mit außergewöhnlich vielen Fehlern im Aufbauspiel. Die Gastgeber spielten immer frecher auf und belohnten sich mit der erstmaligen Führung. Stürmer Lukoki narrt auf der linken Angriffsseite Hávard Nordtveit und schlenzt den Ball mit Gefühl unhaltbar in den rechten Torwinkel (72.). Ein Traumtor, bei dem erneut Baumann chancenlos war. Alle Ausgleichsbemühung der Gäste in der Schlussphase verpufften, Rasgrad brachte mit Glück und Geschick den knappen Vorsprung über die Zeit. Für Hoffenheim war es, wie auch für die anderen fünf deutschen Europapokal-Teilnehmer, eine bittere und schmerzhafte Niederlage. Nach der zweiten 1:2-Niederlagen wird es nun immer schwerer, das vorgegebene Ziel „Einzug in die K.o.-Phase“ zu realisieren.

Bereits am Sonntag (13:30 Uhr) gastieren die Nagelsmänner im Baden-Derby beim SC Freiburg. Man darf gespannt sein, ob die Nordbadener bis dahin die Pleite von Rasgrad weggesteckt haben, und in Südbaden wieder zu alter Stärke zurückfinden.

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